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Flandern – das geschundene Herz Europas

Genter Altar | Bildhinweis: Von Jan van Eyck – Web Gallery of Art: Abbild Info about artwork, Gemeinfrei, Link

Von der Blüte des Spätmittelalters bis zu den Wunden von Ypern – mit den frisch restaurierten Tafeln des Genter Altars der Brüder van Eyck

Reise Nr. 55

Leitung: Dr. Albert de Lange

Abreise: Sonntag, 11. April 2021
Rückreise: Samstag, 17. April 2021 (7 Reisetage)

Abfahrt: 7.30 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof (Rückkehr ca. zwischen 18.30 und 20.00 Uhr)
Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 8.30 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof (Rückkehr ca. zwischen 17.30 und 19.00 Uhr)
Unverbindliche Zeitangaben, Änderungen vorbehalten

Flandern, Heimat der niederländisch Sprechenden im Königreich Belgien, umfasst drei Provinzen der ehemaligen Niederlande der Frühen Neuzeit, nämlich Flandern (mit Städten wie Brügge, Gent und Ypern), Brabant (mit Antwerpen, Brüssel und Mechelen) und Limburg.

Die Entstehung der Niederlande war den Herzögen von Burgund zu verdanken, insbesondere Philipp dem Guten, der von 1419 bis 1467 regierte. Nach dem Tod seines Sohnes Karls des Kühnen 1467 wurden die Niederlande von den Habsburgern beerbt und von Kaiser Karl V. zu einem staatlichen Gebilde zusammengeschlossen. Um 1550 umfassten sie 17 Provinzen, etwa im Umfang der heutigen Beneluxstaaten. Erst später teilten sich die Niederlande auf drei Staaten auf: die Niederlande, Belgien und Luxemburg.

Die heutige belgische Region Flandern erlebte in Spätmittelalter und Früher Neuzeit eine wirtschaftliche Blüte und gehörte zu den reichsten Gebieten Europas. Auch kulturell war sie hoch entwickelt. Nicht nur Kirchenmänner, auch die burgundischen Herzöge und Händler förderten Kunst, Architektur und Wissenschaft, insbesondere in Antwerpen, Brügge, Brüssel und Gent.

Einen Höhepunkt flämischen Kunstschaffens bilden die Werke der “altniederländischen” Maler Jan van Eyck (um 1390–1441), Rogier van der Weyden (um 1400–1464) und Hans Memling (um 1435–1494). Sie waren Meister der naturalistischen Darstellung von Menschen, Landschaften und Gebäuden. In Brügge und Gent werden wir einige ihrer wichtigsten Werke kennen lernen.

Auch landschaftlich hat Flandern viel zu bieten: Polderlandschaften, zahlreiche Flüsse (immer noch mit Gezeitenwirkung), schöne Strände, liebliche Hügel, pittoreske Städtchen. Das reiche, flache Flandern war jedoch auch immer wieder Bühne für Krieg zwischen Frankreich und Deutschland. Viele Städte und Dörfer wurden zerstört, insbesondere im Ersten Weltkrieg. Brügge und Gent blieben jedoch wie durch ein Wunder ausgespart und sind heute Juwele Belgiens.

Auf unserer Reise lernen Sie die lange, bewegte Geschichte Flanderns vom Mittelalter bis zum Zweiten Weltkrieg kennen. Ein Gespräch mit einem Gast informiert über die aktuelle Situation, insbesondere über den Streit zwischen Flamen und Wallonen.

1. Tag: Zoutleeuw – ein Kleinod: Stuttgart – Karlsruhe – Zoutleeuw: Die Leonardus-Kirche von Zoutleeuw ist eine der wenigen Kirchen in  Flandern, die 1566 nicht vom Bildersturm betroffen war und auch von späteren Zerstörungen oder baulichen Eingriffen verschont blieb. Sie enthält
viele Kunstwerke. Berühmt ist das 18 m hohe Sakramentshaus mit 200 Figuren – Übernachtung in Löwen.

2. Tag: Löwen, Flanderns erste Universitätsstadt: In Löwen lehrte unter anderen Erasmus von Rotterdam. Viele alte Häuser und die Universitätsbibliothek wurden am 25. August 1914 von den deutschen Truppen zerstört. Trotzdem sind in der Stadt noch zahlreiche schöne Bauwerke erhalten, insbesondere der Beginenhof, das spätgotische Rathaus und die Sint Pieterskerk, ein Hauptwerk der brabantischen Gotik. Weiter nach Blankenberge an der Nordseeküste (abendliche Strandwanderung, 3 Übernachtungen).

3. Tag: Ypern und der Erste Weltkrieg: Die Gedenkfeiern sind zwar vorbei, aber im flandrischen Westhoek (Westecke) ist der Erste Weltkrieg noch immer allgegenwärtig. Etwa 170 Soldatenfriedhöfe zeugen von dem Schützengrabenkrieg, der hier vier Jahre lang gewütet hat. Mehr als 25.000 deutsche Soldaten ruhen auf dem Friedhof in Vladslo. Beim Eintreten blickt man auf die Figurengruppe “Trauerndes Elternpaar” von Käthe Kollwitz. Die reiche mittelalterliche Stadt Ypern wurde im Ersten Weltkrieg völlig zerstört. Hier besuchen wir das bewegende “In Flanders Field Museum” in der wiederaufgebauten mittelalterlichen Tuchhalle. Abendessen in einem Fischrestaurant in Blankenberge.

4. Tag: Das Prunkjuwel Flanderns – die Hansestadt Brügge: In Brügge, im Spätmittelalter ein Hauptzentrum der Hanse, sind zahllose Denkmäler aus dem 15. und 16. Jh. erhalten geblieben. Das Groeninge-Museum beherbergt eine weltberühmte Sammlung flämischer Maler. Ein weiterer Höhepunkt ist das St. Jans-Hospital mit Gemälden von Hans Memling. Es vermittelt einen erstaunlichen Eindruck davon, wie es vor Jahrhunderten in einem Krankenhaus aussah. Wunderbar ist auch der Beginenhof, heute UNESCO-Weltkulturerbe. Er zeigt, welche große Bedeutung Frauen im kirchlichen Leben der Stadt hatten. Daneben liegt der bezaubernde “Minnewater” (Liebessee). Abends: Gespräch mit einem Gast über das aktuelle Verhältnis zwischen Flamen und Wallonen in Belgien.

5. Tag: Auf dem Land in Flandern: Malerisch an der Schelde liegt das für seine Tapisserien berühmte Städtchen Oudenaarde. Es besitzt eines der schönsten Rathäuser Flanderns. Wir besuchen das Museum der Stadt in der Tuchhalle, in dem eine besondere Auswahl an Wandteppichen zu sehen ist (Gelegenheit zum Mittagessen am Marktplatz). Im nahe gelegenen Horebeke befindet sich das einzige Museum für die Geschichte des Protestantismus in Belgien. 2 Übernachtungen in Gent im Hotel Monasterium Poortackere (ehemaliges Kloster, eine Oase der Ruhe im Stadtzentrum).

6. Tag: Jan van Eyck und Gent: Mit nur 250.000 Einwohnern steht Gent zwar nach den Großstädten Brüssel und Antwerpen wirtschaftlich an dritter Stelle in Belgien, hat sich aber mehr als diese beiden Städte sein mittelalterliches Antlitz bewahrt. Am Vormittag widmen wir uns in der St. Bavo-Kathedrale dem frisch restaurierten, nun endlich wieder zu sehenden Altar “Lamm Gottes” der Brüder Hubert und Jan van Eyck. Nachmittags unternehmen wir eine Stadtwanderung. Eine Bootstour durch Gents Kanäle beschließt den Tag.

7. Tag: Durch die Ardennen nach Hause: Über Saint Hubert mit seiner barock ausgestalteten Basilika Sankt Peter und Paul geht es zurück nach Karlsruhe und Stuttgart.

Leistungen:

  • Taxiservice
  • Fahrt im modernen Reisebus
  • fachlich qualifizierte Reiseleitung
  • 6 Übernachtungen mit Frühstück in guten Mittelklassehotels, Zimmer mit Dusche/WC
  • ggf. Kurtaxen/Tourismusabgaben
  • 6 Abendessen, davon 1 in einem Fischrestaurant in Blankenberge
  • Gespräch über die aktuelle Situation zwischen Flamen und Wallonen
  • Bootsfahrt in Gent
  • alle Führungen
  • alle Eintrittsgelder
  • Stornokosten-Versicherung

Preis:

€ 1860,– pro Person im Doppelzimmer
€ 2080,– pro Person im Einzelzimmer

Außer beim Frühstück sind Getränke zu den Mahlzeiten nicht im Reisepreis enthalten.

Reisepapiere für deutsche Staatsangehörige: gültiger Personalausweis oder Reisepass

Zu Mindestteilnehmerzahl, Absagefrist und Gruppengröße siehe Allgemeine Hinweise

11. Apr. 2021 bis 17. Apr. 2021, Ganztägig

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