Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 2004

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Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 2004

Mit Herz und Hand Kulturlandschaft erhalten!

Zwei Männer richten eine verfallene Weinbergmauer wieder auf

Wie ein bunter Atlas der baden-württembergischen Kulturlandschaften präsentieren sich stets die Bewerbungsunterlagen um den Kulturlandschaftspreis. Bei 54 Bewerbungen in diesem Jahr war es nicht einfach für die Jury, eine Auswahl zu treffen. Spiegeln doch die allermeisten Bewerbungsunterlagen ein beeindruckendes Engagement wieder. Im 14. Jahr des Kulturlandschaftspreises standen am Ende des Auswahlverfahrens sieben Preisträger fest, die mit beispielhaften Ideen, mit Tatkraft und langjähriger Ausdauer ihren Beitrag dazu leisten, überlieferte Kulturlandschaft zu erhalten. (Zum Bericht über die Preisverleihung)

Zum Sonderpreis Kleindenkmale, der in diesem Jahr zum fünften Mal ausgelobt war, gab es insgesamt 26 Wettbewerbsbeiträge. Sechs von ihnen konnten sich schließlich als Preisträger durchsetzen.

Ein breites Spektrum

In diesem Jahr waren es wieder vermehrt Vereine und Gruppen, die mit ihren Aktivitäten und ihrem ehrenamtlichen Engagement zur Auswahl standen. Und da gibt es ein breites Spektrum preiswürdiger Leistungen! Von Beispielen langjähriger Wacholderheidenpflege über die Sicherung traditioneller Weinbaulandschaften bis hin zu Aktivitäten, die sich darum bemühen, Kinder und Jugendliche an das Thema Kulturlandschaft heranzuführen, reicht die Palette. Immer wieder und zunehmend sind es ganzheitliche Ansätze, mit denen die Gruppen sich präsentieren: Sie engagieren sich für verschiedene Aspekte "ihrer" Kulturlandschaft gleichzeitig, mobilisieren die junge Generation für das Thema und machen häufig eine pfiffige Öffentlichkeitsarbeit - eine interessante Entwicklung! Neben dem Schwerpunkt bei der ehrenamtlichen Arbeit von Vereinen und Bürgergruppen gab es aber auch wieder preiswürdige Beispiele bäuerlicher Familienbetriebe, in denen die Erhaltung einer lebenswerten Kulturlandschaft zu den vorrangigen Betriebszielen gehört.

Wir stellen Ihnen hier die Preisträger des Kulturlandschaftspreises und des Sonderpreises Kleindenkmale kurz vor. Ausführlichere Beschreibungen finden sich in der 'Schwäbischen Heimat' 2004/4 sowie in einem Sonderdruck.

Gartenkultur - ein Stück Kulturlandschaft wird neu vermittelt
Förderverein für Garten- und Baukultur Heilbronn e.V.

Gartenkultur und Obstbau blicken im Schwäbischen auf eine lange Tradition zurück und haben unsere Landschaft geprägt. Obstwiesen binden Dörfer und Siedlungen harmonisch in die Landschaft ein. Krautländer - dicht bei dicht - gehören zum Bild im Randbereich unserer Kleinstädte dort, wo die für Realteilungsgebiete so typischen, handtuchgroßen Flurstücke in der Flurbereinigung noch nicht umgelegt wurden. Schwäbische Bauerngärten beherbergen etliche Pflanzenarten und eine Sortenvielfalt, die sonst kaum noch zu finden sind. Und die schwäbischen Gartenhäuser boten zahlreichen Dichtern das richtige inspirierende Umfeld.

Diese für unsere Landschaftsbilder so wichtige Gartenbau-Kultur nicht verloren gehen zu lassen und sie vor allem jungen Menschen nahe zu bringen, hat sich der Förderverein für Garten- und Baukultur Heilbronn e.V. zur Aufgabe gemacht. Entstanden aus einem Arbeitskreis engagierter Bürger, hat der Verein im Jahr 2000 das ehemalige städtische Obstgut der Stadt Heilbronn mit seinen Gebäuden und Flächen übernommen und damit begonnen, es umzugestalten zu einem Lehrgarten regionaler Garten- und Gartenbaukultur.

Ein Schüler beim Umgraben

Heilbronner Schüler mehrerer Klassen bearbeiten mittlerweile ihr Beet im "Botanischen Obstgarten Heilbronn".

Zunächst entstand ein Arboretum aus heimischen Obstbäumen und Sträuchern, aus Schaugärten und Schulgärten. In die Anlage integriert wurde eine sehenswerte Sammlung typischer Gartenhäuser und Gartenpavillons aus der Region, ein Bienenhaus ist gerade neu dazu gekommen.

Mit einem Angebot attraktiver Kurse und öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen im Botanischen Obstgarten Heilbronn leistet der Verein von Anfang an umweltpädagogische Öffentlichkeitsarbeit - vor allem Jugendarbeit. Inzwischen bewirtschaften z.B. fünf Kindergärten und drei Schulklassen "ihr" jeweiliges Beet.

Mit ihrem Engagement verfolgen die Vereinsmitglieder das Ziel, den Funken wieder überspringen zu lassen: die Tradition der Garten- und Obstbaukultur vor dem Vergessen zu bewahren und sie mit der heranwachsenden Generation erneut und verstärkt in die Fläche zu bringen.

Historische Weinbauterrassen - Kulturlandschaft als Lebensraum
Ortsgruppe Oberstenfeld des Naturschutzbundes Baden-Württemberg (Kreis Ludwigsburg)

Eine wieder aufgebaute Trockenmauer im Weinberg

Verfallene Trockenmauern wurden wieder aufgebaut.

Landschaften, die durch traditionelle, inzwischen aber nicht mehr wirtschaftliche Art der Nutzung entstanden sind, können ohne Landschaftspflege nicht überdauern. Sie ahmt die frühere Bewirtschaftung nach und kann so den Erholungswert der Kulturlandschaft ebenso sichern wie den Lebensraum für die Tier- und Pflanzenarten, die auf die traditionelle Bewirtschaftung angewiesen sind. Seit mehr als 10 Jahren kümmert sich die Ortsgruppe Oberstenfeld des Naturschutzbundes Deutschland darum, einen ehemaligen Terrassenweinberg mit seiner typischen Pflanzen- und Tierwelt und mit den steinernen Zeugen seiner Nutzungsgeschichte zu sichern und zu erhalten.

Seit langen Jahren schon wird kein Wein mehr auf diesen steilsten Terrassen der Eichhalde angebaut - Büsche und Bäume hatten das Gelände teilweise überwuchert, andere Teile waren als Wochenendgrundstück genutzt. Unter dem Kronendach des heranwachsenden Waldes aber drohten die letzten Exemplare der typischen licht- und wärmebedürftigen Arten zu verschwinden, die sich mit dem Weinbau angesiedelt hatten. Sie zu retten, ihnen wieder Licht, und Lebensraum zu schaffen, war wohl der treibende Gedanke, als der Verein Anfang der 90er Jahre die drei Grundstücke am Steilhang kaufte, in mühevollem Einsatz Wald und Büsche rodete und die Terrassen seither regelmäßig mäht und pflegt.

Seit über 10 Jahren kümmert sich die NABU-Ortsgruppe darum, auch die steinernen Zeugnisse der Nutzungsgeschichte zu erhalten und wieder instand zu setzen. Abgerutschte und zerfallene Weinbergmauern wurden neu aufgebaut, Staffeln und Wasserbecken gesichert und zwei schon teilweise verfallene "Wengerthäuschen" fachgerecht restauriert.

Wenn wir die Fläche genau anschauen, dann eröffnet sich uns die erstaunliche Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, die sich auf den ehemaligen Weinterrassen wieder angesiedelt hat.

Kulturlandschaft und Technik können sehr gut zusammenpassen
Förderverein "Ein neuer Zug im Kreis" e.V. in Eschenbach (Kreis Göppingen)

Bagger räumen das Bahngelände frei.

Dämme werden mit schwerem Gerät vom Buschwerk befreit.

Der Verein setzt sich seit 1995 für ein integriertes Verkehrskonzept im südlichen Kreis Göppingen ein, wobei als zentrale Maßnahme die Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Bahnstrecke Göppingen - Boll angestrebt wird. Er sorgt auch - etwa mit der liebevollen Restaurierung eine Haltepunktgebäudes - dafür, dass die Infrastruktur der Bahnlinie erhalten bleibt. Der Bezug zum Kulturlandschaftspreis besteht darin, dass die Schwäb'sche Eisebahn (Kgl. Württ. Staatsbahn) durchaus eng in die Kultur und Bewirtschaftung der Landschaft eingebunden war. Um die Flächenverluste wieder auszugleichen, ließ die Bahnverwaltung Böschungen und Bahndämme mit Obstbäumen bepflanzen und verpachtet die Parzellen.

So prägte die Eisenbahn als linienförmiges technisches Element das Landschaftsbild ebenso wie die Bewirtschaftung der Kulturlandschaft. 2002 hat der Verein "Ein neuer Zug im Kreis" damit begonnen, sich um diesen Aspekt, die Eigenschaft der Bahnstrecke als sogenanntes Technotop, zu kümmern.

Mit über 30 Hochstämmen war noch erstaunlich viel Substanz erhalten - darunter Sorten, die inzwischen kaum mehr irgendwo sonst zu finden sind. Allerdings waren die Bäume eingewachsen in Eschen und Brombeergebüsch. Mit großem Gerät und vielen helfenden Händen wurden die Bäume wieder freigestellt und seit 2003 konnten bereits zwei große Apfelsaftaktionen durchgeführt werden.

Auch eine Ergänzung des Baumbestandes und der Ersatz abgehender Bäume durch geeignete Hochstammsorten ist bereits angelaufen. Immer deutlicher wird auch, wie wichtig dieser "längste Biotop im Kreis Göppingen" als linienhaftes Vernetzungselement etwa für die Vogelwelt der umgebenden Landschaft ist.

Wacholderheidepflege - Da geht die Arbeit nie aus!
Schwäbischer Albverein - Ortsgruppe Sulz am Neckar (Kreis Rottweil)

Ohne regelmäßige Beweidung wachsen Wacholderheiden zu und verlieren ihre bunte Vielfalt als Lebensraum. Gibt es also keinen Schäfer mehr, müssen Kettensäge, Sense, Motormäher und viele Helfer die Arbeit der Schafe übernehmen. Darum engagieren sich in jedem Herbst viele Naturschutzvereine, Schulklassen und andere ehrenamtliche Helfer in dieser mühevollen Art der Landschaftspflege für unsere landschaftsprägenden Heideflächen.

Blick auf einen Hang in der Heide.

Die Wacholderheide zeigt sich jetzt wieder von ihrer besten Seite.

Sich dieser Aufgabe allerdings schon seit 20 Jahren Jahr für Jahr zu widmen, dass ist immer noch etwas Besonderes! Im Naturschutzgebiet Albeck, am Hang unterhalb der Burgruine Albeck in Sulz am Neckar gelegen, wurde 1984 mit der Landschaftspflege begonnen. Zu diesem Zeitpunkt war die Heide schon zugewachsen und drohte, endgültig wieder zu Wald zu werden. Bereits damals haben die Aktiven der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins am Steilhang Handarbeit geleistet. Seitdem waren sie jedes Jahr da, wenn es unter der Anleitung des Staatlichen Liegenschaftsamtes daran geht, verbuschte Flächen wieder frei zu machen oder Stockausschläge von Gehölzen nachzupflegen, die im Vorjahr entfernt worden waren und Durchgänge neu zu schaffen, damit die Flächen für Schafe wieder zugänglich werden. Aber obwohl seit 1989 wieder ein Schäfer seine Tiere bis zu vier Mal im Jahr über die Flächen treibt, geht es auch seither ohne den jährlichen Einsatz nicht.

Das Ergebnis allerdings ist beeindruckend: Wie verwandelt präsentiert sich das einst verbuschte Naturschutzgebiet! Je nachdem, ob der Boden über den Kalkfelsen tiefer oder flachgründiger ist, wechseln Kalkmagerrasen mit oder ohne Wacholder, Steinriegel oder Hecken mit markanten Einzelbäumen ab und vermitteln am Hang unter der Burgruine einen Landschaftseindruck des Naturschutzgebietes Albeck, von dem die Sulzer nicht ohne Grund sagen, es sei eine der schönsten Wacholderheiden überhaupt.

Landschaftspflege am Kornbühl - eine Landschaft gewinnt ihr Gesicht zurück
Schwäbischer Albverein - Ortsgruppe Salmendingen und Jugendclub Salmendingen (Zollernalbkreis)

Alte Fotos vom Beginn des 20. Jahrhunderts zeigen den Kornbühl noch als den wohl markantesten Bergkegel der Kuppenalb, bis auf ein paar vereinzelte Wacholder nahezu kahl und gekrönt von der Salmendinger Wallfahrtskapelle, zu der - weithin sichtbar - ein Kreuzweg hinaufführt. Ein geradezu beispielhafter Ausschnitt einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft in Württemberg, die von harter Arbeit, nämlich der Rinder- und Ziegenweide der Salmendinger, ebenso zeugt wie von der Religiosität und Frömmigkeit der hier lebenden Menschen. Mit Aufgabe der Beweidung verbuschte der einst kahle Berg, und zu Beginn der 80er Jahre schaute die Kapelle gerade noch aus einem Wald heraus, der große Teile des Kornbühl bedeckte. Der Kreuzweg, früher weithin sichtbar, ebenso wie die Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten der offenen Kalkmagerrasen waren dabei, im Schatten hoher Bäume zu verschwinden.

Dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, war eines der Ziele der Ausweisung des Kornbühls als Naturschutzgebiet. Und seit 1980 bereits engagiert sich die Ortsgruppe Salmendingen des Schwäbischen Albvereins für dieses Ziel mit aktiver Landschaftspflege am Berg. Nach jahrelanger harter Arbeit mit Motorsäge, Balkenmäher, Sense und Rechen blühen heute beispielsweise wieder acht Orchideenarten am Berg, leben zahllose Schmetterlinge an den Hängen, die sich dem Wanderer in großen Teilen wieder offen präsentieren. Dank der Überzeugungskraft der Albvereinsmitglieder bei innerörtlichen Diskussionen ist heute auch der Schäfer ein gern gesehener Partner, wenn er viermal im Jahr seine Herde am Berg hütet.

Der Bergkegel im Winter, davor ein tiefblauer See.

Der Jugendclub sichert den "Märzenbrunnen", einen temporären Schmelzwassersee neben dem Kornbühl.

Doch nicht nur die Albvereinsmitglieder engagieren sich für ihre Heimat. Eindrucksvoll ist auch das Engagement der jungen Einwohner! Der Jugendclub Salmendingen sichert durch jährliche Landschaftspflegemaßnahmen den sogenannten "Märzenbrunnen", einen temporären Schmelzwassersee in direkter Nachbarschaft zum Kornbühl. Dieses auf der Alb eher seltene Naturphänomen wird von den hier lebenden Menschen als wichtiger Bestandteil ihrer heimatlichen Identität empfunden. Die Jugendlichen engagieren sich auch noch auf andere Weise für ihre Kulturlandschaft. 5.000 Dachziegel von fast 10 to Gewicht schafften sie ohne Autos auf den Kornbühl, als das Dach der Salmendinger Kapelle im Sommer 2002 neu gedeckt werden musste.

Jugendarbeit - ein Weg, Bewusstsein für die Kulturlandschaft zu schaffen
Arbeitskreis Umwelt, Natur und Artenschutz in Straßberg (Zollernalbkreis)

In Straßberg auf der Zollernalb waren unter Schlehen und anderem Gebüsch schon fast verschwundene Trockenbiotope der Auslöser dafür, dass sich Bürger zusammenfanden, um die Vielfalt ihrer Landschaft zu erhalten. Der "Arbeitskreis Umwelt, Natur und Artenschutz Strassberg" hat es sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt, die Pflege aus der Nutzung gefallener Wiesenbiotope mit der Erhaltung einer nahezu ausgestorbenen Haustierrasse zu verknüpfen. Und so wird der Arbeitskreis inzwischen als einziger Zuchtbetrieb des Steinschafes im Herdbuch von Baden-Württemberg geführt. Aber nicht nur die Steinschafe, eine ursprüngliche Rasse wohl des Alpenraumes, sondern auch Kamerunschafe, Ziegen und Zwergziegen setzt der Verein ein, um in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden verbuschten Trockenbiotopen rund um Straßberg mit gezielter Beweidung wieder ihre Funktion in der Landschaft der Zollernalb zurückzugeben.

Schafe und Ziegen an einem Wiesenhang.

Das Steinschaf - eine alte Haustierrasse - wird wieder eingesetzt.

Außerdem überzeugen hier die Jugendarbeit und die Kooperation mit Schule und Schülern, mit welcher der Arbeitskreis bei der nächsten Generation das Bewusstsein für die örtliche Kulturlandschaft weckt. In einem beeindruckenden Programm aufeinander aufbauender Projekttage lernen die Schüler ganz konkret alte Handwerkstechniken, Bewirtschaftungsmethoden der Land- und Forstwirtschaft und Gartenbau und arbeiten von der Schafschur bis zur Verarbeitung der Wolle konkret mit. Und immer wird der Bezug dazu hergestellt, wie diese Kulturtechniken das Bild der Straßberger Landschaft geformt haben.

Kulturlandschaftserhaltung als Betriebsziel - das kann sich rechnen!
Familie Götz in Bodnegg (Kreis Ravensburg)

Mitten in der unverwechselbaren Jungmoränenlandschaft zwischen Waldburg, Amtzell und Bodnegg hat Manfred Götz seinen Hof. Familie Götz bewirtschaftet hier einen reinen Grünlandbetrieb mit 20 Stück Milchvieh und eigener Jungviehnachzucht. Aber es ist eine recht extensive Bewirtschaftung: Bei 58 ha Grünland, einer Besatzdichte von lediglich 0,7 sogenannter "Großvieheinheiten pro Hektar Fläche" und ohne zusätzlichen Kraftfuttereinsatz droht kaum die Gefahr, dass überschüssiger Wirtschaftsdünger - Gülle - in die empfindlichen Feuchtgebiete sickert, die hinter nahezu jedem Hügel in den Senken liegen. Sie sind die biologischen, die naturschützerischen Perlen dieser Landschaft, Streuwiesen, Quellmoore, Zwischen- und Hochmoore und deren charakteristische Lebensgemeinschaften mit Arten, die normalerweise im hohen Norden Europas vorkommen, hier aber seit der Eiszeit überlebt haben.

Manfred Götz und seine Familie haben die Möglichkeiten ergriffen und haben es mit viel Idealismus und Einfallsreichtum geschafft, die Erhaltung dieser besonderen Landschaft zu einem wichtigen Betriebsziel und wirtschaftlichem Standbein des Hofes zu machen. Neben den Grünlandflächen bewirtschaftet bzw. pflegt er 18 ha Nass- und Streuwiesen in acht verschiedenen Feucht- bzw. Naturschutzgebieten der Umgebung. Mit leichtem, zwillingsbereiften Gerät und einem tierschonenden Doppelmesserbalken als Mähwerk ist er für die Feuchtgebietspflege bestens ausgerüstet! Von weiteren 30 ha Pflegeflächen, auf denen der Pflegetrupp der BNL oder die Mähraupe der Forstverwaltung mähen, übernimmt und verwertet er das Mähgut. Was nicht im eigenen Betrieb als Einstreu Verwendung findet, geht an andere Betriebe oder wird als Mulchmaterial in Sonderkulturen untergebracht - sinnvolle Kreislaufwirtschaft statt Abfall. Schließlich übernimmt Familie Götz im Auftrag von Naturschutzverwaltung oder Kommunen auch Spezialaufgaben wie Entbuschungen oder Gehölzpflege.

(verkürzte Fassung eines Textes von Volker Kracht)

Hinweise

Sonderpreis Kleindenkmale

In Heft 4 eines jeden Jahrgangs berichten wir in der Schwäbischen Heimat ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern