Titelbilder zweier Bücher

Junge Unis in Baden-Württemberg | wohnen 60 70 80

Titelbild eines Buches

Junge Unis in Baden-Württemberg. Hochschulbauten der Nachkriegs- und Postmoderne. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (Arbeitsheft 45). Jan Thorbecke Verlag Ostfildern 2022. 240 Seiten, farbig illustriert. Broschur 30,00 €. ISBN 978-3-79951-576-4

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wohnen 60 70 80: Junge Denkmäler in Deutschland. Hrsg. von der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland. Deutscher Kunstverlag Berlin/München 2020. 224 Seiten, illustriert. Gebunden 39,80 €. ISBN 978-3-42298-154-6

Zwei sehr interessante Publikationen sind jüngst erschienen, die uns in die Welt der »jungen Denkmäler« führen. Das »Arbeitsheft« des hiesigen Landesamts für Denkmalpflege beschäftigt sich mit Hochschulbauten nach 1945 und porträtiert sage und schreibe 31 bemerkenswerte Gebäude zwischen Heidelberg und Konstanz, Freiburg und Ulm. Nach vier einführenden Kapiteln zu architektonischen und raumplanerischen Fragen widmen sich die Porträts ganz individuellen Phänomenen: etwa »Eine Bauskulptur als Laboratorium« (Kunstakademie Stuttgart), »Ein richtungsweisender Baukomplex der 1950er- und 1960er-Jahre« (Chemische Institute Freiburg), »Lernen im Kunstlabyrinth« (naturwissenschaftliche Hörsäle S-Vaihingen), »Raumkapseln des Wissenstransfers« (Kupferbau Tübingen), »Ein leerer Bauch studiert nicht gern« (Mensa Freiburg), »Bücherkiste« (Bibliothek und Hörsaal Mannheim) oder »Spannende Themen jenseits von Eiermann« (Versuchskraftwerk TH Karlsruhe).

Die 240 Seiten starke Publikation als »Arbeitsheft« zu bezeichnen, ist vollkommene Untertreibung: Es handelt sich vielmehr um ein inhalts- und bilderreiches, wunderbares Übersichtswerk über eine Baugattung, deren kulturgeschichtliche Bedeutung (und damit deren Denkmalwert) überzeugend beschrieben und unterstrichen wird.

Das zweite Buch ist einem ganz anderen Thema gewidmet: dem Wohnen. Auch hier ist es die Intention der Herausgeber, an vielen herausragenden Beispielen aufzuzeigen, dass unser kulturelles Erbe kein Phänomen längst vergangener Epochen ist, sondern bis ins Jetzt reicht und damit in unser persönliches Umfeld. Die Beispiele stammen aus dem gesamten Bundesgebiet, es spielt aber Baden-Württemberg dabei eine wichtige Rolle. Spätestens seit den Zeiten des Werkbunds und des Bauhauses wissen wir, dass Wohnen zuallererst Fragen der Funktion berührt (»Form Follows Function«), an die sich aber Gestaltungsfragen unmittelbar schließen. Beiträge mit Titeln etwa wie »Innen ist außen und außen ist innen« oder »Transparentes Wohnen am Rhein« auf der einen Seite und »Vernetztes Wohnen« oder »Die Altstadt wird postmodern« auf der anderen, machen deutlich, dass sich Wohnen insbesondere im 20. Jahrhundert mit innen- und außenräumlichen Fragestellungen gleichermaßen zu beschäftigen hatte und hat. Die Überschriften sind bewusst unakademisch gewählt (z. B. »Zwischen Teppich und Terrasse«, »Glück auf kleinem Stück«, »Das Barbapapa-Haus«, »Postmoderne in Arkadien« oder »Dancing Queens«) und machen große Lust auf eine sehr gut illustrierte Entdeckungsreise durch drei Jahrzehnte Wohn- und Baukultur.

Bernd Langner

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