Von Schorle - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9833519

Jüdisches Leben im Taubertal

Zwergengalerie Schloss Weikersheim | Bildhinweis: Von Schorle – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Reise Nr. 58

Leitung: Cornelia Strauß

Donnerstag, 22. April 2021 (Tagesfahrt)

Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustieg: 8.45 Uhr “Parken und Mitnehmen” an der Autobahnausfahrt Heilbronn-Untergruppenbach

Niemand hätte im Jahr 1999 vermutet, dass im malerischen Creglingen einst ein stattliches Museum Kultur und Geschichte jüdischer Einwohner im Taubertal präsentieren würde. Ein zufälliger Hausverkauf im Ortskern brachte alles in Bewegung: die Schenkung aus Übersee und die rührige Unterstützung durch den Bürgermeister und engagierte Anwohner. Sie konzipierten in historischer Kulisse ein umfangreiches Museum zur Geschichte der jüdischen Gemeinden in Archshofen und Creglingen. Seit 20 Jahren bietet es nun Raum für Sonderausstellungen, Konzerte, Lesungen, Begegnungen.

Seit dem 13. Jahrhundert sind Juden im Taubergrund bezeugt. Doch erst eine zweite Ansiedlungsgeschichte im 17. Jahrhundert durch lokale Herren wie den Deutschorden in Mergentheim, die Grafen von Hohenlohe in Weikersheim, die Grafen von Hatzfeld in Niederstetten brachte den Beginn einer fruchtbaren Geschichte jüdischen Lebens und des Zusammenlebens zwischen Christen und Juden in der Region. Zwischen Archshofen und Bad Mergentheim entstanden jüdische Gemeinden mit Schul- und Gebetshäusern, Synagogen, drei Friedhöfen. Sie bestanden kontinuierlich mehr als 300 Jahre lang bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Der jüdische Bevölkerungsanteil lag hier über dem Reichsdurchschnitt. In Niederstetten erreichte er 1843 gar elf Prozent.

Am 25. März 1933 stürzte das friedliche Leben jäh zusammen: Creglinger Juden waren die ersten Todesopfer organisierter Ausschreitungen der Nationalsozialisten gegen die jüdische Bevölkerung in Württemberg. Ein Heilbronner SA-Trupp verschleppte 16 Juden auf das Creglinger Rathaus und misshandelte die Männer so brutal, dass zwei Opfer an den Folgen starben. Am Beispiel von Creglingen und Weikersheim besichtigen wir Orte des jüdisch-christlichen Alltags, die Creglinger Gedenkstätte in Erinnerung an die ersten Gräuel des Nationalsozialismus und dort wie auch in Niederstetten verschiedene Formen einer zeitgemäßen Erinnerungskultur an die Geschichte jüdischer Landgemeinden im Taubertal.

Programm:

Creglingen (Rundgang auf jüdischen Spuren, ehemalige Synagoge, Schulhaus, Wohnhäuser, Besichtigung des Alten Rathauses mit Gedenkraum sowie Jüdisches Museum) – Fahrt über Niederstetten (Gelegenheit zum Mittagessen) nach Weikersheim (Altstadt mit der Straße der ehemaligen Synagoge sowie Schlossgarten mit barocker Steinskulptur des jüdischen Hofbankiers Lämmle).

Männer werden gebeten, für den Besuch der jüdischen Gedenkstätten eine Kopfbedeckung mitzunehmen.

Leistungen:

  • Fahrt im modernen Reisebus
  • fachlich qualifizierte Reiseleitung
  • alle Führungen
  • alle Eintrittsgelder

Preis: € 119,– pro Person

22. Apr. 2021, Ganztägig

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