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Russische Kunst, Literatur und Musik in Baden-Baden

Museum Frieder Burda Baden-Baden | Bildhinweis: Von A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

… und einstige kulturelle Mittelpunkte russischer, deutscher und französischer Kultur entlang der Oos

Mit Besuch der Sonderausstellung “Impressionismus in Russland” im Museum Frieder Burda

Reise Nr. 74

Leitung: Sabine Lutzeier M.A.

Samstag, 3. Juli 2021 (Tagesfahrt)

Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustieg: 9.00 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof

In der Saison 1814 wurde Baden-Baden zur “Sommerhauptstadt Europas”. In der Kurstadt erholten sich hochrangige Militärs verschiedener Nationen. Zuvor noch erbitterte Feinde, begegnete man sich nun unbeschwert auf der Lichtenthaler Allee, in der Spielbank, in denselben Hotels und tanzte im heutigen Kurhaus auf den großen Bällen. Viele der russischen Gäste, Großgrundbesitzer von erblichem Adel, brachten bis zum Ende des preußisch-französischen Krieges und der Schließung aller Spielbanken die Stadt an der Oos zum Leuchten. Die Verbindung der Häuser Romanow und Baden nahm mit der Eheschließung Großfürst Alexanders (1777–1825) mit Prinzessin Luise von Baden (1779–1826) ihren Anfang. Als spätere Zarin Elisabeth besuchte sie das Zisterzienserinnenkloster Lichtenthal.

Zahlreiche Verflechtungen seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts prägten das gesellschaftliche Leben des Kurortes und machten Baden-Baden zu einem Zentrum russischer Literaturgeschichte. Nikolaj Gogol traf hier 1836 beim ersten Besuch seine Muse, Fjodor Dostojewskj quälte sich spielsüchtig in Begleitung seiner zweiten Frau Anna “volle sieben Wochen lang”. Auch Leo Tolstoj brachte 1857 mit finanzieller Unterstützung seines russischen Land- sitz-Nachbarn Iwan Turgenjew am Roulette-Tisch zu, bevor er sich moralisch völlig wandelte. Turgenjews Villa (“Zauberschloss” genannt) wurde zum kulturellen Zentrum der Stadt. Unter seiner Vermittlung war Baden-Baden bis 1871 “kulturelles Treibhaus” für Kollegen wie Theodor Storm und Musiker wie Johannes Brahms und Clara Schumann. Auch das preußische Königs- und das badische Großherzogspaar lauschten hier bei Matineen in der extra dafür erbauten Tonhalle den Klängen von Viardots Kompositionen nach Turgenjews Libretti.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich viele Künstler in Russland von Themen und Malweise der französischen Impressionisten inspirieren lassen. Wie diese arbeiteten sie nun ‚plein air‘ und spürten mit Szenen aus dem russischen Alltag der Flüchtigkeit des Moments nach. Für die spätere Avantgarde, angefangen von Ilja Repin, über Natalja Gontscharowa, Michail Larionow bis zu Kasimir Malewitsch wurde das Studium des Lichts zu einem Schwellenstadium. Eine Sonderausstellung im Museum Frieder Burda macht mit Leihgaben der Moskauer Tretjakow-Galerie und des Potsdamer Barberini-Museums die ungeheure Strahlkraft der internationalen Bildsprache des Impressionismus um 1900 deutlich.

Programm in Baden-Baden:

Museum Frieder Burda (Ausstellung “Impressionismus in Russland”) – Zisterzienserinnenkloster Lichtenthal – Lichtenthaler Allee – Rundgang zu den Zentren des kulturellen Lebens von Turgenjew, seiner Kollegen, Freunde, Bekannten und anderer schillernder Persönlichkeiten – russisch-orthodoxe Kirche zur Verklärung Christi (1882 erbaut anläßlich der Heirat Prinz‘ Wilhelm von Baden mit der russischen Zarenenkelin Prinzessin Maria Maximilianowna von Leuchtenberg).

Leistungen:

  • Fahrt im modernen Reisebus
  • fachlich qualifizierte Reiseleitung
  • alle Führungen
  • alle Eintrittsgelder

Preis: € 141,– pro Person

3. Jul. 2021, Ganztägig

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