Würdigung von Prof. Dr. Friedrich Weller

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Würdigung von Prof. Dr. Friedrich Weller

Mehr als 40 Jahre lang, seit 1970, war Prof. Dr. Friedrich Weller Vorsitzender der Regionalgruppe Ravensburg-Weingarten des Heimatbunds. Nun schied er aus diesem Amt aus. SHB-Vorsitzender Fritz-Eberhard Griesinger verabschiedete Prof. Weller bei der Mitgliederversammlung der Regionalgruppe am 31. Januar 2011 in Ravensburg. Hier einige Auszüge aus seiner Ansprache:

Der SHB ist auf weiten Raum gestellt. Dafür bietet Professor Weller ein gutes Beispiel. Der gebürtige Franke, präziser der Hohenloher aus Crailsheim, studiert in Hohenheim, schafft fast ein Berufsleben lang im Kerngebiet Württembergs in Nürtingen als Professor und lebt und wirkt in der ehemals freien Reichsstadt Ravensburg. Unser Ehrenvorsitzender Blümcke weiß heute noch sein Bemühen um die Pflege des Hohenloher Dialektes zu würdigen.

Versuchsweise wolle er das Amt eines Vertrauensmannes in einer neuen SHB-Regionalgruppe Ravensburg-Weingarten mal übernehmen, schrieb Dr. Weller seinerzeit an den SHB-Vorsitzenden und Tübinger Regierungspräsidenten Birn. Versuchsweise und Vertrauensmann. Ich meine, aus diesen beiden Worten lässt sich gut ein Bild dieses Friedrich Weller ableiten.

Ich vergesse nicht den ersten Eindruck, den mir das so würdige Antlitz mit dem Eindruck heischenden Vollbart und den so ungeheuer munteren Augen gemacht hat. Er sprach mich auf meine jüngst erfolgte Wahl zum Vorsitzenden des SHB an, und erst im Rückblick erkenne ich die für ihn so typische Wesensart, die dabei zum Ausdruck kam. Ich sagte vorhin versuchsweise: Das bedeutet bei Friedrich Weller nicht ein zögerlich unentschlossenes, vielleicht unsicheres Herantasten, sondern den Ansatz, die Rahmenbedingungen einer Entwicklung kontrolliert und gezielt im Auge zu behalten. Bedachtsame Entschlossenheit will ich das nennen, mit der Friedrich Weller damals vor 40 Jahren die Aufgabe übernommen und mit so gutem Erfolg betrieben hat.

Das andere Wort war Vertrauensmann. Was könnte ihn besser kennzeichnen als dieses Wort. Vertrauen zu ihm, zu seinem Engagement, Vertrauen in seine Arbeit: Das war und ist das Charakteristikum für die Persönlichkeit, die über 40 Jahre die Themen des SHB in der Region bewegt, betrieben und befördert hat.

Wer das Glück hatte, bisher von Friedrich Weller durch die Heiterkeit, die Vielfalt und die Schönheit unserer heimatlichen Landschaft und ihrer Natur geführt zu werden, der wird sich erinnern, wie viel Neues und Schönes er dabei erleben konnte. Über Jahrzehnte hat so die Regionalgruppe von den lebendigen und interessanten Wellerschen Jahresprogrammen profitiert, die eine gelungene Mischung aus Vorträgen, Ausfahrten und sonstigen kulturellen Veranstaltungen waren. Sicher hat der in Nürtingen an der Fachhochschule wegen seiner umgänglichen Art und Fachkompetenz bei den Studenten überaus beliebte Professor dabei auch aus seiner beruflichen Praxis profitiert – und der SHB mit - , die ihm in Verbindung mit zwei Kollegen aus Konstanz und dem Neckargebiet die Zusammenschau von Landschaft, Standortbetrachtung, Botanik und Geologie nahegebracht hat.

Lieber Herr Professor Weller, der Schwäbische Heimatbund hat heute, wenn Sie nun den Vorsitz der Regionalgruppe aufgeben, allen Anlass, Ihnen von Herzen dankbar zu sein. Sie vertreten in Ihrer Person viele der Elemente, die das Kerngeschäft und das Wesen des SHB ausmachen. Ich kann Ihnen nicht die Urkunde zum Ehrenmitglied überreichen. Diese besitzen Sie schon seit zehn Jahren. Und Träger der Heimatmedaille Baden-Württemberg sind Sie auch. Und das Bundesverdienstkreuz ist Ihnen auch schon verliehen worden. Aber ich versichere Sie des hohen Ansehens, dessen Sie sich überall erfreuen können, das Ihnen allenthalben entgegengebracht wird und das im SHB im Besonderen vorhanden ist.

Wir wünschen Ihnen für die Zukunft Gesundheit und ungetrübte Freiheit, nun auch einmal die Vorzüge des SHB genießen und konsumieren zu können, frei von der Verantwortung und Mühe, ob nun eine Exkursion, eine Reise, eine Veranstaltung genügend Teilnehmer findet und ob der Omnibus rechtzeitig kommt.