Ameise in Nahaufnahme

Die Welt und Vielfalt der Ameisen

Gesundheitspolizei und nützliche Helfer im Wald – doch lästig als ungebetene Haustiere

Dienstag,11. Mai 2027, 18:00 Uhr

Vortrag von Professor Dr. Christian Rabeling, Institut für Biologie der Uni Hohenheim

Zur vielfältigsten Tierfamilie gehören die Ameisen mit sicher 14.000, wahrscheinlich aber 20.000 bis 30.000 Arten. In Europa sind es „nur“ etwa 200 Arten. Sie organisieren sich in komplexen Staaten, deren Größe je nach Art von wenigen 100 bis zu mehreren Millionen Individuen reichen kann. Unter den weithin sichtbaren Ameisenhügeln vieler Waldameisenarten erstrecken sich Systeme aus Gängen und Kammern, die tief in den Boden reichen. Als Ernährung dienen Ameisen vor allem Insektenlarven als wichtige Proteinquelle. Unter diesen Larven sind einige Forstschädlinge, daher gelten Waldameisen als Nützlinge, auch weil sie als „Waldpolizisten“ Tierkadaver schnell beseitigen. Andererseits können insbesondere zugewanderte Ameisen wie die vor allem in den Westen Baden-Württembergs mit durch Klimawandel und neue Pflanzen eingewanderte große Drüsenameise Tapinoma magnum aus dem Mittelmeerraum echte Plagegeister sein.

Bei mindestens 14.000 Ameisenarten lassen sich die widerstandsfähigen und in Arbeitsteilung vorgehenden Organisationskünstler nicht über einen Kamm scheren. Bemerkenswert: Arbeiterinnen im Ameisenstaat können bis zum Zwanzigfachen ihres Eigengewichts tragen; beim Menschen wäre das ein Kleinwagen. Wie die Arbeiterinnen sind die etwas größeren, das Nest verteidigenden Soldatinnen unfruchtbar. Jedes Individuum hat seine Rolle und Funktion. Dreh- und Angelpunkt ist aber die Ameisenkönigin mit einer Lebensspanne von bis zu 20 Jahren. Nur sie ist fruchtbar und kann eigene Staaten bilden. Außer zum kurzen Zweck der Fortpflanzung spielen die im Vergleich zur Ameisenkönigin nur halb so großen Männchen keine Rolle. Sie sterben unmittelbar nach der Befruchtung der Königin.

Professor Dr. Christian Rabeling vom Institut für Biologie der Uni Hohenheim wird uns aus der faszinierenden Welt der auf allen Kontinenten (außer der Antarktis und einigen abgelegenen Inseln) vorkommenden sehr anpassungsfähigen kleinen Krabbeltiere berichten. Und wir erfahren auch, wie man die in Haus und Hof meist unwillkommenen Eindringlinge einigermaßen wirksam und umweltverträglich wieder loswerden kann.

ACHTUNG: Dies ist eine Veranstaltung der Stadtgruppe Stuttgart. Bitte melden Sie sich hier an.

Treffpunkt: 11. Mai, 18:00 Uhr Stuttgart, Weberstr. 2, Geschäftsstelle des SHB.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung bitte bis 7. Mai.

Kostenbeitrag: Wir erheben für unsere Veranstaltungen – soweit nicht z.B. Eintrittsgebühren anfallen – in der Regel keine Teilnahmebeiträge mehr, sondern erbitten Spenden (mit denen wir unser Programmheft und „Deckungslücken“ bei Veranstaltungen mit Kosten für Honorare finanzieren)

Titelbild: Braunschwarze Rossameise (Camponotus ligniperda) (Bild: Richard Bartz, Munich Makro Freak – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, Link)

11. Mai. 2027, 18:00

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