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Prof. Dr. Ulrike Plate | Landeskonservatorin

Ulrike Plate ist Abteilungsdirektorin im Landesamt für Denkmalpflege und für die Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg zuständig. Seit vielen Jahren ist sie im Schwäbischen Heimatbund engagiert, als Mitglied in der Jury des Denkmalschutzpreises und im Redaktionsbeirat der Schwäbischen Heimat.

Was steht im Mittelpunkt Ihrer täglichen Arbeit als »Landeskonservatorin« und was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Im Mittelpunkt meiner täglichen Arbeit stehen die über 100 Kolleginnen und Kollegen, die sich landesweit für die Erforschung und den Erhalt der Bau- und Kunstdenkmale einsetzen. Wir sind einerseits gefordert durch eine hohe Personalfluktuation und haben andererseits nach wie vor nicht genug Stellen, um die Aufgaben zu bewältigen. Besonders am Herzen liegt mir, die Vorteile einer Beratung durch unser Haus deutlicher in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Dazu gehören stärker strukturierte und zügigere Verfahrensabläufe, dazu gehören mehr standardisierte Vorgaben für Regelfälle, dazu gehört insbesondere aber auch, dass sich unsere Referentinnen und Referenten stärker auf Fälle konzentrieren, die aufgrund der Komplexität der Sachverhalte des besonderen fachlichen Sachverstandes der Fachbehörde bedürfen.

Wo könnte der SHB die Landesdenkmalpflege noch mehr unterstützen? Was wünschen Sie sich?

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Prof. Dr. Ulrike Plate, Foto: Regierungspräsidium Stuttgart, Melin Gueler, 2020

Der SHB ist ein wichtiger Partner der Landesdenkmalpflege. Dies spiegelt sich auch darin, dass in fast allen Gremien Vertreter unseres Hauses mitwirken. Wir freuen uns, wenn der SHB sich zu denkmalrelevanten Themen positioniert, durch öffentliche Stellungnahmen oder auch durch entsprechende Schreiben in den politischen Raum. Vielleicht könnte der SHB noch stärker auf die Zielgruppe derjenigen zugehen, die sich für den Erhalt eines Denkmals einsetzen. Hier gibt es neben Denkmaleigentümern auch viele Fördervereine oder in anderer Form ehrenamtlich Engagierte, die sich möglicherweise über Informationen, Fortbildungen oder einfach nur ein Netzwerk freuen würden.

Welchen Stellenwert hat der Denkmalschutzpreis, den der SHB in Partnerschaft mit dem Landesverein Badische Heimat vergibt, im Land Baden-Württemberg?

Wenn ich ehemaligen Denkmalschutzpreisträgern begegne, so lassen diese das nie unerwähnt und berichten voller Stolz davon. Auch Architekten oder Handwerker verweisen gerne auf ihre Mitwirkung an einem prämierten Projekt. Der Denkmalpreis wird als eine Wertschätzung wahrgenommen und gilt als Qualitätssiegel. Ich würde dem Preis eine noch größere öffentliche Wirksamkeit wünschen. Ich fände es gut, wenn der Preis stärker als DER Denkmalpreis Baden-Württembergs vermarktet werden könnte.

Hilft eine Mitgliedschaft im SHB auch dem Denkmalschutz?

Ganz unbedingt. Um gesellschaftlich und politisch Gewicht zu besitzen, braucht ein Verein mehr als seine große Tradition oder seine qualitätvolle Arbeit. Es ist unbedingt von Vorteil, wenn er auch auf seine Mitgliederstärke verweisen kann. Außerdem lebt ein Verein von seiner Diversität, die sich auch in der Altersstruktur widerspiegelt. Junge Leute sind auch heute außerordentlich stark gesellschaftspolitisch engagiert. Gerade der Klimaschutz steht im Fokus des Interesses. Da hat der Schwäbische Heimatbund viele Anknüpfungspunkte zu bieten. Die Denkmalpflege als wissenschaftliche Methode der Ressourcenschonung ist da nur ein Baustein, für den sich bürgerschaftliches Engagement lohnt.

Das Interview führte Hanne Knickmann im September 2021

Profil und Kontakt von Prof. Dr. Ulrike Plate im Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

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