Personen legen einen Leichnam in ein Grab

Vor Dürer. Der frühe Kupferstich

(Titelbild: Martin Schongauer: Grablegung, um 1480 – Museum of Art, Rhode Island School of Design, public domain, Link)

»Vor Dürer. Der frühe Kupferstich« – Städel sowie Romantikmuseum Frankfurt am Main

Führung: Sabine Lutzeier M.A.

Samstag, 1. Oktober 2022 (Tagesfahrt) [Reisenr. 804]
Abfahrt: 7.45 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustieg: 8.30 Uhr “Parken und Mitnehmen” an der Autobahnausfahrt Heilbronn-Untergruppenbach

Preis (inkl. Fahrt im modernen Reisebus, Führungen, Eintritte): € 141,– pro Person

Der Epoche der deutschen Romantik kommt eine einzigartige Schlüsselrolle im Geistesleben zu: Mit ihrer Betonung auf das Seelen-Leben, die Empfindung und Ent-Faltung von Freiräumen wurde sie in Literatur und Bildender Kunst zur Grundlage für die Moderne. Seit September 2021 widmet sich das Romantik-Museum am Frankfurter Hirschgraben (unmittelbar neben dem Goethe-Haus) als weltweit erstes Museum der Zeit der Romantik als Ganzes. Herausragende Originale werden mit neuen Ausstellungsformen und im Dialog mit dem benachbarten Goethe-Haus präsentiert: Was sich damals als Synästhesie im Sinne erweiterter Sinnes-Eindrücke ausformte, wird zweihundert Jahre später multimedial mit Ideen, Werken und Personenbezügen in neues Licht gerückt.

Die schöpferische Fantasie der Romantik mit ihrer Spiritualität und ausdrucksstarken Poesie weist gerade heute wieder einen Weg zu wesentlichen Aspekten menschlicher Kreativität. Im 19. Jahrhundert war es die von der Romantik geprägte Kunstwissenschaft, welche die Schönheit und den Zauber früher Kupferstiche wiederentdeckte und diese mit sehnsüchtigem Blick auf das deutsch(sprachig)e Mittelalter als unmittelbar und ursprünglich wahrnahm. So erwarb der damalige Sammlungsinspektor Passavent des Städel Museums schon Mitte des vorletzten Jahrhunderts für dieses einen bedeutenden Bestand von nur in seltenen Abzügen erhaltenen Graphiken.

Als noch vor Mitte des 15. Jahrhunderts der Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden wurde, bedeutete dies nichts Geringeres als die Revolution der Bilder-Welt. Nach dem Holzschnitt entwickelte sich der technisch aufwändigere Kupferstich um 1430/40 aus der Gravierkunst der Goldschmiede. Er eröffnete für die Vervielfältigung religiöser oder profaner Bilder neue gestalterische Möglichkeiten, wie die des von 1440/50 – 1467 tätigen, sogenannten Meisters E.S. Mit Martin Schongauer (um 1445–1491) fand der Kupferstich im ausgehenden Mittelalter zu künstlerischer Blüte. Besondere Graphiken von Israhel van Meckenem und zuletzt des frühen Dürers (Sohn eines Nürnberger Goldschmieds) machen diese großartige Linienkunst beim nachmittäglichen Besuch der Sonderausstellung im Städel Museum erlebbar.

1. Okt. 2022, 7:45-19:00

Städel u. Romantikmuseum Frankfurt/M

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