Nachruf auf Hermann Ziegler (1912 bis 2004)

Hermann Ziegler
Am 26. November 2004 verstarb Hermann Ziegler im Alter von 92 Jahren. Der gebürtige Cannstatter (*1912) hat sich für die Stadtgeschichtsforschung und Denkmalpflege in Stuttgart verdienstvoll eingesetzt. Für seine Arbeiten zur Friedhofsgeschichte und das erfolgreiche Eintreten zur Erhaltung historischer Bauzeugnisse, wie das "Klösterle" in Bad Cannstatt, das Hegelhaus beim Tagblattturm und die Ruine der Burg Frauenberg, erbrachten ihm Dank und Anerkennung. Ohne sein beharrliches Bemühen wäre Stuttgart um vieles ärmer an Kulturdenkmalen und geschichtlichen Orten. Seit 1973 bot er stets gut besuchte Spaziergänge zu historischen Stätten in nahezu jedem Stadtteil von Stuttgart an.
Die nationalsozialistische Herrschaft ging auch an Hermann Ziegler nicht spurlos vorüber. Wegen der Verteilung von Flugblättern musste er wegen politischer Unzuverlässigkeit fünfeinhalb Jahre Zuchthaus verbüßen. Damit war ihm auch von Staats wegen sein berufliches Ziel verwehrt, einmal Leiter des Stadtarchivs zu werden.
Hermann Ziegler trat dem Schwäbischen Heimatbund am 9. März 1953 bei. Mit der Ernennung zum Ehrenmitglied im Jahre 1993 würdigte der Schwäbische Heimatbund die bleibenden Verdienste Hermann Zieglers um die Erhaltung von Geschichtsdenkmalen im Stadtbild Stuttgarts. Er hat durch sein Wirken Heimatpflege im besten Sinne betrieben. Zu seinem 85. Geburtstag wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
