Ansicht des Gräberfeldes X (Von Marek Wojciechowski (Mewa767) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, LINK)
Ausstellungsbesuch sowie Besuch des „Gräberfeld X“ auf dem Stadtfriedhof Tübingen
Veranstaltung Nr. 832
Führung: Prof. Dr. Benigna Schönhagen, Historikerin, Honorarprofessorin an der Universität Tübingen und Mit-Kuratorin der Ausstellung
Dienstag, 15. September 2026 (Führung)
Treffpunkt: 9.30 Uhr vor dem Haupteingang des Hauptbahnhofes Tübingen
Ende der Veranstaltung: ca. 17.00 Uhr am Hauptbahnhof Tübingen
Im Nationalsozialismus überschritt die Anatomie die ethischen Grenzen wissenschaftlicher Arbeit. Anatomen zogen nun bedenkenlos die Körper von hingerichteten NS-Opfern und anderen aus der „Volksgemeinschaft“ Ausgegrenzten für ihre Forschung und Lehre heran. Die Ausstellung am historischen Ort – im Gebäude der Alten Anatomie am Tübinger Österberg – zeigt, wie die Anatomie nach 1933 arbeitete und wer die Menschen waren, deren tote Körper in die Tübinger Anatomie gelangten.
Das Gräberfeld X des Tübinger Stadtfriedhofs diente dem Anatomischen Institut von 1849 bis 1963 als Begräbnisstätte. Seit 1952 gestaltete es die Stadt Tübingen zu einem Gedenkort um, an dem die Toten ewiges Ruherecht haben. 1990 wurden auch die Präparate von möglichen NS-Opfern, die bis dahin noch in der Anatomie und anderen medizinischen Sammlungen genutzt wurden, dort bestattet. Das Gräberfeld X erinnert auch an jene Menschen, die zwar keine Opfer des NS-Unrechtssystems geworden sind, aber Betroffene einer Jahrhunderte alten Praxis der anatomischen Leichenbeschaffung waren, die die Würde und das Selbstbestimmungsrecht dieser Menschen nicht achtete.
Preis:
€ 39,– pro Person (inkl. Führung)
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