Reaktionen auf die Resolution des SHB

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Reaktionen auf die Resolution des SHB

Am 24. Mai 2003 verabschiedete die Mitgliederversammlung des Schwäbischen Heimatbundes eine Resolution zur geplanten Novellierung der Prüfungsordnung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen: "Den Grundschulen unseres Landes droht die Heimat-Ferne!"
Auf diese Weise wandte sich der SHB gegen die Pläne der baden-württembergischen Landesregierung, den Heimat- und Sachunterricht ab Herbst 2003 nicht mehr als eigenständiges, fächerübergreifendes Studien- und Prüfungsfach in der Ausbildung von Grundschullehrerinnen und -lehrern auszuweisen. [Der volle Wortlaut der Entschließung]

Wenige Tage später wurde die Resolution an die Abgeordneten des Landtages von Baden-Württemberg, an die württembergischen Gemeinden, an die Grundschulen, des weiteren an verschiedene zuständige Behörden und Schulämter sowie an zahlreiche weitere Institutionen, Verbände, Kirchen etc. verschickt. Zugleich wurde die Entschließung am 30.7.2003 dem Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags vorgelegt.

Die zahlreichen Reaktionen auf die Resolution des Schwäbischen Heimatbundes waren durchweg zustimmend. Einige davon möchten wir an dieser Szelle in Auszügen widergeben:

Adolf Schmid, Vorsitzender des Landesvereins Badische Heimat:

"Wir wollen uns vollinhaltlich an Ihre Resolution anschließen."

Wolfgang Drexler MdL, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg:

"Ihre Forderungen zum Heimat- und Sachunterricht werden wir im Arbeitskreis Schule, Jugend und Sport diskutieren und ggf. bei den Beratungen im Schulausschuss des Landtags vortragen."

Thomas J. Engesser, Oberbürgermeister der Stadt Rottweil:

"Ihr Schreiben habe ich zum Anlass genommen, unserer Kultusministerin Dr. Schavan zu schreiben und meine Bedenken ebenfalls vorzubringen."
In dem Schreiben von OB Engesser an die Ministerin heißt es u.a.: "Gerade in heutiger Zeit, in der Heimat auch Integration bedeutet und wo die Aufnahme in eine eventuell neue Heimat auch sehr starken Kriminalpräventions-Charakter hat, halte ich diese Entscheidung für nicht richtig."

Siegfried Menner, Bürgermeister von Erdmannhausen:

"Nachdem ich die Resolution gelesen habe, befürchte auch ich, dass das Thema Heimat an unseren Grundschulen nahezu bedeutungslos wird. Gerne werde ich im Sinne des Heimatbundes und auch in unserem ureigensten Interesse bei unseren Abgeordneten vorstellig."

Prof. Dr. Marcus Schrenk, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg:

"Die Abschaffung des Heimat- und Sachunterrichts als eigenständiges Studienfach ist eine fatale Fehlleistung."

Ivo Gönner, Oberbürgermeister der Stadt Ulm:

"Auch mir und dem Ulmer Gemeinderat ist die Heimatpflege an unseren Schulen ein besonderes Anliegen. Ihr Anliegen werde ich, soweit es dem städtischen Einfluss unterliegt, unterstützen."

Dr. Annette Schavan MdL, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg:

"Deshalb ist z.B. die Vermittlung von Kompetenzen und Themen wie das systematische Aufspüren, Erkunden, Beschreiben und Dokumentieren der natürlichen Gegebenheiten und der kulturellen Wurzeln der Lebenswelt der Kinder, aber auch die Auseinandersetzung mit Heimat im weiteren historischen und geografischen Kontext verpflichtender Bestandteil der Ausbildung im Fächerverbund Heimat, Natur und Kultur."

Manfred Schmiderer, Gemeindetag Baden-Württemberg, Vorsitzender des Kreisverbands Tübingen:

"Bei unserer Sitzung am 17.7.2003 haben wir uns damit auseinandergesetzt. Ich darf Ihnen im Auftrag der Kollegen mitteilen, dass wir es als ein ungemein wichtiges Anliegen ansehen, dass Heimatverständnis ein ganz wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Grundschularbeit bleiben muss. Wer solche Inhalte zu vermitteln hat, kann dies nur substantiell tun, wenn ihm im Rahmen der Ausbildung die Begrifflichkeit verdeutlicht und die Notwendigkeit begründet wird. Deshalb teilen wir Ihren gedanklichen Ansatz und unterstützen die Resolution des Schwäbischen Heimatbundes in Sachen Heimatnähe der Grundschule."

Wolfgang Schwenk, Rektor der Sommerrainschule Schorndorf:

"Auf uns Lehrer wird derzeit niemand hören angesichts des gesellschaftlichen Umfelds, in dem wir uns diskriminierenden Äußerungen von allen möglichen Seiten ausgesetzt fühlen. ... Trotzdem: bleiben Sie dran."

Renate Rastätter MdL, Bildungspolitische Sprecherin, GRÜNE im Landtag Baden-Württemberg:

"Wir Grünen teilen Ihre Befürchtungen und haben deshalb einen Antrag in den Landtag eingebracht. Die neue Prüfungsordnung muss auf jeden Fall evaluiert werden, um ggf. Änderungen vorzunehmen, falls der fächerübergreifende heimat- und sachkundliche Bezug nicht umgesetzt wird."

Wulf Wager, Sprecher des Forum Volkskultur, Altenriet:

"Bei der Tagung des Forums Volkskultur in Rottweil haben wir ausführlich über die Resolution des SHB debattiert und sind uns ohne Vorbehalte einig geworden, diese Resolution nach Kräften zu unterstützen. Heute noch werde ich eine Pressenotiz landesweit versenden."

Klaus Häcker, Staatliches Schulamt Rottweil:

"Die Bildungsplanreform 2004 ist noch nicht soweit gediehen, dass klar erkennbar wäre, welchen Stellenwert der Heimatbezug einnehmen wird. Ohne ihn wird aber kein sinnvoller Unterricht in der Grundschule möglich sein."

Reinhold Frank, 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der SIng-, Tanz- und Spielkreise in Baden-Württemberg e.V.:

"Die Resolution Ihres Verbandes unterstützen wir in hohem Maße!"

Dr. Rupert Kubon, Oberbürgermeister der Stadt Villingen-Schwenningen:

"Ich habe dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport mitgeteilt, dass ich die Auffassung des Schwäbischen Heimatbundes teile und mich weiterhin für einen Heimatkundeunterricht an Grund- und Hauptschulen ausspreche."