Heimat stärken Landschaftsverbrauch eindämmen

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Heimat stärken Landschaftsverbrauch eindämmen

10 Forderungen des Schwäbischen Heimatbundes

Mit rund sieben Hektar pro Tag ist die Inanspruchnahme freier Landschaften in Baden-Württemberg nach wie vor hoch. Der Schwäbische Heimatbund hat deshalb konkrete Vorschläge erarbeitet, wie darbende Ortskerne besser entwickelt werden können und die Bürger dadurch eine bessere Bindung zu ihrer Heimat bekommen.

Die Broschüre Heimat stärken Landschaftsverbrauch eindämmen mit den 10 Forderungen des Schwäbischen Heimatbundes kann heruntergeladen werden:

Titel einer Broschüre mit Häusern am Ortsrand

Die Broschüre Heimat stärken Landschaftsverbrauch eindämmen mit den 10 Forderungen des SHB.

Die zehn Forderungen des Vereins unter dem Titel Heimat stärken Landschaftsverbrauch eindämmen greifen den im Baugesetzbuch festgelegten Grundsatz Innenentwicklung vor Außenentwicklung auf. Gemeint ist die Vorgabe, dass vor der Ausweisung eines neuen Baugebiets auf der grünen Wiese zuerst Flächen innerhalb des Ortes genutzt werden sollen. Das funktioniert aber noch nicht gut genug, denn die Umnutzung bestehender Gebäude und die Sanierung innerörtlicher Flächen ist teurer als auf dem Acker zu bauen, sagt Dipl.-Ing. Georg Zimmer, Vorsitzender eines mit Experten besetzten Arbeitskreises des Vereins, der das Papier erarbeitet hat.

Es gehe deshalb darum, bei Städten und Gemeinden, Architekten, Bauherren und Entscheidungsträgern das Bewusstsein für die Vorteile der Innenentwicklung zu stärken.

Die Entwicklung eines Ortskerns bringt viele Vorteile über die Schonung der Landschaft hinaus, betont Dr. Walter Kilian, stellvertretender Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbunds. Lebendige Ortskerne lassen die Menschen Heimat erfahren, die Kaufkraft bleibt in der Ortsmitte, die durch neue oder neu genutzte Gebäude wieder attraktiv wird, so Kilian. Dazu könnten locker bebaute Flächen nachverdichtet, Baulücken genutzt und bestehende Gebäude mit neuen Nutzungen in eine neue Zukunft geführt werden.

Die ehrenamtlichen Experten des 1909 gegründeten Vereins setzen zur Umsetzung ihrer Vorschläge auf eine Kombination von Geboten und Anreizen. Das Baugesetzbuch verlangt einen Bedarfsnachweis für neue Siedlungen. Bauleitpläne dürfen deshalb nur genehmigt werden, wenn der Bedarf dafür nachvollziehbar begründet wird, fordert Architekt und Stadtplaner Georg Zimmer, der als Bau- und Kulturbürgermeister der Stadt Leutkirch tätig war. Die Regionalpläne müssten dafür den Kommunen noch konkretere Vorgaben für die Siedlungsdichte machen, Städte und Gemeinden die vorhandenen Flächen konsequent erfassen und vermarkten, so Zimmer. Als Anreize kann sich der Heimatbund entsprechende Klauseln in Förderprogrammen vorstellen. Bewährte Programme wie das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und die Stadterneuerung müssen weitergeführt und konsequent der Entwicklung der Ortskerne Vorrang einräumen, erläutert Dr. Walter Kilian, der aus seiner Erfahrung als Leiter der Bauabteilung im baden-württembergischen Innenministerium und als ehemaliger Geschäftsführer der früheren, landeseigenen Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) spricht.

Grundsteuer als Hebel

Neben einem Bewusstseinswandel, zum Beispiel zur interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Gemeinden zur Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauprojekten, sieht der Schwäbische Heimatbund das Grundsteuerrecht als wirksamen Hebel, bereits genutzte oder brachliegende Flächen innerhalb der Städte und Gemeinden stärker zu nutzen. Gemeinden sollten die Möglichkeit bekommen, für einzelne Zonen im Ort eine ermäßigte Grundsteuer festzulegen und gleichzeitig für bebaubare aber ungenutzte Grundstücke die Grundsteuer zu erhöhen, sagt der stellvertretende Vorsitzende Walter Kilian. Parallel sollen nach den Vorstellungen des Vereins bei der Einkommenssteuer die für Sanierungsgebiete geltenden höheren Abschreibungsregeln auch für den Bau neuer Gebäude gelten, die dort errichtet werden.

Mit Briefen und einer Broschüre will der Schwäbische Heimatbund bei der Landesregierung, Landtagsabgeordneten, Parteien, Fachleuten, Bürgern und Kommunen für seine Vorstellungen werben. Wir wollen damit der Diskussion einen neuen Schub geben, denn die demographische Entwicklung hin zu immer weniger, aber immer älteren Menschen macht auch vor Baden-Württemberg nicht halt. Dies ist für die Kommunen Gefahr und Chance zugleich, schließlich wollen gerade Ältere verstärkt wieder in die Stadt ziehen, sagt Dr. Walter Kilian.

(dazu: SHB-Pressemitteilung vom November 2013)