Titelbild eines Buches

Manfred Thierer: Beseeltes Land. Zeichen der Frömmigkeit im westlichen Allgäu

Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Heimatpflege im württembergischen Allgäu, Kißlegg 2021. 144 Seiten mit über 300 überwiegend farbigen Abbildungen. Gebunden 25 €. ISBN 978-3-00-067080-0 (zu bestellen über die Gemeinde Kißlegg)

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Mit diesem umfangreichen, sehr gut bebilderten Buch über Zeichen der Frömmigkeit in der Landschaft des westlichen Allgäus hat der Autor Manfred Thierer seiner langen Publikationsliste ein weiteres hinzugefügt. Thierer ist einer der besten Kenner der Kulturlandschaft im Voralpengebiet zwischen Bodensee, Donau und Lech. Kein Phänomen, mit dem er sich nicht schon beschäftigt hätte: Kleindenkmale, Flusslandschaften, Siedlungs- und Hausformen, Bauernhöfe, Volkskunst und vieles mehr. Beseeltes Land ist der sprechende Titel für eine Darstellung der unterschiedlichsten Zeichen und Hinterlassenschaften von (Volks-)Frömmigkeit im württembergischen Allgäu, darunter vor allem Feldkreuze und die sogenannten Arma- Christi-Kreuze, Bildstöcke und Kreuzwege, aber auch Kapellen an Höfen und in der freien Landschaft, Pfarrhäuser und deren Nebengebäude, Friedhöfe und ihre mannigfaltigen Ausstattungen, Wallfahrtsorte und Klöster sowie Spitale und Leprosenhäuser. Schon allein an dieser Vielfalt der Glaubenszeichen und -zeugnisse ist zu erkennen, in welchen Formen und Ausprägungen sich Frömmigkeit in dieser besonderen Landschaft ausdrückt.

Der Publikation voraus ging ein mehrjähriges Projekt der Arbeitsgemeinschaft Heimatpflege, möglichst alle Elemente zu erfassen und zu systematisieren, welche die heimatliche Landschaft prägen – immer in der Absicht, das Gewachsene und historisch Geprägte zu erkennen, zu erhalten und ebenso respekt- wie rücksichtsvoll weiterzuentwickeln. Nahezu 7.000 Objekte des Natur- und Kulturerbes wurden auf diese Weise inventarisiert.

Thierers Verdienst ist es, diese Fülle an Objekten und Informationen zu ordnen und daraus eine Auswahl zu treffen, um sie der für die Besonderheiten der Kulturlandschaft empfänglichen Leserschaft auf lesenswerte, nie akademisch wirkende Weise aufzubereiten. Jede Themengruppe wird ausführlich mit ihrer jeweiligen Geschichte und Bedeutung dargestellt und perfekt illustriert: Warum wurden sie errichtet? Warum gibt es im Allgäu so auffallend viele davon? Wie erklärt sich die Vielfalt an Formen? So ausführlich das Buch geworden ist, ist man fast geneigt, von einer »Kleinen Enzyklopädie der Glaubenszeichen« im württembergischen Allgäu zu sprechen. Für die Bewohner der Region ist die Publikation fast schon ein Muss. Für jene, die sich anschicken, dort einmal die Ferien oder ein langes Wochenende zu verbringen, gibt es eine wichtige Hilfestellung, nicht achtlos an den Dingen vorüberzugehen.

Bernd Langner

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