Schwäbischer Heimatbund: Schneller Ausbau der Gäubahn zwischen Stuttgart und Zürich unverzichtbar

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Schwäbischer Heimatbund: Schneller Ausbau der Gäubahn zwischen Stuttgart und Zürich unverzichtbar

Am 2.8.2016 setzte sich der Schwäbische Heimatbund (SHB) mit einem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium für die baldige Wiederherstellung des doppelgleisigen Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Horb und Hattingen (südlich von Tuttlingen) ein.

Zugehörige Pressemitteilung, 5.8.2016

Schwäbischer Heimatbund: Schneller Ausbau der Gäubahn zwischen den schwäbisch-alemannischen Metropolen Stuttgart und Zürich ist unverzichtbar

Bund darf sich Forderungen von Land, Kommunen und Wirtschaft nicht länger verschließen

Landkarte

Bauabschnitte und Verlauf der Gäubahn (Stuttgart–Singen) durch Baden, Württemberg und die Hohenzollernsche Lande (© Wikipedia, User:Lencer)

Mit einem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium hat sich der Schwäbische Heimatbund (SHB) für die baldige Wiederherstellung desdoppelgleisigen Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Horb und Hattingen (südlich von Tuttlingen) eingesetzt.

Der Vorsitzende des auf den Gebieten von Landesgeschichte, Umweltschutz und Denkmalpflege aktiven Landesvereins, Josef Kreuzberger, und der Vorsitzende der Stadtgruppe Stuttgart, Stefan Frey, betonten, dass mit der Wiedererrichtung des zweiten Gleises endlich die wohl letzte verkehrliche Altlast aus der Besatzungszeit nach dem von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieg beseitigt würde. Dazu sei es höchste Zeit. Bund und Land sollten hierbei endlich Schulterschluss üben.1946 hatte die französische Besatzungsmacht als Reparationsmaßnahme das nur wenige Jahre zuvor verlegte zweite Gleis zwischen Horb und Tuttlingen demontiert.

Kreuzberger und Frey erklärten, dass sie die begrüßenswerte überparteiliche Initiative des Interessenverbands Gäubahn für eine zumindest stufenweise Wiederherstellung der Doppelgleisigkeit unterstützen wollen. Im Interessenverband haben sich unter Federführung des Regionalverbands Schwarzwald-Baar-Heuberg zahlreiche (Ober-) Bürgermeister und Landräte mit Repräsentanten der Wirtschaft entlang der Strecke zusammengeschlossen. Die Initiative will das Bundesverkehrsministerium endlich vom vordringlichen Bedarf für den Ausbau dieser Strecke überzeugen.

Die Gäubahn zwischen den beiden größten schwäbischen und alemannischen Zentren Stuttgart und Zürich ist seit jeher eine wichtige internationale Verbindung in die Nachbarländer Schweiz und Italien. In Zeiten ihres zweigleisigen Ausbaus vor 80 Jahren war sie das Herzstück der Verbindung Mailand-Zürich-Stuttgart-Heilbronn-Berlin, bis zum Abbau des zweiten Gleises 1946. Nach der erhofften baldigen Wiederertüchtigung könnte sie heute vor allem auch eine wichtige Entlastungsfunktion für die überlastete Rheintalstrecke übernehmen.

Der Aufwand ist überschaubar: Die vom Land für den Bundesverkehrswegeplan 2030 angemeldeten drei Doppelspurinseln von insgesamt 20 km Länge (ein Viertel des 80 km langen nur einspurigen Streckenabschnitts) würden sich auf rund 140 Mio. Euro belaufen – ein kleiner Betrag im Vergleich zu anderen Schienen- und vor allem Straßenprojekten. Ein allererster Schritt, der Ausbau des 6 km langen Abschnitts zwischen Horb und Neckarhausen, würde gar nur 12,6 Mio. Euro (Stand Oktober 2010) kosten; der Baubeginn war von der Bahn zunächst schon für 2013/2014 geplant und wurde dann verschoben. Nach dem aktuellen Stand des Entwurfs des Bundesverkehrsministeriums zum Bundesverkehrswegeplan ist der Ausbau der Schienenverbindung Stuttgart-Zürich (»Gäubahn«) gar nur als potentieller Bedarf eingestuft.

Über die Gründe des jahrzehntelangen Verkennens der Bedeutung der Gäubahn auf Bundesebene können Kreuzberger und Frey nur mutmaßen. Möglicherweise werde in Berlin die Gäubahn wegen ihres beschaulichen Namens irrig als Bimmelbähnle im trauten Winkel zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb eingeschätzt und das großräumige verkehrspolitische Potenzial übersehen.

Der Schwäbische Heimatbund, der im württembergischen Landesteil 4500 Mitglieder zählt, ist von der Notwendigkeit einer leistungsfähigen Nord-Südverbindung innerhalb Baden-Württembergs auf der Trasse der Gäubahn überzeugt. Mit ihr ließen sich die Fahrplanstabilität und sichere Erreichbarkeit von Anschlusszügen deutlich verbessern sowie die Fahrzeit auf der Strecke Stuttgart-Zürich von derzeit drei auf gut zweieinhalb Stunden reduzieren. Auch für den Güterverkehr ergeben sich Vorteile, insbesondere durch die sog. Singener Kurve, mit der unter Umgehung des Singener Bahnhofs Güterzüge auf kürzerem Weg direkt in die Schweiz fahren können – angesichts der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels und der unzureichenden Kapazitäten der Rheintal-Zulaufstrecke besonders bedeutsam. Diese Investitionen in die Gäubahn würden die Rolle der Bahn als sinnvolle und umweltfreundliche Alternative zum Individual- und Güterverkehr auf der Straße deutlich aufwerten, wie die beiden Initiatoren des Vorstoßes Josef Kreuzberger und Stefan Frey erklärten.

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