Für die Ehre! Mitmachen beim SHB

. . . . . .

Für die Ehre! Mitmachen beim SHB

Unser Ehrenmitglied Reinhard Wolf hat es mit seinem Beitrag "Zur Sache" (siehe unten) auf den Punkt gebracht und viele zustimmende Reaktionen erhalten: "Ehrenamt" ist offenbar keine Selbstverständlichkeit mehr! Es mag allerdings auch sein, dass mancher gerne mehr wüsste über die Möglichkeiten sich einzubringen und dass Aufrufe zur ehrenamtlichen Mitarbeit immer dann verpuffen, wenn sie nicht konkret genug sind.

Zahlreiche Personen helfen uns bereits - etwa beim Postversand, an Infoständen oder bei Veranstaltungen. Im Schwäbischen Heimatbund gibt es aber noch viel mehr solcher konkreten Anlässe, und einige davon möchten wir an dieser Stelle immer wieder vorstellen.

Manche Ideen mögen Ihnen neu oder ungewöhnlich vorkommen. Womöglich wecken Sie aber gerade deshalb Ihre Aufmerksamkeit. Sollten Sie sich direkt angesprochen fühlen oder im Bekanntenkreis jemanden kennen, der Interesse hätte, sind Sie herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden.

Wie kann man sich ehrenamtlich im Heimatbund engagieren?

Für nähere Informationen und weitere Einsatzmöglichkeiten freut sich SHB-Geschäftsführer Dr. Bernd Langner über Ihre Nachricht oder Ihren Anruf (langner@schwaebischer-heimatbund.de oder 0711 23942.22).

Ehrenamt gestern – heute – morgen

von Reinhard Wolf, Ehrenmitglied des Schwäbischen Heimatbunds

Wenn ich, was hin und wieder vorkommt, in anderen Bundesländern Vorträge über Naturschutz, Landschaftspflege oder die Dokumentation von Kleindenkmalen halte, erlebe ich regelmäßig großes Erstaunen, wenn ich von Aktivitäten Ehrenamtlicher berichte. Dass sich Freiwillige an einem Samstag in einem Naturschutzgebiet treffen, um Reisig zusammenzutragen, Gras abzurechen und aufzuladen oder dass Ehrenamtliche über Monate hinweg mit Notizblock und Foto Kleindenkmale dokumentieren, das scheint anderswo undenkbar, zumindest absolut unüblich zu sein. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ungläubig werden auf jeden Fall meine Berichte zur Kenntnis genommen, dass das bei uns im Schwabenland so üblich ist und dass die Zusammenarbeit zwischen Denkmal- und Naturschutzbehörden einerseits und Naturschutz- und Heimatvereinen eng und konstruktiv funktioniert.

In der Tat ist ehrenamtliche Arbeit im Bereich Heimatpflege und Naturschutz in Süddeutschland weiter verbreitet als anderswo; in den Bereichen Sport, Kunst und Soziales mag es anders sein. Und es ist sicher kein Zufall, dass es in Baden-Württemberg die bei weitem größten Wander- und Heimatverbände Schwäbischer Albverein und Schwarzwaldverein gibt, dass NABU und BUND ihre Wurzeln in unserem Bundesland haben und dass der Schwäbische Heimatbund seit jeher der mitgliederstärkste Verein der deutschen Heimatbundbewegung ist.

Alles prima, könnte man also meinen. Doch leider bröckelt die Fassade. Die Mitgliederzahlen fast aller Naturschutz- und Heimatverbände nehmen ab, und das hängt nicht nur an der demografischen Altersstruktur und an der generell zu beobachtenden Bindungsunwilligkeit jüngerer Leute, sondern auch daran, dass sich immer weniger Leute bereit erklären, in ehrenamtlich strukturierten Verbänden Funktionen zu übernehmen, seien es Kassier- oder Schriftleiterämter oder Vorstände mit zentraler Verantwortung. »Ehrenamt in der Krise« – soweit ist es Gottseidank noch nicht, aber es sind bedenkliche Entwicklungen zu erkennen.

Die eine Entwicklung, dass es an Nachfolgern in Funktionsämtern fehlt, hat dazu geführt, dass verschiedene Verbände zu hauptamtlichen, also bezahlten Vorsitzenden übergegangen sind, die dann natürlich nicht nur abends und am Wochenende, sondern die ganze Woche über aktiv sind. Das ist einer der Gründe dafür, dass man von diesen Verbänden in der Presse mehr liest als von anderen, deren ehrenamtliche Vorsitzende tagsüber eben nicht so leicht für Presseleute greifbar sind und die weit weniger an Veranstaltungen, wo »man« sich trifft, dabei sein können. Für den Schwäbischen Heimatbund, nebenbei, ist ein hauptamtlicher Vorsitzender unbezahlbar!

Doch auch eine andere Entwicklung macht Sorgen. Die Erwartungshaltung, anders gesagt: das Anspruchsdenken von Mitgliedern und Außenstehenden an die ehrenamtlichen Funktionäre hat deutlich zugenommen: Wieso stellt sich der Heimatbund nicht vehement gegen Stuttgart 21? Wieso lässt der Heimatbund zu, dass unsere Landschaft mit Windkraftanlagen verhunzt wird? Derartige Stimmen nehmen von Jahr zu Jahr zu; in Einzelfällen kommt es gar zur Kündigung der Mitgliedschaft, weil der eine oder andere sich nicht genügend vom Verein in seiner Ansicht vertreten fühlt. Gut gebrüllt, Löwe, kann man da nur sagen! Zum einen verkennen solche Leute, dass es in einem Verein auch Andersdenkende gibt, die für Stuttgart 21 sind und die der Energiewende zuliebe Verhunzungen in Kauf nehmen wollen, zum anderen aber können Vereinsvorstände nur Stellungnahmen abgeben, die von der deutlichen Mehrheit der Mitglieder unterstützt werden. Statt auszutreten, sollten also die Schreiber obiger Zitate sich lieber aktiv ins Vereinsgeschehen einklinken, in den örtlichen und regionalen Gruppen oder in unseren Ausschüssen mitarbeiten und Gleichdenkende als Mitglieder werben. Eine andere Beobachtung ist die, dass sich von einem Vorhaben direkt Betroffene an den Verein (bzw. meist gleich an mehrere) wenden und sofortige Hilfe erwarten. Gegen diese neue Hochspannungsleitung muss doch der Heimatbund auch sein! Oder: Haben Sie Mitglieder, die Daten über den Rotmilan im Bereich der Gemeinde xy haben? Antwortet man nicht sofort und nicht zur Zufriedenheit der Anfrager, erlebt man mitunter unerquickliche Reaktionen, im besten Fall Unverständnis und Enttäuschungen, im schlimmsten böse Beschimpfungen, dass man die Zielsetzungen des Vereins nicht genügend vertrete. Eine Regel allerdings ist auch: Von solchen Leuten hört man nie wieder etwas! Das hat durchaus sein Gutes, wenngleich natürlich solche Erlebnisse weder vereinsstrategisch günstig noch persönlich erheiternd sind.

All dies – und auf das kommt es mir hier an – trägt nicht dazu bei, Personen zu finden, die bereit sind, im Verein ehrenamtlich Funktionen zu übernehmen. Diese brauchen wir aber und insofern ist es wichtig, dass unsere Mitglieder und solche, die es werden wollen und sollen, wissen und schätzen, dass die Ehre, die mit dem Ehrenamt verbunden hat, Licht- und Schattenseiten hat und umso mehr eines herzlichen Dankeschöns bedarf!