Abtei in Baume-les-Messieurs | JGS25 – Own work, CC BY-SA 4.0, LINK
Reise Nr. 10
Entdeckungen zwischen Saône, Rhône und Alpen mit kleinen Wanderungen
Leitung: Dr. Raimund Waibel
Sonntag, 19. September 2027, bis Sonntag, 26. September 2027 (8 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof
Zustieg: 9.00 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof
Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Die Landschaften zwischen dem Oberlauf der Saône und den Alpen, also die südliche Franche-Comté, mithin die habsburgische Freigrafschaft Burgund, die französische Bresse und der Landstrich östlich und südöstlich von Lyon stellen – abseits der Flusstäler – auch für gute Frankreichkenner oft mehr oder weniger weiße Flecken auf der Landkarte dar. Das ist erstaunlich, denn in diesen vom Oberlauf der Rhône und der Isère durchflossenen so pittoresken wie geschichtsträchtigen Landschaften stößt man auf eine Fülle interessanter und sehr lohnender Reiseziele. Und diese sind erfreulicherweise vom Massentourismus meist noch nicht entdeckt. Dies freut den Kulturtouristen, die Tourismusindustrie vor Ort vielleicht weniger.
Unter den religionsgeschichtlichen Höhepunkten unserer Reise sind vor allem prächtige Abteien und Klosterkirchen aus dem Mittelalter und der Renaissance zu nennen, teils mit höchst bedeutsamer romanischer Wandmalerei – wie in Saint- Chef mit Szenen der Apokalypse – und prächtiger Glasmalerei, wie etwa in Ambronay. Erstaunlich oft stößt man auf spätgotische Anlagen, unter ihnen ein echtes Juwel, das Königskloster Brou mit den einzigartigen Gräbern der Erzherzogin Margarete von Österreich (1480–1530), ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter.
In dieser Grenzlandschaft zwischen Frankreich und Savoyen sind Burgen naturgemäß wichtige Landmarken. Und unter ihnen ist der „Lost Place“ des verlassenen Dorfs Quirieu hoch über der Rhône mit seiner Burg ein besonders romantischer und pittoresker Ort. Wer sich aber für mehr als „nur“ für Klöster, Burgen, Schlösser und mittelalterliche Zeugnisse interessiert, wird auf dieser Reise mit ganz außergewöhnlichen und selten besuchten Orten belohnt: etwa mit einem prächtigen historischen Bauernhof in der Bresse, mit einem Walnussmuseum an der Isère, mit atemberaubenden Zeugnissen der Seidenindustrie seit dem 17. Jh. (Handwerk, Technik und Mode), mit einem modellhaften klassizistischen Salinenbau des späten 18. Jh.s oder einem riesigen surrealistischen, verrückten Bauwerk naiver Kunst. Das sind ungewohnte, „moderne“ Kulturreise-Themen, die Türen zu einer neuen Welt aufstoßen. Wieder führt uns eine Studienreise Ende September – wenn die Temperaturen wieder „studienreisefreundlich“ sind – in eine Landschaft, in der sich die Straßen noch der Landschaft anpassen und nicht umgekehrt, zudem in ein Gebiet traditioneller französischer Gastronomie und klassischen Weinbaus, des berühmten „Bugey“ und des „Arbois“. Und wie immer verbinden wir die Besichtigungen hie und da mit einer kurzen Wanderung, auf der wir Natur und Landschaft ganz nah erfahren.
1. Tag: Auftakt im Jura Durch die Oberrheinebene und die Burgundische Pforte in den Jura/Franche- Comté. Ausführliche Besichtigung von Kirche und Kloster der in herrlicher Landschaft in einem einsamen Juratal vor einer Felswand gelegenen Abtei Baumeles- Messieurs (Kirche, Klostergebäude (Herkunft des ersten Abts von Cluny), Museum), eines markanten Baus der ganz frühen Romanik um 1000 n. Chr. Übernachtung im Raum Tournus an der Saône.
2. Tag: Monastische Romanik und bäuerliche Bresse Nach einem kleinen Rundgang durch den mittelalterlichen Ortskern von Tournus besteht endlich einmal Zeit für eine eingehende Besichtigung der mächtigen Abteikirche Saint-Philibert (mit frühestromanischem Westwerk, ca. 980 n. Chr.) mit Klostergebäuden und kleinem Museum. Unerwartet, aber typisch für die Bresse ist die Backsteinromanik von Saint-Nizier-le- Bouchoux. Danach Perspektivenwechsel: Besuch eines typischen historischen Bresse-Bauernhofs (15. Jh.). Die prächtigen romanischen Kirchen von Saint-André-de-Bâgé und Illiat (unlängst entdeckte romanische Fresken!) beschließen den Tag. 3 Übernachtungen in Bourg-en-Bresse.
3. Tag: An der Seenplatte der Bresse Direkt vor den Toren der Stadt liegt das spätgotische „Königliche Kloster“ Brou mit dem berühmten Grabmal der Erzherzogin Margarete von Österreich (Tochter Maximilians I.) und ihres Mannes Philibert II. von Savoyen, ein Höhepunkt filigraner burgundischer Steinmetzkunst; Rundgang, Kirche, Kreuzgang und Gemäldegalerie (Werke von den großen Flamen des Spätmittelalters bis ins 19. Jh.). Nachmittags stehen in Vandeins die Romanik und danach der heilige Curé von Ars an (1786–1859, Ausstellung und anrührendes Wachsfigurenkabinett). Rückfahrt zum Hotel durch die Seenplatte der Bresse über Saint-Paul-de-Varax (für die Bresse seltenes romanisches Tympanon). Zeit für einen kleinen Bummel und Apéritif in Bourg-en-Bresse.
4. Tag: Von der Saône zum Oberlauf der Rhône Nach dem Dorf Meillonnas mit den überraschenden, italienisch beeinflussten gotischen Fresken in der Kirche Saint-Oyen (14./15. Jh.) verlassen wir die Bresse und erreichen in Jujurieux die Landschaft Bugey an der Grenze zu Savoyen (Seidenmuseum Bonnet, einst eine der größten und bedeutendsten Seidenfabriken Europas), danach in Ambronay das Benediktinerkloster Notre-Dame (Spätgotik mit herrlichem Chorfensterzyklus, um 1420). Ein Spaziergang mit kleinem Anstieg (15 min.) zur nahe gelegenen savoyischen Burg Les Allymes (Besichtigung, Panorama!) beschließt den Tag.
5. Tag: Seitensprung zur Isère Hoch über der Rhône mit herrlichen Blicken auf den Fluss verbringen wir den Morgen mit einer kleinen gemütlichen Wanderung (ca. 1,5 Stdn.) in einem „Lost Place“, den romantischen Ruinen von Dorf und Burg Quirieu. Auf dem Weg zur Isère Besuch eines ehemaligen Fabrikbaus der Seidenindustrie des 19. Jh.s mit angegliedertem Arbeiterinnenpensionat (Boussieu oder Saint-Siméon-de-Bressieux, je nach Zugänglichkeit). Die pittoreske Burgruine von Bressieux beschließt den Tag. Übernachtung in Romans-sur-Isère.
6. Tag: Kulturgeschichte auf dem Plateau de Chambaran Walnuss und Kastanie waren landschaftsprägende Kulturen der historischen Landwirtschaft des Isère. Nach dem Besuch des Walnuss-Museums in Vinay stoßen wir in Saint-Antoine auf den Jakobsweg. Rundgang in der historischen Altstadt, Besuch des Klosters (gotische Klosterkirche, Museum zum Antoniterorden, Pharmazie-Ausstellung). Nach einem Blick auf das romanische Antoniterpriorat von Marnans steht der skurrile Höhepunkt des Tages an, das surrealistische „Palais idéal du facteur Cheval“ in Hauterives: naive Kunst als Lebenswerk eines einfachen Landbriefträgers. Übernachtung in Vienne.
7. Tag: Bunte Apokalypse und schwarzer Schiefer Die Doppelkapelle der Klosterkirche von Saint-Chef birgt die mit bedeutendsten romanischen Fresken Frankreichs (Führung und ausführliche Besichtigung). Um die Mittagszeit in Annoisin-Chatelans Besuch des „Musée de La Lauze“ (Schieferdach- Museum). Auf der Weiterfahrt in die Franche-Comté liegt Crémieu (stimmiger spätmittelalterlicher Stadtkern, Stadttor und Befestigungen, Augustinerkapelle mit Fresken, Markthalle). Übernachtung in Lons-le-Saunier.
8. Tag: Zurück nach Stuttgart Ein letzter Höhepunkt zum Schluss: die königlichen Salinen von Arc-et-Senans, geplant unter Ludwig XV. als erster Schritt zu einer klassizistischen Idealstadt, heute UNESCO-Weltkulturerbe. Dann über das Elsass und die Oberrheinische Tiefebene zurück nach Stuttgart.
Für die kleinen Wanderungen sind gute Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung erforderlich.
In Kooperation mit der Volkshochschule Herrenberg.
Leistungen:
- Taxiservice
- Fahrt im modernen Reisebus
- fachlich qualifizierte Reiseleitung
- 7 Übernachtungen mit Frühstück in einem Hotel der guten Mittelklasse, Zimmer mit Dusche/WC
- 7 Abendessen
- alle Führungen und Eintrittsgelder
Preis:
€ 3080,- pro Person im Doppelzimmer
€ 3455,- pro Person im Einzelzimmer
Außer beim Frühstück sind Getränke zu den Mahlzeiten nicht im Reisepreis enthalten.
Reisepapiere
Gültiger Personalausweis oder Reisepass für deutsche Staatsangehörige
Zu Versicherungen, Mindestteilnehmerzahl, Gruppengröße, Absage- und Stornofristen sowie
Rückkehrzeiten siehe Allgemeine Hinweise
Reise buchen
Unsere Studienfahrten und Exkursionen sind bei unserem Partner Hartmann Reisen in Rottenburg-Oberndorf buchbar. Direktlink: https://www.hartmann-reisen.eu
Sie können auch eine E-Mail schreiben an info@hartmann-reisen.eu oder anrufen (Mo-Fr 9-17 Uhr) unter 07073 915-00. Es ist zunächst auch weiterhin möglich, sich beim Schwäbischen Heimatbund anzumelden; wir leiten Ihre Anmeldung gerne weiter. Die Abwicklung erfolgt auf jeden Fall über Hartmann Reisen. Einen Reisekatalog senden wir Ihnen übrigens gerne zu.
