Eine Wiese zum Geburtstag

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Eine Wiese zum Geburtstag

"Ich habī doch schon alles, was ich brauche", sagt Frank Laier lachend. Der Stuttgarter Richter im Ruhestand steht an einem verregneten Frühlingsmorgen auf halber Höhe des Wurmlinger Kapellenbergs und freut sich. Denn das vor ihm liegende, 4.200 Quadratmeter große Wiesengrundstück mit einigen Obstbäumen darauf, ist sein Geburtstagsgeschenk und das Dankeschön seiner Kollegen für eine jahrzehntelange gute Zusammenarbeit. Anlässlich seines Abschieds aus dem Richteramt und zum 64. Geburtstag hatte sich Laier ausdrücklich eine Spende zu Gunsten des Schwäbischen Heimatbundes von seinen Gästen gewünscht, mit der gezielt das ökologisch und landschaftlich wertvolle Grundstück am Kapellenberg erworben wurde.

Frank Laier auf der Wiese, die er dem SHB geschenkt hat

SHB-Geschäftsführer Dieter Dziellak und der Spender Frank Laier auf dem Grundstück am Wurmlinger Kapellenberg.

"Was nützten mir noch mehr Bücher oder Dinge, die bei mir nur herumstehen. Da ist so ein Grundstück doch wirklich eine sinnvollere Idee. Vor allem weil es für mich einen regionalen Bezug hat", sagt der geborene Stuttgarter rückblickend auf die Geburtstagsvorbereitungen. Denn die Wanderungen auf dem Spitzberg und die Einkehr in das Wurmlinger Wirtshaus Kratzer und ins Schwärzloch an der Nordflanke des Höhenzugs gehören immer noch zu den schönsten Erinnerungen an die Studienjahre, die Frank Laier Ende der 1950er Jahre in Tübingen verbracht hat.

Die Idee von der Spende zum Geburtstag wurde von der Geschäftsstelle des Schwäbischen Heimatbundes gerne aufgenommen und - übrigens nicht zum ersten Mal - perfekt organisiert. Geschäftsführer Dieter Dziellak schlug Frank Laier das Grundstück am Kapellenberg vor. SHB-Buchhalterin Astrid Weinaug ließ eigens besondere Überweisungsträger drucken, die der Geburtstageinladung beilagen. Die Spendeneingänge wurden sorgfältig erfasst und dokumentiert, persönliche Spendenquittungen für die Spender sind eine Selbstverständlichkeit.

1.200 Euro kamen so zusammen, die für den Kauf ausreichten. Auch mit dem eigentlichen Grundstückserwerb hatte Initiator Frank Laier nichts zu tun. Geschäftsführer Dieter Dziellak und Notar Christian Barth wickelten den Kauf gewohnt routiniert ab. Denn die "Laiersche" Wiese ist nicht das einzige Grundstück, das dem Heimatbund am Kapellenberg gehört. Drei weitere Flurstücke liegen in der Nachbarschaft, weitere sollen bei Gelegenheit dazugekauft werden. Die Folgekosten trägt der Heimatbund aus den regulären Mitgliederbeiträgen. Immerhin kostet die Erstpflege eines stark verwilderten "Stückles" rund 1.000 Euro. Am Kapellenberg sollen in Zukunft erstmals Ziegen eines benachbarten Schäfers den Bewuchs der Heimatbund-Grundstücke regulieren. Aber auch diese an sich kostenlosen Rasenmäher benötigen zuerst einmal einen Zaun, der sie an Ort und Stelle hält und natürlich auch Kosten verursacht. Doch damit muss sich Frank Laier nicht befassen, er kann sich am stimmungsvollen Blick auf den Kapellenberg freuen, der durch seine Initiative und die Spenden seiner Gäste wieder ein Stück in die wertvolle Kulturlandschaft zurückverwandelt wird, die seinen Ruf ausmacht. "Vielleicht lade ich meine Gäste und Spender einmal hierher ein", überlegt Frank Laier abschließend. "Der eine oder andere sucht sicherlich noch eine Geschenkidee zum runden Geburtstag oder für die Feier zum Ruhestand".