Flandern das geschundene Herz Europas:

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Flandern das geschundene Herz Europas:

Von der Blüte des Spätmittelalters bis zu den Wunden von Ypern

Reise Nr. 7

Mit der Sonderausstellung "Van Eyck. Eine optische Revolution" und den frisch restaurierten Tafeln des Genter Altars

Leitung:Dr. Albert de Lange

Mittwoch, 22. April 2020 bis Dienstag, 28. April 2020 (7 Reisetage)
Abfahrt: 7.30 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof (Rückkehr ca. zwischen 18.30 und 20.00 Uhr)
Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 8.30 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof (Rückkehr ca. zwischen 17.30 und 19.00 Uhr)
unverbindliche Zeitangaben, Änderungen vorbehalten.

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Flandern, Heimat der niederländisch Sprechenden im Königreich Belgien, umfasst drei Provinzen der ehemaligen Niederlande der frühen Neuzeit, nämlich Flandern (mit Städten wie Brügge, Gent und Ypern), Brabant (mit Antwerpen, Brüssel und Mechelen) und Limburg.

Die Entstehung der Niederlande war den Herzögen von Burgund zu verdanken, insbesondere Philipp dem Guten, der von 1419 bis 1467 regierte. Nach dem Tod seines Sohnes Karls des Kühnen 1467 wurden die Niederlande von den Habsburgern beerbt und von Kaiser Karl V. zu einem staatlichen Gebilde zusammengeschlossen. Um 1550 umfassten sie 17 Provinzen, etwa im Umfang der heutigen Beneluxstaaten. Erst später teilten sich die Niederlande auf drei Staaten auf: die Niederlande, Belgien und Luxemburg. Die heutige belgische Region Flandern erlebte in Spätmittelalter und früher Neuzeit eine wirtschaftliche Blüte und gehörte zu den reichsten Gebieten Europas. Auch kulturell war sie hoch entwickelt. Nicht nur Kirchenmänner, auch die burgundischen Herzöge und Händler förderten Kunst, Architektur und Wissenschaft, insbesondere in Antwerpen, Brügge, Brüssel und Gent.

Einen Höhepunkt flämischen Kunstschaffens bilden die Werke der "altniederländischen" Maler Jan van Eyck (um 1390-1441), Rogier van der Weyden (um 1400-1464), Hans Memling (um 1435-1494) und Pieter Brueghel (um 1525-1569). Sie waren Meister der naturalistischen Darstellung von Menschen, Landschaften und Gebäuden. Das Museum für Schöne Künste in Gent widmet 2020 Jan van Eyck, der schon zu Lebzeiten in Europa berühmt wurde, die bisher umfassendste Ausstellung seiner Werke: "Van Eyck. Eine optische Revolution". Sie bringt gut die Hälfte seiner weltweit nur rund 20 Werke zusammen, darunter die restaurierten Außentafeln des Genter Altars, die man hier (einmalig!) einmal aus nächster Nähe betrachten kann, bevor sie nach Ende der Ausstellung dem Altar in der St. Bavo-Kathedrale hinzugefügt werden. Dazu werden wir weitere flämische Musiker, Architekten und Wissenschaftler aus dieser Zeit kennen lernen.

Auch landschaftlich hat Flandern viel zu bieten: Polderlandschaften, zahlreiche Flüsse (immer noch mit Gezeitenwirkung), schöne Strände, liebliche Hügel, pittoreske Städtchen. Das reiche, flache Flandern war jedoch auch immer wieder Bühne für Krieg zwischen Frankreich und Deutschland. Viele Städte und Dörfer wurden zerstört, insbesondere im Ersten Weltkrieg. Brügge blieb jedoch wie durch ein Wunder ausgespart und ist heute das Juwel Belgiens. Auf unserer Reise lernen Sie die lange, bewegte Geschichte Flanderns vom Mittelalter bis zum Zweiten Weltkrieg kennen. Ein Gespräch mit einem Gast informiert über die aktuelle Situation, insbesondere über den Streit zwischen Flamen und Wallonen.

1. Tag: Lüttich - eine geschändete Stadt:Stuttgart - Karlsruhe - Lüttich: Das alte Fürstbistum Lüttich war das einzige größere Gebiet innerhalb der Niederlande, dessen sich die Burgunder und Habsburger nicht bemächtigen konnten; es blieb bis 1795 selbstständig. Kaum eine Stadt in Belgien hat im 20. Jh. so unter beiden Weltkriegen gelitten. Rundgang durch die Altstadt mit dem weitläufigen Platz Saint-Lambert. Hier steht auch der Renaissancepalast der Fürstbischöfe von Lüttich. Die alte Kathedrale wurde infolge der französischen Revolution zerstört. Übernachtung . Übernachtung direkt am Park La Boverie.

2. Tag: Löwen, Flanderns erste Universitätsstadt: Die Leonardus-Kirche von Zoutleeuw ist eine der wenigen Kirchen in Flandern, die 1566 nicht vom Bildersturm betroffen waren und auch von späteren Zerstörungen oder baulichen Eingriffen verschont blieben. Sie enthält viele Kunstwerke. Berühmt ist das 18 m hohe Sakramentshaus mit 200 Figuren. In Löwen lehrte unter anderen Erasmus von Rotterdam. Viele alte Häuser und die Universitätsbibliothek wurden am 25. August 1914 von den deutschen Truppen zerstört. Trotzdem sind in der Stadt noch zahlreiche schöne Bauwerke erhalten, insbesondere das spätgotische Rathaus und die Sint Pieterskerk, ein Hauptwerk der brabantischen Gotik. Weiter nach Blankenberge an der Nordseeküste (abendliche Strandwanderung, 3 Übernachtungen).

3. Tag: Ypern und der Erste Weltkrieg: Die Gedenkfeiern sind zwar vorbei, aber im flandrischen Westhoek (Westecke) ist der Erste Weltkrieg noch immer allgegenwärtig. Etwa 170 Soldatenfriedhöfe zeugen von dem Schützengrabenkrieg, der hier vier Jahre lang gewütet hat. Mehr als 25.000 deutsche Soldaten ruhen auf dem Friedhof in Vladslo. Beim Eintreten blickt man auf die Figurengruppe "Trauerndes Elternpaar" von Käthe Kollwitz. Die reiche mittelalterliche Stadt Ypern wurde im Ersten Weltkrieg völlig zerstört. Hier besuchen wir das bewegende "In Flanders Field Museum" in der wiederaufgebauten mittelalterlichen Tuchhalle. Abendessen in einem Fischrestaurant in Blankenberge.

4. Tag: Das Prunkjuwel Flanderns - die Hansestadt Brügge: In Brügge, im Spätmittelalter ein Hauptzentrum der Hanse, sind zahllose Denkmäler aus dem 15. und 16. Jh. erhalten geblieben. Das Groeninge-Museum beherbergt eine weltberühmte Sammlung flämischer Maler. Ein weiterer Höhepunkt ist das St. Jans-Hospital mit Gemälden von Hans Memling. Es vermittelt einen erstaunlichen Eindruck davon, wie es vor Jahrhunderten in einem Krankenhaus aussah. Wunderbar ist auch der Beginenhof, heute UNESCO-Weltkulturerbe. Er zeigt, welche große Bedeutung Frauen im kirchlichen Leben der Stadt hatten. Daneben liegt der bezaubernde "Minnewater" (Liebessee). Abends: Gespräch mit einem Gast über das aktuelle Verhältnis zwischen Flamen und Wallonen in Belgien.

5. Tag: Auf dem Land in Flandern: In Jabbeke zeigt ein kleines schönes Museum Werke des flämischen Expressionisten Constant Permeke (1886-1952) - ein Maler, der in Deutschland zu Unrecht kaum bekannt ist. Malerisch an der Schelde liegt das für seine Tapisserien berühmte Städtchen Oudenaarde. Es besitzt eines der schönsten Rathäuser Flanderns. Im nahe gelegenen Horebeke befindet sich das einzige Museum für die Geschichte des Protestantismus in Belgien. 2 Übernachtungen in Gent im Hotel Monasterium Poortackere (ehemaliges Kloster, eine Oase der Ruhe im Stadtzentrum).

6. Tag: Jan van Eyck und Gent: Mit nur 250.000 Einwohnern steht Gent zwar nach den Großstädten Brüssel und Antwerpen wirtschaftlich an dritter Stelle in Belgien, hat sich aber mehr als diese beiden Städte sein mittelalterliches Antlitz bewahrt. Der Vormittag gilt der Sonderausstellung "Van Eyck. Eine optische Revolution". Nachmittags widmen wir uns in der St. Bavo-Kathedrale dem frisch restaurierten, nun endlich wieder zu sehenden Altar "Lamm Gottes" der Brüder Hubert und Jan van Eyck. Eine Bootstour durch Gents Kanäle beschließt den Tag.

7. Tag: Durch die Ardennen nach Hause: Über Saint Hubert mit seiner barock ausgestalteten Basilika Sankt Peter und Paul geht es zurück nach Karlsruhe und Stuttgart.

Leistungen:

Preis:

1.620,- pro Person im Doppelzimmer
1.840,- pro Person im Einzelzimmer

Außer beim Frühstück sind Getränke zu den Mahlzeiten nicht im Reisepreis enthalten.

Reisepapiere für deutsche Staatsangehörige:

gültiger Personalausweis oder Reisepass

Zu Mindestteilnehmerzahl, Absagefrist und Gruppengröße siehe die Allgemeinen Hinweise