Das Naturschutzgroßprojekt erleben – Umsetzung des Besucherkonzepts

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Das Naturschutzgroßprojekt erleben – Umsetzung des Besucherkonzepts

Neben den Maßnahmen zur Wiedervernässung und der extensiven Beweidung ist die Umsetzung des Besucherkonzepts ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzgroßprojekts. Ziel des Besucherkonzepts ist es, ein attraktives Wegenetz im gesamten Projektgebiet für die Bevölkerung vor Ort und aus der Region sowie für Touristen anzubieten. Menschen sollen nicht aus dem zukünftigen Naturschutzgebiet ausgeschlossen werden, sondern sollen diese ganz besonders reizvolle Moorlandschaft und die Projektmaßnahmen ohne Risiko für Mensch und Natur direkt erleben können.

Das geplante Wanderwegenetz soll Rundwege unterschiedlicher Beschaffenheit im gesamten Ried umfassen. Es werden weitestgehend bereits bestehende Wege integriert. Vom Bohlenpfad durchs wieder vernässte Moor über mit Hackschnitzeln belegtem weichem Pfad bis hin zum asphaltierten Weg im landwirtschaftlich genutzten Ried wird das Wegenetz für verschiedene Ansprüche etwas bieten. In manchen Bereichen müssen Wege neu hergestellt werden, damit die Besucher das Moor und seine Tier- und Pflanzenwelt erleben können.

Ein attraktiver, aber bislang nicht begehbarer Bereich ist der ehemalige Bahndamm im Torfstichgebiet. Früher transportierte eine Schmalspur- Feldbahn den Torf des Pfrungen- Rieds zur Torffabrik nach Ostrach zur weiteren Verarbeitung und Verladung auf die Eisenbahn.

Nachdem Torffabrik und Torfbahn 1928 stillgelegt und die Gleise abgebaut waren, blieb der Bahndamm noch lange Zeit als offene Trasse erhalten. Der Schwäbische Heimatbund kaufte die Flächen in diesem Bereich, nachdem der Torfabbau dort endete. Nach und nach übernahm die Natur wieder das Ruder, und 1980 wurde das Naturschutzgebiet Pfrunger und Burgweiler Ried ausgewiesen und der Bahndamm sich selbst überlassen.

Nun wurde in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden der alte Bahndamm wieder begehbar gemacht. Zu diesem Zweck führte die Stiftung Naturschutz, Trägerin des Naturschutzgroßprojekts, zusammen mit dem Naturschutzzentrum des Schwäbischen Heimatbunds und dem Schwäbischen Albverein Wilhelmsdorf am Samstag, 19. Februar 2011 einen Arbeitseinsatz durch, bei dem der ehemalige Bahndamm freigesägt wurde.

Da der alte Bahndamm durch das Naturschutzgebiet führt, werden Besucher gebeten, nicht vom ausgewiesenen Weg abzuweichen, zumal sie sich dann nasse Füße holen würden. Bisher fehlt noch die Beschilderung der Wanderwege und wilde Trampelpfade führen bisweilen in das nicht begehbare Moor. Deshalb empfiehlt die Stiftung Naturschutz ortsunkundigen Besuchern, auf den großen Wegen zu bleiben und sich im Naturschutzzentrum in Wilhelmsdorf zu informieren. Eine Wanderkarte für das gesamte Pfrunger-Burgweiler Ried ist in Arbeit.

Beobachtungsplattformen schaffen neue Perspektiven

Holzsteg

Ein Bohlensteg führt die Besucher trockenen Fußes durch den für Wiedervernässung vorgesehenen Bereich am Fünfeckweiher.

Zum vielfältigen Wanderwegenetz werden auch Informationstafeln an den Parkplätzen und im Projektgebiet aufgestellt, auf denen ein Wanderplan und Informationen zum Naturschutzgroßprojekt, zum Moor und zu verschiedenen Themen zu sehen sind.

An besonders reizvollen Punkten wurden bereits drei Beobachtungsplattformen gebaut, von denen aus man Tiere und Landschaft von erhöhtem Standpunkt beobachten kann. Am Fünfeckweiher (Gemarkung Burgweiler bei Ostrach) lädt eine etwas niedrigere Plattform zum genussvollen Verweilen ein. Sie ist eingebunden in einen Bohlenpfad, der durch den Wiedervernässungsbereich der Oberen Schnöden verläuft. Hier können Besucher zukünftig die spannende Entwicklung des wieder vernässten Moores erleben.

An den so genannten Hund’schen Weihern – ehemaligen Torfstichen im Bereich der Unteren Schnöden (Gemarkung Pfrungen), die der Schwäbische Heimatbund 1998 erworben hat – und am Vogelsee (Gemarkung Pfrungen, ebenfalls im Eigentum des Schwäbischen Heimatbunds) im ehemaligen industriellen Torfabbaugebiet hat die Stiftung Naturschutz zwei circa 3,50 Meter hohe Beobachtungsplattformen gebaut, um hier Naturfreunden einen Einblick auf die Wasserflächen zu gewähren. Viele Tiere, die hier am und im Wasser ihren Lebensraum haben, können so störungsfrei beobachtet werden. Auch wer sich nicht so sehr für einzelne Tierarten interessiert und sich nur am Weitblick in die Riedlandschaft erfreuen will, kommt hier auf seine Kosten.