Heimatmedaille für Frieder Miller
Frieder Miller, der Vorsitzende der Ortsgruppe Tübingen des Schwäbischen Heimatbunds, erhält heute, 6. September 2007, die Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg. Die Landesregierung, in Person von Staatssekretär Georg Wacker vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, ehrt Frieder Miller auf den diesjährigen Heimattagen im badischen Eppingen für seine zahlreichen Verdienste um das Land, vor allem in und um Tübingen.
Kultusstaatssekretär Georg Wacker, Frieder Miller, Erich Birkle, Vorsitzender des Landesausschusses für Heimatpflege.
Seit seinem Eintritt in den Ruhestand 1998 leitet der frühere Verwaltungsdirektor der PH Ludwigsburg die Ortsgruppe Tübingen des Schwäbischen Heimatbunds. In dieser Zeit konnten Miller und seine zahlreichen Mitstreiter eine ganze Reihe von Erfolgen zugunsten des Stadtbilds und des historischen Erbes der Universitätsstadt erzielen. Ganz oben auf dieser Liste steht die Neubelebung und Wiederbelegung des Stadtfriedhofes. Von der Entwicklung eines Pflege- und Gestaltungskonzeptes in Abstimmung mit den zuständigen städtischen Ämtern und dem Denkmalamt über die von der Ortsgruppe finanziell unterstützte Wiederherstellung einzelner Grabmäler und neuer Erinnerungsstelen reicht die lange Liste der Aktionen zugunsten des historischen Gottesackers. Der Initiative von Frieder Miller ist es vor allem zu verdanken, dass der Friedhof als außergewöhnliches und einmaliges Dokument zur Tübinger Geschichte, zur politischen wie zur Geistesgeschichte, als Kulturdenkmal ausgewiesen und einer neuen, das Alte erhaltenden, Nutzung zugeführt wurde. So ist es heute möglich, auf dem Friedhof Gräber wieder zu belegen. Die Neunutzung des Tübinger Stadtfriedhofes hat als landesweites Modell für überregionale Aufmerksamkeit gesorgt.
Ausgestattet mit den Erträgen aus dem Vermögen der Erbschaft Dr. Peter Helge Fischer kann die rund 350 Mitglieder starke Ortsgruppe des Schwäbischen Heimatbunds aber nicht nur fordern sondern auch fördern. Aktuell unterstützt sie neben der Restaurierung mehrerer Grabmale auf dem Stadtfriedhof unter anderem die wissenschaftliche Erfassung des Bauzustandes des Club Voltaire in der Haaggasse und die Herausgabe eines Buches über die Tübinger Alleen von Helmut Hornbogen. Auch über Tübingen hinaus sind der 1936 in Rottweil geborene Miller und seine Mitstreiter in Sachen Denkmalpflege aktiv und als Experten anerkannt: Die Erhaltung der Pausa in Mössingen, die Rettung mittelalterlicher Fachwerkbauten in Ammerbuch und viele weitere Erfolge sind ihrer Aufmerksamkeit und Initiative mit zu verdanken.
Die jahrelange, unaufgeregte aber beharrliche Lobbyarbeit von Frieder Miller, der seit 2003 auch Sprecher der „Bürgerinitiative Altstadt“ ist, hat die Ortsgruppe des Heimatbunds zu einer Institution gemacht, an der keine Stadtverwaltung mehr vorbei kommt. Ob es um die Entwicklung einer Gestaltungssatzung für die Altstadt oder um das Leitbild der Universitätsstadt geht, über die Nutzung des Stadtzentrums für Feste und Veranstaltungen diskutiert wird oder um das Stadtmuseum verhandelt wird, überall bezieht der frühere Bürgermeister von Pfäffingen Position, sucht Kooperationspartner und überzeugt mit seiner bescheidenen und humorvollen Art Politiker und Bürger vom Sinn und Zweck eines bewussten Umgangs mit der Geschichte ihrer Stadt. Dazu trägt nicht zuletzt auch das Jahr für Jahr von Frieder Miller organisierte, reichhaltige Veranstaltungsprogramm der Ortsgruppe mit Vorträgen, Führungen und Exkursionen bei, die dem Thema Heimat ein großes, weit über den Kreis der Vereinsmitglieder hinaus reichendes Publikum beschert.
