Ausstellungs- und Museumsreisen Herbst und Winter 2017/2018

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Ausstellungs- und Museumsreisen Herbst und Winter 2017/2018

drei Bilder: Porträtmalerei eines jungen Mannes, goldener Lanzenaufsatz, Holzbrücke

Auch nachdem das SHB-Reiseprogramm gedruckt ist, ergeben sich immer noch reizvolle Themen und Ziele. Dazu gehören vor allem Ausstellungen in Kunsthallen, Sammlungen und Museen. Daher ergänzen wir unser Reiseprogramm durch einige Sonderfahrten. Bitte lassen Sie sich in der Geschäftsstelle in den Verteiler aufnehmen.

Den hier genannten Reisen werden die im Rahmen der Anmeldung/Buchung zu vereinbarenden sowie im Internet abgedruckten Reisebedingungen des Schwäbischen Heimatbunds e. V. laut dessen Reiseprogrammbroschüre "Kultur- und Studienreisen 2017" zugrunde gelegt. Beachten Sie hierzu auch die Allgemeinen Hinweise und für Reise 817 die Hinweise zum Taxiservice. Bitte nehmen Sie für Ihre Anmeldung Kontakt mit der SHB-Geschäftsstelle auf oder verwenden Sie für Ihre Anmeldung nur die in der Broschüre eingehefteten Anmeldekarten. Falls Ihnen diese Broschüre nicht vorliegt, können Sie sie unter Tel. 0711-23942-11 anfordern.

Nachfolgend finden sie entsprechend unseren gesetzlichen Pflichten als Reiseveranstalter wichtige Informationen zu den hier genannten Reisen. Die angegebenen Zahlungskonditionen sind nur verbindlich, wenn unsere Reisebedingungen mit Ihnen nach den gesetzlichen Bestimmungen verbindlich vereinbart wurden, und bei den Reisen 811, 813, 814, 816, 817 und 819 nur nach Übergabe eines Sicherungsscheins. Diese Reisebedingungen enthalten weitergehende Regelungen, insbesondere auch zum Rücktritt und den Stornobedingungen

Zahlungskonditionen:
Mehrtägige Reisen: Anzahlung nach Erhalt der Reisebestätigung 10%, Restzahlung bis drei Wochen vor Reisebeginn. Tagesfahrten: Gesamtzahlung bis 1 Woche vor Reisebeginn.

Mindestteilnehmerzahl:
Mehrtägige Reisen: 20 Personen. Die eventuelle Absage muss Ihnen spätestens drei Wochen vor Reisebeginn zugegangen sein. Tages- und Halbtagesfahrten: 18 Personen. Die eventuelle Absage muss Ihnen spätestens eine Woche vor Reisebeginn zugegangen sein.

Versicherung:
Soweit im Reisepreis keine entsprechenden Versicherungen beinhaltet sind, empfehlen wir dringend den Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung sowie einer Versicherung zur Deckung der Rück-führungskosten bei Unfall oder Krankheit.

Die im gedruckten Programm Ausstellungs-, Museums- und Adventsreisen Herbst und Winter 2016/2017 genannten Angebote entsprechen dem Stand bei Drucklegung. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass bis zur Übermittlung Ihres Buchungswunsches aus sachlichen Gründen Änderungen von Preisen und Leistungen möglich sind, die wir uns deshalb ausdrücklich vorbehalten müssen. Über diese werden wir Sie selbstverständlich vor Vertragsschluss unterrichten.

Reiseveranstalter: Schwäbischer Heimatbund e. V., vertreten durch den Vorsitzenden: Josef Kreuzberger, Vereinsregister AG Stuttgart, Nr. 2326, Weberstraße 2 – 70182 Stuttgart

Wir beraten Sie gerne:
Tel. 0711-239 42 11 • Fax: 0711-239 42 44
reisen@-Zeichenschwaebischer-heimatbund.de

811. Schauplätze der Hexenverfolgung in Ravensburg

Mit Besuch der Sonderausstellung "Hexenwahn 1484 - Frühe Hexenverfolgung in Ravensburg und am Bodensee" im Museum Humpis-Quartier

Reiseleitung: Prof. Dr. Andreas Schmauder
Freitag, 22. September 2017 (Tagesfahrt)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustiege: 8.40 Uhr Wendlingen, Bahnhof / 9.15 Uhr Ulm, Bahnhof
Preis (inkl. Busfahrt, Führung, Eintrittsgelder): € 84,- pro Person

Am Ende des 15. Jahrhunderts war der Bodenseeraum eines der Zentren der Entstehung von Hexenwahn und Hexenverfolgung in Europa. In den 1480er-Jahren wurden hier mindestens 48 Frauen als Hexen bei lebendigem Leib verbrannt. Dies war die erste große systematische Verfolgung von Frauen als Hexen im christlichen Abendland.

Ravensburg kam insofern eine entscheidende Bedeutung zu, als der päpstliche Inquisitor Heinrich Kramer (lat. Institoris) 1484 in der Reichsstadt persönlich Hexenprozesse durchgeführt hat. Die Erfahrungen aus seiner Verfolgungspraxis in Ravensburg und dem ganzen Bodenseeraum nahm er in den berühmt-berüchtigten "Hexenhammer" (Malleus Maleficarum) auf. Dieses von ihm verfasste Handbuch für "Hexenjäger", 1486 erschienen, gehört zu den frauenfeindlichsten und "verhängnisvollsten Büchern der Weltliteratur".

In der gut erhaltenen historischen Altstadt von Ravensburg sind die Schauplätze der Hexen-verfolgung alle noch sichtbar. Sie lernen sie bei einem Rundgang kennen (Liebfrauenkirche, Grüner Turm, Haus des Bürgermeisters Geldrich, Rathaus).

In der großen Sonderausstellung "Hexenwahn 1484" im Museum Humpis-Quartier setzen Sie sich mit Hintergründen der Verfolgung, den Opfern und Tätern, den angewandten Foltermethoden, dem Inquisitor Heinrich Institoris und der Bedeutung von Magie im Alltag auseinander.

812. "Freiheit - Wahrheit - Evangelium. Reformation in Württemberg"

(Kunstgebäude Stuttgart und Kloster Bebenhausen)

Reiseleitung: Prof. Dr. Peter Rückert
Mittwoch, 18. Oktober 2017 (Tagesfahrt)
Treffpunkt: 9.45 Uhr Stuttgart, Kunstgebäude
Preis (inkl. Busfahrt, Führung, Eintrittsgelder): € 64,- pro Person

Das Herzogtum Württemberg gehörte zu den ersten protestantischen Territorien im Heiligen Römischen Reich: Schon 1534 führte Herzog Ulrich hier die Reformation ein. Die Frühzeit der Reformation wird in einer großen Ausstellung des Hauptstaatsarchivs im Stuttgarter Kunstgebäude beleuchtet. Wie kamen reformatorische Gedanken nach Württemberg? Wie wurden sie von der Bevölkerung aufgenommen? Welche Veränderungen fanden im Zuge der Einführung der Reformation in Württemberg statt? Wie verlief der Streit um die "evangelische Wahrheit"?

Im Anschluss an die Führung durch die Stuttgarter Ausstellung fahren wir zur Begleitausstellung in Bebenhausen. Die mit der Reformation säkularisierten Klöster bieten den authentischen Rahmen zur Darstellung der Ereignisse "vor Ort".

813. "... cor leonis dicitur" - Löwenherz genannt

Landesausstellung "Richard Löwenherz. König, Ritter, Gefangener" (Historisches Museum Speyer) und Burg Trifels

Reiseleitung: Dr. Raimund Waibel
Freitag, 27. Oktober 2017 (Tagesfahrt)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustieg: 8.45 Uhr "Parken und Mitnehmen" an der Autobahnausfahrt Heilbronn-Untergruppenbach (nur auf der Hinfahrt)
Preis (inkl. Busfahrt, Führung, Eintrittsgelder): € 96,- pro Person

"... cor leonis dicitur" - Löwenherz genannt. So lautet die Inschrift auf dem Sockel des Steinsarkophags, in dem in der Kathedrale von Rouen das Herz des englischen Königs Richard Löwenherz begraben ist. Richard I. von England (1157-1199), dessen Reich neben England weite Teile von Frankreich umfasste, gehört zu den schillerndsten und bis heute populärsten Herrschergestalten des Mittelalters. Dazu beigetragen hat sicherlich sein abenteuerlicher Weg vom Kreuzzug aus Palästina zurück nach Westeuropa, das er freilich nicht erreichte, weil der mit Leopold von Österreich zutiefst Verfeindete bei Dürnstein erkannt und gefangengenommen wurde und dann unter anderem in der Burg Trifels in der Pfalz lange inhaftiert war. Das Aufbringen des aberwitzig hohen Lösegelds von 35 Tonnen Silber fand auch Eingang in den bekannten Mythos um Robin Hood. Dieser gab das von den Reichen erbeutete Geld nicht nur an die Armen weiter, sondern hatte eben auch zum Ziel, "seinen" König aus der Gefangenschaft zu erlösen, da dessen Bruder Johann ohne Land gegen die Lösegeldsammlung intrigierte, um selbst an der Macht zu bleiben.

Schon zu seinen Lebzeiten entwickelte sich ein beispielloser Mythos um Richard Löwenherz. Ein charismatischer König war er vielleicht, außergewöhnlich großherzig sei er gewesen, dazu wagemutig. Manche Historiker sehen in ihm aber auch einen beispiellosen, oft wenig reflektierten "Haudrauf".

Die Landesausstellung "Richard Löwenherz" im Historischen Museum der Pfalz in Speyer ist anhand der Exponate aus Deutschland, England, Frankreich, Österreich und der Schweiz, wie immer in Speyer unterstützt von einer stimmungsvollen Ausstellungsarchitektur, neben der Biografie des umstrittenen Königs auch seiner an Konflikten reichen politischen Umwelt gewidmet.

Der Besuch der Reichsburg Trifels auf der Rückfahrt ist nachgerade ein Muss, war Richard Löwenherz hier doch monatelang inhaftiert, um das Lösegeld für ihn zu erzwingen. An diesem Erinnerungsort von hoher Bedeutung wird uns neben dem berühmten Gefangenen die Symbolik der deutschen Reichsinsignien - Krone, Bursa … (exzellente Nachbildung) -, die einst hier verwahrt wurden, in ihren Bann schlagen.

814. Schwaben deine Philosophen: Heidegger, der Seinsdenker von Messkirch - Johannes Schreck, der Astronomiepionier aus Bingen

Reiseleitung: Prof. Wolfgang Urban M.A.
Samstag, 28. Oktober 2017 (Tagesfahrt)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustieg: 8.40 Uhr Reutlingen, Alter Busbahnhof (nur auf der Hinfahrt)
Preis (inkl. Busfahrt, Führung, Eintrittsgelder): € 79,- pro Person

So umstritten Martin Heidegger (1889-1976) inzwischen sein mag, er gehört zweifelsfrei zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts mit einer Ausstrahlung bis nach Japan und Korea. Dabei war die Daseinserfahrung seiner Heimat Messkirch und des oberen Donautals, wie er selbst immer wieder betont hat, Ausgangspunkt seiner Denkwege. Was seine Herkunft aus dem später badischen Messkirch anbelangt, so betonte Heidegger stets, ein "Stockschwabe" zu sein.

Im hohenzollerischen Bingen bei Sigmaringen wurde der Universalgelehrte Johannes Schreck Terrentius (1576-1630) geboren. Seit seinem Studium in Italien hatte er gute persönliche Verbindungen zu Galileo Galilei (1564-1642). Er gehörte im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts zum engen Kreis der Pioniere der neuen, damals noch zu den philosophischen Disziplinen zählenden Astronomie wie der Medizin und des Maschinenbaus. Nach seinem Eintritt in den Jesuitenorden wurde er Missionar in China und Hofastronom des Kaisers von China.

Programm: Bingen (großartiger Flügelaltar aus der Zeit um 1505) - Benediktinerabtei Beuron (Entscheidungsort der jüdischen Philosophin Edith Stein [1891-1942], die übrigens wie Heidegger Assistentin des Philosophen Edmund Husserl gewesen ist) - Messkirch (Stadtkirche St. Martin mit Hauptwerk des Meisters von Messkirch, Werken der Asam-Brüder und Fresken des Meinrad von Au; Martin-Heidegger-Museum im Renaissanceschloss der Grafen von Zimmern).

815. "Freiheit - Wahrheit - Evangelium. Reformation in Württemberg"

(Kunstgebäude Stuttgart und Kloster Maulbronn)

Reiseleitung: Prof. Dr. Peter Rückert
Mittwoch, 8. November 2017 (Tagesfahrt)
Treffpunkt: 9.45 Uhr Stuttgart, Kunstgebäude
Preis (inkl. Busfahrt, Führung, Eintrittsgelder): € 68,- pro Person

Das Herzogtum Württemberg gehörte zu den ersten protestantischen Territorien im Heiligen Römischen Reich: Schon 1534 führte Herzog Ulrich hier die Reformation ein. Die Frühzeit der Reformation wird in einer großen Ausstellung des Hauptstaatsarchivs im Stuttgarter Kunstgebäude beleuchtet. Wie kamen reformatorische Gedanken nach Württemberg? Wie wurden sie von der Bevölkerung aufgenommen? Welche Veränderungen fanden im Zuge der Einführung der Reformation in Württemberg statt? Wie verlief der Streit um die "evangelische Wahrheit"?

Im Anschluss an die Führung durch die Stuttgarter Ausstellung fahren wir zur Begleitausstellung in Maulbronn. Die mit der Reformation säkularisierten Klöster bieten den authentischen Rahmen zur Darstellung der Ereignisse "vor Ort".

Um 19.00 Uhr findet in Maulbronn ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Peter Rückert statt: "Württemberg um 1500. Land und Leute am Vorabend der Reformation". Falls Sie diesen besuchen wollen, müssten Sie Ihre Rückfahrt nach Stuttgart selbst organisieren.

816. Vom Blumenbild der Maria Sibylla Merian bis zu Matisse und Bonnard - Malerei vom Feinsten im Städel in Frankfurt!

Reiseleitung: Stefanie Alber M.A.
Samstag, 18. November 2017 (Tagesfahrt)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustieg: 8.45 Uhr "Parken und Mitnehmen" an der Autobahnausfahrt Heilbronn-Untergruppenbach
Preis (inkl. Busfahrt, Führung, Eintrittsgelder): € 98,- pro Person

Zu zwei sehenswerten Ausstellungen lädt das Frankfurter Städel ein. "Matisse - Bonnard: Es lebe die Malerei!" würdigt die beiden über 40 Jahre lang miteinander befreundeten herausragenden Künstler der Klassischen Moderne. Mehr als 100 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken, phantastische Interieurs, zarte Stillleben, bunte Landschaften und treffende Porträts erwarten Sie, darunter hochkarätige Exponate aus internationalen Sammlungen in London, New York, Paris und St. Petersburg.

Zahlreiche Fotografien Henri Cartier-Bressons, der die Künstler 1944 an der französischen Riviera besuchte, bereichern die Werkauswahl. Zum ersten Mal seit über 30 Jahren ist eins der Hauptwerke von Matisse, der "Große liegende Akt" in Deutschland zu sehen - allein dieses Bild ist eine Sensation!

"Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes" widmet sich der Blumendarstellung vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Im Zentrum steht die berühmte Blumenmalerin und Naturforscherin. Die Ergebnisse ihrer Forschungen publizierte sie in illustrierten Büchern mit Kupferstichen und Radierungen sowie in Deckfarbenzeichnungen von höchster künstlerischer Qualität. Eingebettet werden diese in Blumendarstellungen ihrer Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger, so z. B. Blumenbücher aus dem 17. Jahrhundert mit prachtvollen Deckfarbenzeichnungen auf Pergament oder kolorierten Kupferstichen im Riesenformat, wie der berühmte Hortus Eystettensis des Basilius Besler, florale Ornamentstiche, etwa von Martin Schongauer, Apothekerbücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert oder Pflanzenstudien aus dem Umkreis von Albrecht Dürer.

817. Advent am Rhein - kunst-, sinnenfroh und gottergeben: Romanik, Romantik, Renaissance und Moderne in und um Köln.

Mit "Tintoretto. A star was born" (Wallraf-Richartz-Museum Köln) und "Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne" (Bundeskunsthalle Bonn)

Reiseleitung: Sabine Lutzeier M.A.
Freitag, 1. Dezember, bis Montag 4. Dezember 2017 (4 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof
Zustieg: 8.30 Uhr "Parken und Mitnehmen" an der Autobahnausfahrt Heilbronn-Untergruppenbach
Preis (Taxiservice, Busfahrt, 3 Übernachtungen mit Halbpension [darunter 1 festliches Adventsmenü], Führungen, Eintrittsgelder, Stornokosten-Versicherung): € 875,- pro Person im Doppelzimmer / € 935,- pro Person im Einzelzimmer

Zu einem Streifzug durch über 1.000 Jahre Kunst und Geschichte, gekrönt von hochkarätigen Kunstausstellungen sowie einem festlichen Adventsschmaus und eingebettet in die heiter-besinnliche Atmosphäre vorweihnachtlich geschmückter Städte, lädt Sie diese Adventsreise ein.

In Bonn zeigt die Bundeskunsthalle "Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne". Mit seinen Landschaften und Figurenbildern nimmt der Schweizer Künstler (1853-1918) eine einzigartige Stellung zwischen monumentalem Symbolismus und ornamental bestimmtem Jugendstil ein. Über 100 Werke beleuchten seine herausragende Bedeutung für die Zeit um 1900.

Das Wallraf-Richartz-Museum Köln präsentiert die Schau "Tintoretto. A star was born" über das Frühwerk des Meisters der Spätrenaissance. 1518/19 in Venedig geboren, gehört er neben Tizian und Veronese zu den drei italienischen Maler-Genies des 16. Jahrhunderts. Seine Kunst zeichnet sich durch eine meisterhafte Beherrschung dramatischer Perspektiven und extreme Raumtiefe aus, mit der er auch die sozialen und religiösen Spannungen des untergehenden Glanzes seiner Heimatstadt zum Ausdruck brachte.

Ein Inbegriff der Rheinromantik ist die Drachenburg bei Königswinter. Das hoch über dem Rhein gelegene Schloss, 1882-84 als Privatvilla im Stil des Historismus erbaut, und die Burgruine, wo Siegfried den Drachen besiegt haben soll, sorgen illuminiert für eine glanzvolle Kulisse und ein grandioses Panorama über Rheintal und Siebengebirge mit Blick auf den Drachenfelsen.

Und schließlich Köln, die fast 2.000 Jahre alte Rheinmetropole: Der Dom St. Peter und Maria beherbergt einzigartige Kunstschätze, so die früheste erhaltene Großplastik der Romanik, das Gero-Kreuz (um 970), das künstlerisch bedeutendste und inhaltlich anspruchsvollste Reliquiar des Mittelalters, den Schrein der Heiligen Drei Könige, und den figurenreichen goldgrundierten Altar der Stadtpatrone (um 1445), eines der Hauptwerke von Stefan Lochner. Größter Besuchermagnet ist allerdings Gerhard Richters 2007 fertiggestelltes abstraktes Glasfenster. Drei romanische Kirchen als Andachtsstätten Heiliger zeigen Ausstattungen vom Mittelalter bis zur Moderne: Im Außenbau der Kirche St. Gereon ist heute noch der Kern des römischen Ursprungsbaus zu erkennen. An der Apsis pflanzte Joseph Beuys kurz vor seinem Tod drei Bäume - sichtbarer Ausdruck vom lebendigen Umgang mit Tradition und Moderne. Eine wichtige Reliquienstätte Kölns ist St. Ursula mit ihrer Goldenen Kammer. Das Kölner Stadtwappen greift die Legende vom Martyrium der Heiligen und ihres Gefolges auf. St. Maria im Kapitol, die allererste Dreikonchenanlage des Abendlandes, ist ein monumentales Hauptwerk salischer Kirchenbaukunst.

Für ein sinnenfreudiges Kontrastprogramm sorgen Besuche des Schokoladenmuseums und der nirgends so zahlreich wie in und um Köln stattfindenden Weihnachtsmärkte. Ein Abstecher zum Dom in Worms, dem kleinsten und letzten der drei rheinischen Kaiserdome, rundet die Tour ab.

1. Tag: Bonn (Ausstellung "Ferdinand Hodler") - Köln (kleiner Rundgang, 3 Übernachtungen im zentral gelegenen Maritim-Hotel).

2. Tag: Köln: St. Gereon (Spätantike bis Romanik in Bau und Legenden) - Schokoladenmuseum (Geschichte und Herstellung des Lebens- und Genussmittels) - Hafen-Weihnachtsmarkt (der beschaulichste aller Kölner Weihnachtsmärkte) - entlang des Rheins nach Königswinter (Drachen-fels und Schloss Drachenburg [Außenbesichtigung] mit Weihnachtsmarkt; festliches Adventsmenü).

3. Tag: Köln: Vortrag und Führung in der Tintoretto-Ausstellung - Weihnachtsmarkt am Dom - St. Maria im Kapitol (ältester romanischer Kirchenbau der Stadt) - St. Ursula (Heiligenkult und Altartafeln von Stefan Lochner) - Weihnachtsmarkt der Engel am Neumarkt.

4. Tag: Kölner Dom (u.a. Gero-Kreuz, Schrein der Heiligen Drei Könige, Altar der Stadtpatrone, Glasfenster von Gerhard Richter) - Worms (Dom St. Peter, der Ursprungsbau geht im Wesentlichen auf die Zeit von 1130 bis 1181 zurück und basiert bereits auf spätrömisch-frühchristlichen Fundamenten) - Rückfahrt nach Stuttgart.

818. "Cézanne. Metamorphosen". Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg

(Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)

Reiseleitung: Sibylle Setzler M.A.
Mittwoch, 17. Januar 2018 (Halbtagesfahrt)
Abfahrt: 12.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Preis (inkl. Busfahrt, Führung, Eintrittsgelder): € 58,- pro Person

Paul Cézanne (1839-1906) zählt aus kunsthistorischer Sicht zu den Wegbereitern der klassischen Moderne. In seinem facettenreichen Werk hat er als Maler, Zeichner und Aquarellist in Ausein-andersetzung mit den impressionistischen Ausdrucksformen eine neue Bildsprache gefunden. Diese innovativen Bildverfahren sowie die kreative Auseinandersetzung mit der klassischen Kunstgeschichte deutet die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe in der Sonderausstellung neu.

Bewusst ist die Retrospektive nicht chronologisch angelegt, sondern als Themenausstellung. Damit werden ganz neue Perspektiven auf das scheinbar so gut bekannte Werk des Künstlers eröffnet. Rund 100 bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen in einer noch nie gesehenen Zusammenstellung gewähren den Blick auf einen "anderen" Cézanne.

819. Das Krippenland diesseits und jenseits der Iller

Reiseleitung: Prof. Dr. Manfred Thierer
Freitag, 19. Januar, bis Samstag, 20. Januar 2018 (2 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustiege: 8.40 Uhr Wendlingen, Bahnhof / 9.50 Uhr Ehingen, Bahnhof (nur auf der Hinfahrt, Ausstiegsmöglichkeit an der Autobahnraststätte Seligweiler)
Preis (inkl. Busfahrt, 1 Übernachtung mit Halbpension, Führungen, Eintrittsgelder): € 230,- pro Person im Doppelzimmer / € 240,- pro Person im Einzelzimmer

Oberschwaben und das bayerische Schwaben jenseits der Iller gelten als Land mit reicher Krippen-tradition. In diesen überwiegend katholischen Landen lässt sich Krippenkultur erleben wie kaum anderswo. Im bayerischen Gebiet machen vor allem die vielen liebevoll und detailreich gestalteten Krippen in den Privathäusern den Besuch höchst interessant und bewegend. Und man lässt die Fremden in die Wohnstube eintreten, wo sich die häufig selbst oder vom Großvater geschnitzten Figuren bewundern lassen. Prächtig sind die mal orientalisch mal tirolisch gestalteten Landschaften.

1. Tag: Stuttgart - Oberstadion (Krippenmuseum, sehenswerte Pfarrkirche) - Gutenzell (barock bekleidete Großfigurenkrippe im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster) - Schloss Zeil (große Privatkrippe des Fürsten v. Waldburg-Zeil) - Leutkirch (Museum im Bock: Anbetungsgruppe mit Hl. Drei Königen um 1620 von Hans Zürn, Allgäuer Kastenkrippe, Übernachtung).

2. Tag: Leutkirch - Mindelheim (Großkrippe der Jesuitenkirche) - "Hausbesuche" in den nördlich von Krumbach liegenden "Krippendörfern" wie Edelstetten, Wattenweiler, Waldstetten - Stuttgart.

820. "Der Meister von Messkirch. Katholische Pracht in der Reformationszeit" und der Mömpelgarder Altar des Heinrich Füllmaurer

(Staatsgalerie Stuttgart und Stiftskirche Herrenberg)

Reiseleitung: Prof. Wolfgang Urban M.A.
Donnerstag, 1. Februar 2018 (Tagesfahrt)
Abfahrt: 9.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustieg: 9.45 Uhr Herrenberg, Stiftskirche (nur hinwärts)
Preis (inkl. Busfahrt, Führungen, Eintrittsgelder): € 64,- pro Person

Die Sonderausstellung zum Meister von Messkirch in der Staatsgalerie Stuttgart und die Präsen-tation der modernen Nachbildung des Mömpelgarder Flügelaltars in Herrenberg bringen das Œuvre zweier Künstler in Verbindung, zwischen denen schon in der Vergangenheit Verbindungen gesehen wurden. Der Meister von Messkirch wurde in der Ära nach Dürer als der beste Kolorist seiner Zeit, als ein Meister der Farbe gerühmt. Der Höhepunkt seines Schaffens, in dem noch einmal die Bildwelt vor der Reformation ihre Renaissance erlebte, lag in der Zeit zwischen 1530 und 1545 im Dienst von Klöstern wie Heiligkreuztal und des schwäbischen Adels, vornehmlich der Grafen von Zimmern.

Heinrich Füllmaurers (um 1506-1546) künstlerisches Schaffen wurde immer wieder in der Nachbarschaft zum Meister von Messkirch gesehen. Der Herrenberger Maler schuf um 1540 im Mömpelgarder Altar, der sich heute im Kunsthistorischen Museum Wien befindet, den themen-reichsten Flügelaltar der Kunstgeschichte.

Die Fahrt verbindet die beiden Ausstellungsereignisse in Herrenberg und Stuttgart. Die Aufmerk-samkeit des Vormittags gehört der am Werkstattsort seines Urhebers aufgestellten Nachbildung des Mömpelgarder Altars, die des Nachmittags den Werken des Meisters von Messkirch in der Staatsgalerie Stuttgart.

821. Stuttgarts verborgene Kunstschätze: Württembergica aus dem Depot der Staatsgalerie, das Baumeister-Archiv im Kunstmuseum und das Hölzel-Haus in Degerloch

Reiseleitung: Dr. Christofer Conrad (Staatsgalerie) und Mitarbeiter/innen der Museen
Mittwoch, 14. Februar 2018 (Tagesfahrt)
Abfahrt: 9.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Treffpunkt: 10.00 Uhr Stuttgart, Staatsgalerie / Ende gegen 17.00 Uhr am Schlossplatz
Preis (inkl. Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Führungen, Eintrittsgelder): € 39,- pro Person

In Stuttgarter Galerien und Archiven ruhen Kleinodien, von denen nur ein vergleichsweise geringer Teil hoffen darf, jemals wieder ans Licht der Öffentlichkeit zu treten. Und doch besitzen sie für uns immensen Wert, sind sie doch das materialisierte Gedächtnis unserer Kultur. Dies zeigen gleich zu Beginn unserer Tour einzigartige Einblicke in die Sammlung württembergischer Malerei der Staatsgalerie Stuttgart, des Olymps württembergischer Kunstsammlungen.

Seit 2005 ist das Archiv Baumeister im Kunstmuseum untergebracht, das den gesamten Nachlass des Stuttgarter Künstlers Willi Baumeister (1889-1955) beherbergt. Darunter befinden sich Zeichnungen, Druckgrafiken, Bühnenbildentwürfe, Manuskripte, Tagebücher und angewandte, im Auftrag entstandene Arbeiten. Die Führung macht deutlich, welche Schätze das Archiv bereithält und welche Entdeckungen hier noch zu machen sind.

In einer ca. einstündigen Führung durch das ehemalige Wohn- und Atelierhaus des Malers Adolf Hölzel in Degerloch bekommen Sie einen umfassenden Einblick in dessen Werk und erfahren Interessantes über das künstlerische Leben in Degerloch zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt liegt auf den Pastell- und Papierarbeiten Adolf Hölzels. Ein exklusiver Einblick in das Archiv rundet die Führung ab.

822. "Die Etrusker - Weltkultur im antiken Italien"

(Badisches Landesmuseum Karlsruhe)

Reiseleitung: Prof. Dr. Sabine Poeschel
Samstag, 17. Februar 2018 (Halbtagesfahrt)
Abfahrt: 12.30 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Preis (inkl. Busfahrt, Führungen, Eintrittsgelder): € 62,- pro Person

Die rätselhafte Hochkultur der Etrusker beschäftigt bis heute die Forschung. Ungeklärt ist die Herkunft des Volkes, das kaum schriftliche Zeugnisse hinterließ, doch eine Fülle von Kunstwerken, Architekturen und Grabbeigaben. Die Etrusker hatten keine indogermanische Sprache, sie waren fremd und einzigartig, nahmen die Errungenschaften der griechischen Kultur auf und etablierten sie in ihren Städten auf dem Gebiet der heutigen Toskana und im Latium. Typisch etruskisch ist die Vasenmalerei, bunter und lebhafter als die griechische Kunst. Prachtvoller Goldschmuck und Statuetten als Grabbeigaben sind überliefert, die Meisterhaftigkeit des Bronzegusses bewundernswert. Von den Griechen übernahmen sie die Menschengestalt für ihre Götter und vermittelten diese an die Römer, wie auch ihre Techniken des befestigten Straßenbaus und der Wölbung.

Die große Etrusker-Ausstellung im Badischen Landesmuseum Karlsruhe ist die erste deutsche Schau seit Jahrzehnten. Im Unterschied zur Münchner Ausstellung, die eigene Bestände zeigte, sollen rund 400 hochkarätige, teils noch nie in Deutschland gezeigte Exponate zu sehen sein, darunter eine lebensgroße Bronzestatue des Etruskers Avle Metele aus dem 2. bis 1. Jahrhundert vor Christus.

823. "Verborgene Schätze aus Wien."

Die Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien zu Gast in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall

Reiseleitung: Stefanie Alber M.A.
Samstag, 3. März 2018 (Halbtagesfahrt)
Abfahrt: 12.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustieg: 12.45 Uhr "Parken und Mitnehmen" an der Autobahnausfahrt Heilbronn-Untergruppenbach
Preis (inkl. Busfahrt, Führungen, Eintrittsgelder): € 65,- pro Person

Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und die 1692 als eine der ältesten Kunstschulen in Europa gegründete Wiener Akademie sind untrennbar miteinander verbunden. Formten zunächst die jährlich prämierten Preisstücke und Aufnahmewerke der Akademiemitglieder den Grundstock der Sammlung, so schlägt die eigentliche Geburtsstunde der Gemäldegalerie 1822, als der Diplomat Graf Lamberg-Sprinzenstein ihr seine bedeutende Sammlung überlässt. Zu den Schwerpunkten der über 700 Werke umfassenden Stiftung gehören altniederländische Malerei, bürgerliche Malerei des holländischen 17. Jahrhunderts mit Werken von Rembrandt, Jacob van Ruisdael oder Pieter de Hooch, aber auch erstklassige Werke italienischer Malerei von Tiepolo oder Guardi. Ihr plastisches Äquivalent ist eine Sammlung von Gipsabgüssen bedeutender Skulpturen.

Zu Gast bei Würth sind nun Meisterwerke aus dem Bestand der Akademie u. a. von Dürer, Botticelli, Rembrandt, Rubens, Klimt, Amerling und Hundertwasser. Neben Objekten der Gipsabgusssammlung und einem spannenden Querschnitt durch die reiche Zeichnungssammlung von Dürer bis Hrdlicka werden auch Photographien aus den Pioniertagen dieses Mediums zu bewundern sein. Die Sammlung Würth selbst beherbergt etliche Exponate von bedeutenden Absolventen oder Unterrichtenden der Wiener Akademie. In der Ausstellung können sie in Dialog mit den historischen Beständen der Wiener Sammlung treten.