Santiago Rusiñol: Garten von Aranjuez, Laube II, 1907, Öl auf Leinwand, 105 × 134,5 cm, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía (Foto © Archivo Fotografico Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía)
Ausstellung in der Kunsthalle München und Rundgang durch das neugotische Neue Rathaus
Veranstaltung Nr. 835
Leitung: Dr. Bernd Langner, Kunst- und Bauhistoriker, SHB-Geschäftsführer
Samstag, 21. November 2026 (Tagesfahrt)
Treffpunkt: 7.35 Uhr Stuttgart, Hauptbahnhof; Rückkehr gegen 20.00 Uhr
In Kooperation mit der Volkshochschule Herrenberg
Zugegeben: Im ersten Moment erschließt sich der Zusammenhang zwischen Barcelonas Aufbruch in die Moderne und dem pittoresken neugotischen Rathaus am Münchner Marienplatz nicht. Dennoch gibt es ihn: Zum einen befinden wir uns in derselben Zeitphase zwischen den 1870er- und 1880er-Jahren und dem Jugendstil, und zum zweiten gibt es bei der Frage, warum man sich ausgerechnet ausgangs des 19. Jahrhunderts zumindest in der Architektur da wie dort auf Stilelemente des Mittelalters zurückbezieht, eine bemerkenswerte Verbindung, denn auch am Anfang der Sagrada Familia steht ein neugotischer Plan. Ohne einen allzu bemühten Zusammenhang herstellen zu wollen, lohnt dennoch ein Blick auf die Zeitzusammenhänge in einem Europa des bürgerlichen Aufbruchs und aufstrebender Identitäten.
Im Mittelpunkt unserer Tagesexkursion steht die Ausstellung „Barcelona Moderna: Von Gaudí bis Picasso“ in der Kunsthalle. Um 1900 entwickelte sich Barcelona zu einem der dynamischsten Kulturzentren Europas. Zwischen industriellem Aufbruch, dem rasanten Wachstum der Stadt und sozialen Konflikten entstand hier der katalanische Modernisme – eine außergewöhnliche Kunstbewegung, die Architektur, Malerei und Design ebenso umfasste wie Musik und Literatur. Dabei ging es auch um das Ausloten des Verhältnisses von traditionellen Aspekten und modernen Impulsen sowie die (bis heute anhaltende) Suche nach einer katalanischen Identität. Zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten, denen wir in der Ausstellung begegnen, gehören neben Gaudí und Picasso weitere – häufig bei uns wenig bekannte – Protagonisten des Modernisme. Rund 140 Gemälde, Grafiken, Objekte, Möbel und Architekturmodelle zeigen die stilistische Bandbreite dieser Epoche und verorten sie in Barcelonas gesellschaftlichem und historischem Kontext, dessen Bezüge bis in die Pariser Bohème reichen.
Das nahegelegene Neue Rathaus München wurde 1867-1909 erbaut und ausgestattet. Der Sitz der Stadtverwaltung gibt sich im Rückgriff auf die Blüte des Bürgertums im Hohen Mittelalter ganz selbstbewusst bürgerlich und anti-royal und damit identitätsstiftend. Ähnlich ist auch die durch und durch bürgerliche Architektur der Brauhäuser zwischen Tradition und jugendstilig-volksnaher Gemütlichkeit zu sehen. Beides – Ausstellung und Rathaus – sind mit sachkundigen Führungen verbunden. Ein Besuch des Christkindlmarkts rundet den Besuch in München ab.
Bitte beachten Sie: Bei Drucklegung dieser Ausschreibung konnten noch keine Gruppenführungen bei der Kunsthalle München reserviert werden. Die Durchführung steht daher unter einem kleinen Vorbehalt. Wir gehen aber davon aus, dass wir fahren können.
Preis:
€ 129,– pro Person (inkl. Bahnfahrt Stuttgart – München – Stuttgart, ICE 2. Klasse, Führungen, Eintritte)
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