Maria Heitland (1920 - 2009)

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Maria Heitland (1920 - 2009)

Beinahe fünfzehn Jahre lang, vom 1. Mai 1972 bis zum 30. August 1986, versah Maria Heitland die Geschäftsführung beim Schwäbischen Heimatbund, bis zum Jahresende 1987 gehörte sie dem Vorstand an. Bei den Heimattagen 1988 wurde sie mit der Landesmedaille «Für Verdienste um die Heimat Baden-Württemberg» ausgezeichnet. 2003 ernannte sie der Heimatbund zum Ehrenmitglied. Am 15. November letzten Jahres ist die am 5. Januar 1920 in Ludwigsburg Geborene 89-jährig in Garmisch-Partenkirchen gestorben.

Maria Heitland

Bei der Mitgliederversammlung am 24. Mai 2003 in Weingarten erhoben die Anwesenden Maria Heitland zum Ehrenmitglied. Der damalige Vorsitzende Martin Blümcke überreichte ihr danach einen Blumenstrauß.

Ich erinnere mich ihrer noch gut aus jener Zeit, als ich sie kennenlernte. Ich war damals, Anfang der 70er-Jahre, Assistent am Institut für Geschichtliche Landeskunde der Universität Tübingen. Bei dessen damaligen Direktor Professor Hansmartin Decker-Hauff hatte Maria Heitland, knapp 50 Jahre alt, nach dem überraschenden Tod ihres Mannes gerade ein Studium begonnen. Decker-Hauff war es dann auch, der dem Heimatbund seine Studentin als neue Geschäftsführerin empfahl.

Auch in ihrem neuen Amt blieb sie dem Institut verbunden, versuchte ihre gerade begonnene Dissertation über die Familie der Nothaft von Hochberg in Schwaben zu Ende zu bringen. Doch die neue Arbeit band ihre Kräfte und Zeit immer mehr, sodass dieses Vorhaben schließlich zurückstehen musste.

Ihre guten Kontakte zum Institut nutzte sie aber weiterhin gewinnbringend für ihre neue Tätigkeit. Sie warb Studierende als Mitglieder und junge Landeshistoriker und -historikerinnen als Reiseleiter für den Schwäbischen Heimatbund. Auch ich ließ mich damals von ihrer herzlichen und freundlichen, offenen und geraden Art überzeugen.

Schnell wurde ihr der Schwäbische Heimatbund zu einem «Herzensanliegen », wie sie es selbst nannte. Klug, umsichtig, beharrlich und einfühlsam bewältigte sie ihre Arbeit, die ihr oft 50 und mehr Arbeitsstunden pro Woche abverlangte. Aufgeschlossen gegenüber Neuem, griff sie Ideen anderer auf oder brachte zum Wohl des Vereins eigene Ideen ein. Und immer wieder vermittelte sie ihm neue Impulse. Unterstützt von Willi Leygraf realisierte sie beispielsweise die Idee eines Denkmalschutzpreises. Besonders ans Herz gewachsen waren ihr die Naturschutzgebiete des Heimatbunds und dessen Veranstaltungsprogramm, insbesondere dessen Studienreisen. Nicht selten verwandte sie ein freies Wochenende dazu, um neue Reiseziele zu erproben oder preiswerte Hotels mit Atmosphäre zu finden.

Ein Höhepunkt ihres Engagements war sicher im Mai 1984 die eindrucksvolle Feier zum 75. Jubiläum des Schwäbischen Heimatbunds, das im Weißen Saal des Stuttgarter Neuen Schlosses mit Walter Jens als Festredner gefeiert wurde.

Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst und dem Umzug nach Bayern, in die Nähe ihrer beiden Söhne und deren Familien, blieb Maria Heitland mit dem Schwäbischen Heimatbund und seinen Zielen herzlich verbunden. Wenige Wochen vor ihrem Tod haben wir noch zusammen telefoniert und uns nicht nur über die alten Zeiten, sondern auch über gegenwärtige Aufgaben und anstehende Veränderungen unterhalten.

Maria Heitland hat sich um unseren Verein in vielfältiger Weise verdient gemacht. Wir werden ihr ein ehrendes Gedächtnis bewahren.

Wilfried Setzler