Gruppe von Menschen im Halbkreis von schräg oben fotografiert

Denkmalnetz Baden-Württemberg gegründet

Titelbild: Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Gründungsurkunde des Denkmalnetzes Baden-Württemberg am 15. März 2024. Mit der Urkunde Initiatorin Barbara Saebel MdL (Foto: Florian Kübler)

Dem Erhalt des baukulturellen und archäologischen Erbes mehr Gewicht verleihen und die Rahmenbedingungen für Denkmalschutz und Denkmalpflege verbessern – das sind Ziel und Aufgabe des neuen Netzwerks.

Unter Beteiligung des Schwäbischen Heimatbundes wurde am 15. März 2024 das Gründungsdokument des Denkmalnetzes Baden-Württemberg unterzeichnet. Über 25 Institutionen, Vereine, Verbände, Firmen und Denkmaleigentümer kamen aus diesem Anlass in der Architektenkammer Baden-Württemberg zusammen: von der kleinen dörflichen Initiative für ein Fachwerkhaus, über Firmen und Handwerk in der Denkmalpflege bis hin zur Denkmalstiftung Baden-Württemberg. Initiatorin des Netzwerks ist die Grünen-Landtagsabgeordnete Barbara Saebel. Aus der Taufe gehoben wurde es namentlich auch durch die Unterstützung der Architektenkammer Baden-Württemberg. Das Landesamt für Denkmalpflege ist Kooperationspartner des neuen Netzwerks. Im Anschluss an die Unterzeichnung nahmen mehr als 170 Vertreterinnen und Vertreter dieser Institutionen sowie viele Denkmalinteressierte an einer Tagung teil.

zwei Personen an einem kleinen Tisch
Geschäftsführer Dr. Bernd Langner unterzeichnet für den Schwäbischen Heimatbund die Gründungsurkunde des Denkmalnetzes BW im Beisein von Barbara Saebel, Initiatorin des Netzwerks (Foto: Florian Kübler)

Baden-Württemberg ist mit über 90.000 Bau- und Kunstdenkmälern und über 60.000 archäologischen Denkmälern reich an Kulturellem Erbe. Dieses Erbe zu bewahren, sichtbar und erlebbar zu machen und für künftige Generationen zu erhalten, ist in Baden-Württemberg qua Verfassung eine Landesaufgabe. Der Ortsbilderhalt unserer Städte und Gemeinden dient der Bildung von Heimatgefühl und von Identität. Mit unseren Denkmalen erhalten sich Geschichte, Ästhetik, aber auch Wissen und Technik aus allen baugeschichtlichen Perioden. Die gesetzliche Verpflichtung zum Erhalt von Kulturdenkmalen spiegelt die Erkenntnis der Einmaligkeit einer jeden Kulturepoche wider. Sie ist Verpflichtung für private und öffentliche Eigentümer gleichermaßen. Das Land Baden-Württemberg ist dabei Impulsgeber für die Bewahrung, Weiterentwicklung und Inwertsetzung von Tradition, Architektur, Handwerk, Kunst und Kultur.

Der Erhalt unserer Innenstädte und Ortsbilder, ungenutzte und häufig verwahrloste Denkmale, eine überbordende Bürokratie mit langen Genehmigungsdauern, fehlende Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten in Baden-Württemberg und zuletzt die Diskussion um den Klimabeitrag von Baudenkmalen haben den Wunsch nach einer baden-württembergischen Denkmal-Lobby wachsen lassen. Denkmalnetze gibt es seit 2012 in Bayern, seit 2022 Sachsen und seit Kurzem auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Gruppe von Menschen
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Gründungsurkunde des Denkmalnetzes Baden-Württemberg am 15. März 2024. Mit der Urkunde Initiatorin Barbara Saebel MdL (Foto: Florian Kübler)

Jedes Gründungsmitglied wurde um ein kurzes Statement gebeten, warum man das denkmalnetzBW unterstützt. Für den Schwäbischen Heimatbund hob dessen Geschäftsführer Dr. Bernd Langner hervor, dass Kulturdenkmale Teil des umfassenden kulturellen Erbes sind: „Sie sind ein bedeutendes Charakteristikum unserer Kulturlandschaften und legen Zeugnis ab vom Leben und Wirken unserer Vorfahren. Zugleich geben sie Beispiel für das Miteinander der Menschen, aus dem »Heimat« erwächst. Im denkmalnetz treten wir für den Erhalt dieses kulturellen Erbes ein.”

Im September 2022 war aus einem ersten Initiativkreis in Stuttgart das Ziel erwachsen, mit dem »denkmalnetzBW« eine Dachorganisation zu gründen. Sie soll als Institution das Sprachrohr für die Denkmalszene sein und den Wert von Denkmalerhalt für Kultur, Klima und Gesellschaft herausstellen; sie soll den fachlichen Austausch fördern und landesweit Strukturen schaffen; sie soll außerdem Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten bündeln und neue aufbauen.

Über die (noch im Aufbau befindliche) Plattform www.denkmalnetz-bw.de sollen Informationen ausgetauscht sowie Arbeitskreise und Jahrestreffen online und in Präsenz organisiert werden. Verschiedene Mailverteiler tragen die Erkenntnisse ins Land.

Die Gründungsinstitutionen (in alphabetischer Reihenfolge): Altstadtrettung Bretten e.V. | Architektenkammer Baden-Württemberg | DenkMalNachhaltig GmbH und Orange Liste Rot an der Rot | Denkmalstiftung Baden-Württemberg | Erhalten historischer Gebäude e.V. Karlsruhe | Fraunhofer Institut Raum und Bau (IRB) | Holzbau Schmäh Meersburg | IG Bauernhaus Bergisch Gladbach | Ingenieurkammer BW | JaKo Baudenkmalpflege GmbH Rot an der Rot | Karlsruher Stadtbild e.V. | Landesverein Badische Heimat | Netzwerk »Fachpartner Denkmalpflege und Fachwerk« Enzkreis | Schlösser, Burgen, Gärten Baden-Württemberg e.V. | Schlösser und Gärten (SSG) Baden-Württemberg | Schlösser und Gärten in Deutschland e.V. | Schwäbischer Heimatbund e.V. | Stiftung BauKulturerbe gGmbH Freiburg | Stiftung historischer Hängegarten Neufra | strebewerk Architekten GmbH Stuttgart | Verband der Restauratoren Bonn | Verband der Restauratoren im Zimmererhandwerk Ostfildern | Wissenschaftlich technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung Denkmalpflege (WTA) | sowie die vier Landeskirchen in Baden-Württemberg.

(Schwäbischer Heimatbund / Pressemitteilung denkmalnetzBW, 20.3.2024)

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