Mailand – die unverwüstliche Metropole. Die Stadt, ihre Geschichte, ihre Monumente

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Mailand – die unverwüstliche Metropole. Die Stadt, ihre Geschichte, ihre Monumente

Reise Nr. 25

Leitung: Prof. Wolfgang Urban M.A.

Montag, 29. Mai, bis Freitag, 2. Juni 2017 (5 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr, Echterdingen, S-Bahnhof | Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 8.30 Uhr "Parken und Mitnehmen" an der Autobahnausfahrt Herrenberg

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Bis auf die Kirchen wurde Mailand von Kaiser Friedrich Barbarossa 1162 verwüstet. Nach dem Frieden von Konstanz 1183 stieg die norditalienische Stadt zu neuem Glanz empor. Metropolcharakter gewann sie schon in der Reform des römischen Reichs in der diokletianischen Ära 284–305. Damals machte Diokletians Mitkaiser Maximianus als Regent der "Praefectura Italiae" Mailand zur Hauptstadt. Durch den in Trier geborenen, 374 zum Bischof der Stadt gewählten und späteren Kirchenvater Ambrosius (337–397) konnte Mailand in der nachkonstantinischen Ära seine herausragende Stellung festigen. Aufstrebende nordafrikanische Intellektuelle wie Augustinus (354–430) und seine Freunde wurden damals von Mailand als möglichem Sprungbrett ihrer Karriere angezogen.

In der germanischen Völkerwanderung wurde die Stadt Teil des Langobardenreichs. Die historische Erinnerung daran bewahrt bis zur Gegenwart ihre Zugehörigkeit zur Lombardei. Mit dem Sieg Karls des Großen über den Langobardenkönig Desiderius wurde Mailand 774 zusammen mit dem übrigen Langobardenreich ins karolingische Reich eingefügt. Seit dem 11. Jahrhundert schürte das Streben nach Selbständigkeit die politischen Konflikte innerhalb und außerhalb der Stadt. Mailands Selbstbewusstsein war beispielgebend für die übrigen Städte der Lombardei. Sichtbares Monument von Anspruch und Selbstverständnis wurde im Spätmittelalter das Projekt des 1386 begonnenen Neubaus des Domes Santa Maria Nascente (Mariae Geburt). Im Unterschied zur großen Reihe der anderen italienischen Dome zeigt er sich einerseits unverkennbar der Gotik nördlich der Alpen verpflichtet, bewahrt aber andererseits in der Betonung der Horizontalen seine Anbindung an das architektonische Erscheinungsbild der Sakralarchitektur der Apenninhalbinsel. Dies vermochten auch die drei zwischen 1391 und 1394 zu Rate gezogenen schwäbischen Baumeister Johann von Freiburg, Heinrich III. Parler aus Schwäbisch Gmünd und Ulrich von Ensingen aus Ulm nicht zu ändern.

Den politischen und kulturellen Rang Mailands erhielten und förderten neben den stets einflussreichen Erzbischöfen die Geschlechter der Visconti seit 1277 und der Sforza seit 1450. Mailand wird Wirkungsstätte so exzeptioneller Persönlichkeiten wie des Donato Bramante als Baumeister der Kirche Santa Maria delle Grazie und des wahrlich universalen Leonardo da Vinci (1452–1519). Seine Darstellung des Abendmahls Christi im Kloster Santa Maria delle Grazie zählt noch in heutiger Zeit zu den fünf allgemein bekanntesten Kunstwerken der Kulturgeschichte.

Umkämpft seit 1476 von Frankreich und den Kaisern des Hauses Habsburg des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, fiel Mailand mit dem Tode Francescos II. Sforza, des letzten seines Geschlechts, an Habsburg zurück und wurde Philipp II. von Spanien zum Lehen gegeben. Mit Erzbischof Karl Borromäus (1538–1584) erlebte die Kirchenprovinz Mailand von 1560 bis 1584 schon während des Konzils von Trient (1545–1563) einen ebenso sozial engagierten wie gegenreformatorisch aktiven, auf das ganze katholische Europa ausstrahlenden Kirchenmann. Mitgerissen vom Niedergang Spaniens wurde die Stadt 1706 durch Eroberung von Prinz Eugen dem Habsburgischen Reich gesichert. Sie konnte seit dem 19. Jahrhundert analog ihrer bisherigen Geschichte ihre dynamische Kraft bewahren und weiterentwickeln und wurde neben Turin eine der Herzkammern des modernen Italiens.

Zusammen mit großartigen Zeugnissen des europäischen Bauschaffens glänzt Mailand in seinen Galerien und Museen mit überragenden Meisterwerken der Bildenden Kunst. Neben dem "Abendmahl" bietet Mailand in der Pinacoteca Ambrosiana weitere Begegnungen mit Werken von Leonardo da Vinci. Die Galleria Brera kann mit dem bedeutenden Nachahmer und Nachfolger Leonardos Bernardino Luini (1482–1532) aufwarten, vor allem aber mit Hauptwerken von Piero della Francesca (1420–1492) wie die thronende Madonna mit Federico da Montefeltro, von Andrea Mantegna (1431–1506), mit Raffaels "Verlobung Marias" von 1504 und mit Gemälden Tizians (1477–1576), darunter sein Spätwerk "Büßender Hieronymus".

Eine Fahrt nach Mailand, so zeigt dieser Überblick – wobei die großen sakralen Monument wie Sant' Ambrogio, San Lorenzo Maggiore, Sant‘Eustorgio, San Simpliciano der Kürze halber nur mit Namen angerissen seien – ist eine Reise zu einer der Hauptstädte der Kultur Europas.

Programm: Mailand (Dom Santa Maria Nascente, Museo del Duomo, Sant'Ambrogio, Santa Maria delle Grazie [Abendmahl Leonardos], Pinacoteca Ambrosiana, Castello Sforzesco, Basilica San Simpliciano, Galleria Brera, San Lorenzo Maggiore, Sant‘Eustorgio; 4 Übernachtungen in Mailand) – Como (Dom Santa Maria Maggiore, San Abbondio).

Leistungen:

Preis:

€ 1080,– pro Person im Doppelzimmer
€ 1185,– pro Person im Einzelzimmer

Reisepapiere:

gültiger Personalausweis oder Reisepass

Beachten Sie bitte auch unsere Allgemeinen Hinweise, die Reisebedingungen sowie unseren Taxiservice.