Schafe und Ziegen auf einer Wiese

Kulturlandschaftspreis: Ausschreibung und Bewerbung

Der Schwäbische Heimatbund, der Sparkassenverband Baden-Württemberg und die Sparkassen-Stiftung Umweltschutz setzen sich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür ein, dass die durch Menschenhand in Jahrtausenden geschaffene Kulturlandschaft mit ihrer Flora und Fauna geschützt sowie die Artenvielfalt und Schönheit der heimischen Fluren bewahrt werden. Der unersetzliche Reichtum verschiedenartiger und zugleich unverwechselbarer Landschaftsbilder als gewachsene Ökosysteme und Kulturgüter soll auch kommenden Generationen erhalten bleiben.

Diese ganzheitliche Zielsetzung beruht auf den Erkenntnissen historisch bewährter Bewirtschaftungsformen und den Erfahrungen der Landnutzung im Einklang mit der Natur. Sie soll Beispiel geben für die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie sowie eine realistische Orientierung für die Praxis vor Ort bieten.

Wofür wird der Preis vergeben?

Mit dem jährlich ausgelobten Kulturlandschaftspreis ausgezeichnet werden Ausschnitte unserer Kulturlandschaft, in denen eine nachhaltige, traditionsbewusste Nutzung der Landschaft unter Berücksichtigung der naturgegebenen Voraussetzungen, der Ökologie, der Charaktermerkmale der Landschaft und der Ästhetik erfolgt. Vorgeschlagene Objekte sollen sich auf den Natur- und Umweltschutz beziehen, wobei eine ausgewogene Verzahnung von Naturlandschaft, Kultur und Heimat angestrebt wird.

Mit einem Sonderpreis für Kleindenkmale werden seit dem Jahr 2000 vorbildliche Aktionen ausgezeichnet, die zum Erhalt und Schutz dieser Denkmalsgattung beitragen, welche unsere Kulturlandschaft in ganz besonderem Maße prägt. Preiswürdig sind Maßnahmen zum Schutz, zur Erfassung, Pflege und Renovierung von Kleindenkmalen wie etwa steinerne Gruhbänke, Sühnekreuze, Gedenksteine, Feld- und Wegkreuze, Bildstöcke, Wegweiser, Stundensteine, Trockenmauern …

Wer kann den Preis erhalten?

Den Preis erhalten Eigentümerinnen und Eigentümer, Einzelpersonen oder Gruppen, die eine Kulturlandschaft oder ein Kleindenkmal betreuen. Private Maßnahmen werden Aktionen öffentlicher Institutionen in der Regel vorgezogen. Die Bewerbung muss aus dem Vereinsgebiet des Schwäbischen Heimatbundes, also den ehemals württembergischen oder hohenzollerischen Landesteilen einschließlich der angrenzenden Gebiete, kommen.

Bewerbung 2021

Der Kulturlandschaftspreis wird jährlich vergeben. Einsendeschluss für die Bewerbung 2021 ist der 31. März 2021. Die Bewerbung ist grundsätzlich postalisch einzureichen – vorzugsweise im Format A4. Der Umfang der Bewerbung ergibt sich aus dem Umfang der Aktivitäten. Gerne senden wir Ihnen unsere ausführliche Ausschreibungsbroschüre zu. Diese und weitere Informationen erhalten Sie bei unserer Geschäftsstelle oder unter post@kulturlandschaftspreis.de.

Sie können einstweilen die inhaltlich gleichlautende Ausschreibungs-Broschüre 2020 auch hier im pdf-Format herunterladen. Die Kriterien 2021 sind identisch mit denen des Jahres 2020.

Jugend-Kulturlandschaftspreis

Jugendprojekte, die sich beim Erhalt und der Pflege unserer heimischen Kulturlandschaft und Umwelt engagieren, verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Der 2014 neu ins Leben gerufene Jugend-Kulturlandschaftspreis richtet sich an Kinder, Schüler*innen und Jugendliche. Einen Hauptpreis erlangen können in diesem Fall auch Maßnahmen, die innerhalb der letzten drei Jahre durchgeführt wurden. Bewerbungen als Einzelpersonen wie auch in kleinen oder größeren Gruppen sind möglich. Die Teilnahme von Erwachsenen ist nicht ausgeschlossen, das beispielgebende Engagement der jungen Menschen muss aber im Vordergrund stehen.

Wie hoch ist das Preisgeld?

Das Preisgeld beträgt je 1.500.- Euro für einen der maximal sechs Hauptpreise sowie je 500.- Euro für einen der bis zu drei Sonderpreise Kleindenkmale.

Welche Initiativen und Projekte sind preiswürdig?

  • die traditionelle Bewirtschaftung von Mähdern der Albhochfläche.
  • die Erhaltung und Pflege von Wacholderheiden.
  • die sachgerechte, längerfristig angelegte Pflege von Heckenlandschaften.
  • die Sicherung von Trockenmauern in Weinbergen oder ehemaligen Weinbergen.
  • die Entwicklung und Umsetzung von Betriebskonzepten, mit denen Weidelandschaften von hohem Naturschutzwert wirtschaftlich gesichert werden.
  • die Pflege und Aufrechterhaltung eines Wiesenwässersystems.
  • die Wiederherstellung alter Weiher, Hülen und ähnlichem.
  • das bewusste Belassen und die Pflege von Ackerrainen, breiten Randstreifen für Ackerwildkräuter, Viehtrieben usw. oder das Bewahren alter bäuerlicher Strukturen und Bewirtschaftungsweisen auf andere Art.
  • die Pflege oder Wiederherstellung von Zeugnissen der Flößerei und des historischen Waldgewerbes.
  • die bewusste Bewahrung und Pflege alter geschichtsträchtiger Wege.
  • die Sicherung, Pflege und Wiederherstellung von Hohlwegen.
  • die sachgerechte Pflege und Förderung von Hecken, Wegen und Wegalleen, Baumgruppen in der freien Landschaft.
  • die Pflege, Förderung oder Neuanlage größerer Obstwiesen in Ortsrandnähe oder in traditionellen Obstbaulagen.
  • Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung von Mühlkanälen und Wassersammelsystemen.
  • die Bewirtschaftung eines Privatwaldes als Hudewald, als Nieder- oder Mittelwald.
  • die gelungene Einbeziehung eines Steinbruches, einer Lehmgrube oder einer Kiesgrube in die Umgebung durch vorbildliche, der Umgebung angepasste Rekultivierung.
  • die erfolgreiche Vermarktung von Erzeugnissen aus Streuobstwiesen, Steillagenweinbergen usw..
  • beispielhafte Veröffentlichungen zu den vorgenannten Themen.

Nicht am Wettbewerb teilnehmen können:

  • geplante und kurzfristige Maßnahmen unter drei Jahren.
  • Gemeinden. Diese sind aufgerufen, ihre örtlichen Vereine zur Bewerbung aufzufordern.

Die letzten Preisträger

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