Europäische Identitäten. Eine Reise durch Frankreich auf den Spuren der Jungfrau von Orléans

. . . . . .

Europäische Identitäten. Eine Reise durch Frankreich auf den Spuren der Jungfrau von Orléans

Reise Nr. 30

Leitung: Prof. Dr. Franz Quarthal

Donnerstag, 22. Juni, bis Donnerstag, 29. Juni 2017 (8 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof | Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 9.00 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof.

« zurück zum Reisekalender ...

Die vielfältigen Veränderungen der letzten Jahre warfen vielerorts die Frage nach nationaler Identität und wichtigen Momenten nationaler Geschichte auf. In Frankreich fragte man schon früher als anderswo nach den "Lieux de mémoire", den wichtigen Erinnerungsorten. Eine der wichtigsten Gestalten war Jeanne d’Arc (1412–1431), die 1894 für verehrungswürdig erklärt, 1912 selig- und 1920 heiliggesprochen wurde. Heute kann man kaum eine Kirche in Frankreich betreten, ohne auf eine Statue der Jungfrau von Orléans zu stoßen. Das in seinem Selbstverständnis unsicher gewordene Frankreich findet in ihr einen nationalen Halt. Für die französische Résistance war sie eine wichtige Identifikationsfigur; Charles de Gaulle fühlte sich als "männliche Jeanne d‘Arc".

Johannas Eingreifen in die Kämpfe des Hundertjährigen Krieges – eines der wichtigsten Ereignisse in der Auseinandersetzung zwischen Frankreich und England am Ende des Mittelalters – leitete das Ende der englischen Herrschaft über Frankreich ein. Für Friedrich Schiller und sein historisches Denken hatte der französische Stoff eine gewichtige Funktion in der Entwicklung seiner Idee von klassischen Dramen. Mit der "Jungfrau von Orleans" griff er einen nationalen Mythos Frankreichs auf, der seit seiner Behandlung des Themas für das französische Nationalbewusstsein noch an Bedeutung gewonnen hat.

Die Exkursion beleuchtet den realhistorischen Hintergrund an wichtigen Stationen im Leben und Wirken des Bauernmädchens aus Domrémy. Sie führt zugleich aber auch zu Stätten, die für die nationale Identifikation Frankreichs einen ähnlich hohen Stellenwert besitzen.

Programm:

1. Tag: Wichtige Orte lothringischer Geschichte: Metz (alte Bischofsstadt, Wurzeln des französischen Königtums) – Pont-à-Mousson – Lunéville (2 Übernachtungen): Jeanne d‘Arcs Geburtsregion liegt historisch genau an der Schnittstelle zwischen Frankreich und Lothringen, das als Zwischenlandschaft immer große Bedeutung für die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland hatte.

2. Tag: Die Lebenswelt Jeanne d‘Arcs: Toul (für Domrémy zuständiger Bischofssitz) – Vaucouleurs (Jeanne-d‘Arc-Museum) – Neufchâteau (Kommunions- und Zufluchtsort Jeannes, historische Altstadt) – Domrémy-la-Pucelle (Geburtshaus): Der Tag gilt dem unmittelbaren Umfeld Johannas sowie der Kultstätte, die sich an ihrem Geburtsort entwickelt hat. Charakteristisch war die unscheinbare Welt um Jeanne d’Arc, die sich bis heute erhalten hat.

3. Tag: Krieg und Frieden: Troyes (Kathedrale, 1420 Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Frankreich und England) – Montéreau (bei der verhängnisvollen Begegnung zwischen Karl VII. und Johann ohne Furcht von Burgund 1414 wurde Letzterer ermordet, wodurch eine Allianz gegen England unmöglich wurde) – Orléans (Beginn einer Serie von Siegen über die Engländer unter der Führung Johannas; in der Maison de Jeanne d‘Arc wird die Geschichte rekonstruiert und die Befreiung von der Belagerung Orléans' am 8. Mai 1429 dargestellt, Übernachtung).

4. Tag: Adelssitze an der Loire: Die Herrschaft des Adels symbolisierte sich zur Zeit des Hundertjährigen Krieges in den Schlössern, von denen die prächtigsten an der Loire entstanden. Einige, die im 15. Jh. eine Rolle spielten, werden besucht, so Azay-le-Rideau und Chinon, wo Jeanne d’Arc dem Thronfolger Karl VII. begegnete, den sie zur Krönung nach Rouen führen sollte. 2 Übernachtungen in Paris.

5. Tag: Erinnerungsorte in Paris: Nach dem gescheiterten Eroberungsversuch des von Burgund beherrschten Paris wandte sich der ohnehin zögerliche Karl VII. von Jeanne d’Arc ab und suchte den Ausgleich mit Burgund. In Paris werden Stätten der Königsherrschaft (Schlossanlage des Louvre, Notre Dame, Königsgräber von St. Denis) aufgesucht sowie bedeutende "Erinnerungsorte" der nationalen Identifikation Frankreichs.

6. Tag: Jeannes Ende in Rouen: Paris – Saint Gérmainen- Laye (Burg und altes Königsschloss aus dem 12. Jh., heute im Stil der Renaissance; während des Hundertjährigen Krieges Stützpunkt der Engländer, erobert unter der Führung des Schwarzen Prinzen, Edward of Woodstock) – Château d’Alincourt (mittelalterliche Festung, großer Ausbau im 16. Jh.) – Rouen: Nach ihrer Gefangennahme kaufte der englische Herzog Johann von Bredfort Jeanne d’Arc dem Herzog Johann von Luxemburg ab. Die Engländer machten ihr in Rouen von Januar bis Mai 1431 den Prozess, der mit ihrer öffentlichen Verbrennung auf der Place du Vieux Marché endete. In einer intensiven Besichtigung von Rouen wird der Ablauf des historischen Geschehens sichtbar; Übernachtung.

7. Tag: Gefangenschaft und Waffenstillstand: Beauvais (der hiesige Bischof war einer der härtesten Gegner Jeanne d’Arcs; die Kathedrale beeindruckt mit ihrem gigantischen Chor, der eine Übersteigerung und Beendigung der gotischen Baukunst bedeutet) – Compiègne (1429 wurde von hier aus unter der Führung Jeanne d’Arcs die Befreiung von Paris versucht; als sie ohne Einverständnis des französischen Königs 1430 den Kampf gegen die Engländer wieder aufnahm, wurde sie gefangen genommen; wichtiger französischer "lieu de mémoire" ist auch der Eisenbahnwagen der Unterzeichnung des Waffenstillstands von 1918) – Reims (Übernachtung).

8. Tag: Die Krönung zum Schluss: Reims (Kathedrale, traditionelle Krönungsstätte der französischen Könige, Jeanne d’Arc führte Karl VII. nach den großen Siegen von 1429 dort am 17. Juli zur Krönung, deren Ablauf wird an den originalen Schauplätzen nachvollzogen; Palais du Tau mit überlieferten Dokumenten und Insignien der französischen Krönungszeremonie) – Varennes-en-Argogne (Ort der Gefangennahme König Ludwigs XVI., die das Ende des alten französischen Königtums einleitete) – Karlsruhe – Stuttgart.

Leistungen:

Preis:

€ 1645,– pro Person im Doppelzimmer
€ 1890,– pro Person im Einzelzimmer

Reisepapiere: gültiger Personalausweis oder Reisepass

Beachten Sie bitte auch unsere Allgemeinen Hinweise, die Reisebedingungen sowie unseren Taxiservice.