Von Windrider105 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49122395

Durch den Südosten des Hochschwarzwalds

Wasserfall in der unteren Rötenbachschlucht | Bildhinweis: Von Windrider105 – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Reise Nr. 66

Leitung: Prof. Dr. Hansjörg Küster

Abreise: Mittwoch, 19. Mai 2021
Rückreise: Freitag, 21. Mai 2021 (3 Reisetage)

Abfahrt: 9.00 Uhr Echterdingen, S-Bahnhof (Rückkehr ca. zwischen 18.30 und 20.00 Uhr)
Zustieg: 9.30 Uhr “Parken und Mitnehmen” an der Autobahnausfahrt Herrenberg
(Rückkehr ca. zwischen 18.00 und 19.30 Uhr)

unverbindliche Zeitangaben, Änderungen vorbehalten

Der Blick auf Landschaft soll immer ganzheitlich sein, er ist der “Totaleindruck einer Gegend”, wie Alexander von Humboldt schrieb. Da hängen viele Dinge miteinander zusammen: Natur und Kultur, der geologische Untergrund und die Pflanzen, die darauf wachsen, Wälder und Bauwerke, Zeugnisse der Technik-, Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte, Dorf und Stadt. Und die Vergangenheit wirkt sich auf die Gegenwart aus – auf manchmal überraschende Art und Weise.

Die Granitkuppen des Südschwarzwaldes ragen im Westen des Gebirges am weitesten in die Höhe: Der Feldberg, die höchste Erhebung des Schwarzwaldes (1493 m), hat seinen Namen von dem offenen “Feld” an seinem Gipfel, einer Insel der Alpenvegetation oberhalb der Waldgrenze. Im Osten werden niedrigere Granitberge von Buntsandsteinplatten überlagert. Aus dem Quellhorizont an der Grenze zwischen dem  wasserundurchlässigen Granit und dem wasserdurchlässigen Buntsandstein werden zahlreiche Bäche und Flüsse gespeist. Die bekannte Brauerei Rothaus liegt an diesen Quellen. Auch die Flächen des Buntsandsteins fallen nach Osten hin ab, auf ihnen befindet sich Muschelkalk und Keuper, darauf die Berge des Schwäbischen Juras. Alle diese Gesteinsschichten bilden die berühmte südwestdeutsche Schichtstufenlandschaft, die man vom Feldberg aus überblicken und im Osten des Schwarzwaldes durchwandern kann.

Alle Berge haben steile Westhänge und sanft abfallende Osthänge, die allerdings von Tälern und Schluchten durchschnitten sind. Diese abwechslungsreiche Landschaft wurde in den letzten Jahrhunderten immer wieder anders genutzt und dabei von den Klöstern Allerheiligen in Schaffhausen und Sankt Blasien geprägt, dazu machte sich der Einfluss Habsburgs bzw. Vorderösterreichs bemerkbar. Spuren davon werden wir sehen.

1. Tag: Fahrt an der Schichtstufe des Keupers entlang nach Rottweil. Bei Donaueschingen queren wir den Zusammenfluss der beiden Donauquellflüsse Brigach und Breg, fahren über die flache Baar in den Schwarzwald, ohne zu merken, wo das Gebirge beginnt. In Mundelfingen besuchen wir die von dem Vorarlberger Baumeister Peter Thumb errichtete Dorfkirche (er ist auch als Erbauer von Birnau bekannt). Mittags sind wir in der tief eingeschnittenen Wutachschlucht. Nachmittags unternehmen wir einen Spaziergang von Rothaus aus in den Bereich der Quellen zwischen Buntsandstein- und Granitschichten. Durch ihn führte im Mittelalter die “Hochstraße”, eine Fernstraße vom Kaiserstuhl an die untere Aare. In der frühen Neuzeit lagen hier die Schwellteiche für die Holztrift zum Hochrhein; dazu wurde die Kapelle Sankt Cyriak errichtet. Später wurde das Land unter Fürstabt Martin Gerbert vom Kloster Sankt Blasien reformiert. Man baute die Brauerei Rothaus und das Hofgut Dürrenbühl, wo die Abfälle der Bierbrauerei an die Schweine verfüttert wurden. Der Wald wurde großflächig aufgeforstet. Der Klosterbesitz kam später in den Besitz des Landes Baden, seitdem ist Rothaus Badische Staatsbrauerei. 2 Übernachtungen in Altglashütten.

2. Tag: Spaziergang von Rothaus an der Hochstraße aus dem Mittelalter entlang, zu der im rechten Winkel in früheren Jahrhunderten Langstreifenfluren bewirtschaftet wurden. Sie sind unter dem im 18./19. Jh. aufgeforsteten Fichtenwald erhalten geblieben. Aus dem Quellhorizont sammelt sich Wasser im Schlüchtsee, der zwar künstlich gestaut wurde, in dem aber die seltenen Teichmummeln wachsen, die hierher aus dem  Schluchsee versetzt wurden, als dieser für den Bau eines Kraftwerks um 1930 aufgestaut wurde. Am Rückweg befindet sich das Heimatmuseum “Hüsli”, das aus dem Anwesen der Sängerin Helene Siegfried hervorging. Mit dem Bus fahren wir durch Flächen, die noch immer für eine besondere Form der Feld-Gras-Wirtschaft landwirtschaftlich genutzt werden. Hoch ragt der Kirchturm von Grafenhausen. Unterhalb der Kirche bestand im Mittelalter eine Stadt, deren Stadtrechte später erloschen. Aus dem Garten der mittelalterlichen Burgruine Mandach blieb noch immer das Immergrün erhalten.

3. Tag: Von den Roggenbacher Schlössern (weitere Ruinen aus dem Mittelalter) wandern wir auf einem vermutlich aus dem Mittelalter stammenden Wegabschnitt zu den sehr artenreichen Wiesen auf dem Muschelkalk. Sie werden immer noch in traditioneller Weise bewirtschaftet. Durch fruchtbares Land (Trockentäler) erreichen wir den lichten Wald auf dem Lindenberg bei Schwaningen, auf dem wir mit Glück einige hundert Pflanzen des Frauenschuhs sehen können. Die Rückfahrt geht über die Obere Alp nach Stühlingen und durch die Untere Wutachschlucht, über die spektakuläre Brücken der sogenannten Sauschwänzlebahn verlaufen. Zum Schluss blicken wir in das sanfte Tal der zur Donau fließenden Aitrach bei Blumberg.

Für die Wanderungen (Strecken maximal 10 km am Tag, teilweise steil) sind festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, Sonnen- und Regenschutz  erforderlich.

Leistungen:

  • Fahrt im modernen Reisebus
  • fachlich qualifizierte Reiseleitung
  • Übernachtungen mit Halbpension im Freizeit- und Bildungszentrum Altglashütten, Zimmer mit Dusche/WC
  • ggf. Kurtaxen/Tourismusabgaben
  • alle Führungen
  • alle Eintrittsgelder
  • Stornokosten-Versicherung

Preis:

€ 485,– pro Person im Doppelzimmer
€ 510,– pro Person im Einzelzimmer

Außer beim Frühstück sind Getränke zu den Mahlzeiten nicht im Preis enthalten.

Zu Mindestteilnehmerzahl, Absagefrist und Gruppengröße siehe Allgemeine Hinweise.

19. Mai. 2021 bis 21. Mai. 2021, Ganztägig

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