Natur schützen und Freunde finden

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Natur schützen und Freunde finden

Seit über zehn Jahren kommen Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedenen Ländern der Erde im Rahmen eines Workcamps des Service Civil International (SCI) im Spätsommer nach Tübingen-Hirschau, um die Pflege des Naturschutzgebietes Hirschauer Berg tatkräftig zu unterstützen. Hier besitzt der Schwäbische Heimatbund zahlreiche aus Naturschutzsicht hochwertige Flächen, die in die Pflege des Workcamps einbezogen sind. Zu den Aufgaben gehören das Mähen der Halbtrockenrasen, die Ausbesserung von Weinbergmauern sowie die Rodung von Gebüsch und Gehölz. Landschaftspfleger Jörg Maurer sorgt jedes Jahr dafür, dass die Arbeiten mit Verstand geschehen.

Die wertvollen Biotope am Hirschauer Berg zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Artenfülle aus. So sind die Weinbergmauern und die offenen Magerrasen unter anderem der Lebensraum der Schlingnatter. Sie ist eine Tierart aus dem 111-Arten-Korb des Landes Baden-Württemberg. Arten dieses Korbes stehen im Fokus landesweiter Naturschutzaktionen mit dem Ziel, diesen Tier- und Pflanzenarten auf Dauer geeignete Lebensräume zur Verfügung zu stellen und so das Überleben der Art sicher zu stellen. Das Workcamp 2009 stand deshalb ganz im Zeichen dieser seltenen Reptilienart. Von der Offenhaltung der Hänge profitiert nicht nur die Schlingnatter, sondern alle an magere Standorte und an Trockenheit angepassten, lichthungrigen Gräser und Kräuter.

2009 haben sich acht junge Erwachsene am Hirschauer Berg eingefunden. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland, England, Japan, Polen, Finnland und Albanien. Organisiert wurde das Camp wie jedes Jahr vom Schwäbischen Heimatbund und dem Regierungspräsidium Tübingen, in Zusammenarbeit mit der SCI-Zentrale und der Gemeinde Hirschau. Dank der Unterstützung der Ortsverwaltung Hirschau konnten die Workcampteilnehmer wiederum direkt im Ort untergebracht werden. So bestand die Möglichkeit für die jungen Erwachsenen, neben dem Einsatz für die Kulturlandschaft auch die örtliche und regionale Kultur kennen und schätzen zu lernen. Die Motivationslage der jungen Leute, am Camp teilzunehmen, ist vielschichtig. Neben der Freude am Einsatz in und für die Natur spielen auch die Möglichkeiten, Sprachkenntnisse auszubauen und Freundschaften zu knüpfen, eine wichtige Rolle. Das Vergnügen abseits des Berges kommt natürlich nicht zu kurz. Zahlreiche Exkursionen und eine Stocherkahnfahrt auf dem Neckar bereicherten das Lagerleben.

Unser Dank gilt Sylvia Metz vom Regierungspräsidium Tübingen für die gute Zusammenarbeit und Ulrich Latus, Ortsvorsteher der Gemeinde Hirschau, für die freundliche Aufnahme der jungen Erwachsenen.