Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 2001

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Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 2001

Sieben Bewerber erhielten den Kulturlandschaftspreis 2001 des Schwäbischen Heimatbundes und desSparkassenVerbandes Baden-Württemberg. Die Spanne reicht von der Weinbergsanierung über die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen bis zum Erhalt von Wacholderheiden. Hinzu kamen vier Träger des Sonderpreises Kleindenkmale 2001.

Bemühungen zur Pflege der Kulturlandschaft sind eine ganz wichtige Angelegenheit und gehören zum Kerngedanken des Kulturlandschaftspreises. Wert legt die Jury allerdings grundsätzlich darauf, dass die Pflege nicht "Selbstzweck" bleibt, sondern dass sie über den "reinen Naturschutzgedanken" mit einer traditionellen oder traditionelle Nutzungsweisen nachahmenden Bewirtschaftung im Zusammenhang steht. Kriterien für die Preisverleihung sind also grundsätzlich Elemente, die mit der Kulturlandschaft zu tun haben. Dies sei auch im Hinblick darauf erwähnt, dass neben ehrenamtlichen Aktionen auch Wirtschaftsbetriebe ausgezeichnet werden, die Beiträge zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft leisten.

Die Preisträger 2001

Rodung und Mauernsanierung in aufgelassenen Weinbergen und Neunutzung mit heimischen Obstbäumen

Bürger der Ortschaft Wertheim-Reicholzheim (Main-Tauber-Kreis)

Blick auf steile Weinbergterrassen

Über ein Dutzend Trockenmauern türmt sich am Steilhang des Taubertals übereinander. Wo jetzt locker Obstbäume stehen, war vor wenigen Jahren noch undurchdringliches Gestrüpp.

Die Hänge des Taubertales waren vor zweihundert Jahren zum überwiegenden Teil Weinberge und galten als das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Deutschlands. Was wir heute dort an Weinbergen sehen, ist nur noch ein ganz kleiner Bruchteil. In der Umgebung von Tauberbischofsheim und Werbach, wo das Taubertal weit und offen ist, kann man sich die einstige Weinbaulandschaft noch im Geiste vorstellen, weiter nördlich, wo die Tauber aus dem Muschelkalk in den Buntsandstein übergeht und ein enges, gewundenes Tal hat, kaum mehr: Wald überwiegt allerorten. Nur im Winterhalbjahr sieht man die im Buntsandsteingebiet typischen einstigen Trockenmauern noch aus dem undurchdringlichen Gestrüpp hervorlugen.

Angeregt durch eine Initiative im benachbarten Waldenhausen (Die Aktivitäten zur Freilegung und Pflege des Walzenberges bei Waldenhausen wurden bereits 1999 mit dem Kulturlandschaftspreis ausgezeichnet) hat man im Herbst 1998 auch in Reicholzheim - beides sind Stadtteile von Wertheim (Main-Tauber-Kreis) - begonnen, sich der alten Kulturlandschaft zu besinnen. 14 Hektar groß ist der bis dahin völlig der natürlichen Verwachsung überlassene Hang mit den Gewann-Namen Sommerleite und Heiliger Weinberg, 125 Grundstückseigentümer haben Besitz dort. Man könnte annehmen, es sei ein aussichtsloses Unterfangen, hier die alten Terrassen wieder freizulegen und die Mauern in einen ordentlichen Zustand zu bringen.

Paul Haimann, 82 Jahre alt, heißt der Mann, der zusammen mit Ortsvorsteher Rolf Sommer die Initiative ergriff und innerhalb von zwei, drei Jahren etwas zuwege brachte, was anfangs kaum erhofft werden konnte: In einer Versammlung der Grundstückseigentümer im Sommer 1998 warben die beiden für das Projekt und bemühten sich erfolgreich um Geldmittel der Stadt und der Naturschutzverwaltung des Landes. Im Spätherbst 1998 bereits waren etwa 30 Eigentümer mit der Entbuschung ihrer Grundstücke beschäftigt, im Winter 2000 waren 95 Prozent erreicht.

Inzwischen sind 121 Grundstücke gepflegt, die vier restlichen werden bewusst im alten Zustand belassen. Einst als Zierbäume gepflanzte Nadelbäume und Eichen, die mit ihrem Wurzelwerk die Mauem sprengen, wurden samt und sonders gefällt, der gesamte Hang wird heute als Terrassen-Obstbaumwiese genutzt: Überwiegend Apfelbäume, aber auch Birnen, Zwetschgen und Mirabellen gedeihen dort. Rund 10.000 Arbeitsstunden (!) wurden für die Entbuschung und Wiedererrichtung der Trockenmauern geleistet.

Naturnahe Bewirtschaftung, Wiederbewirtschaftung und Erhaltung terrassierter Steillagenweinberge im Enztal

Roland W. Vollmer in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg)

Weinberg mit Mauer und Häuschen

Ein schwäbischer "Mäuerles-Wengert" mit Wengerter-Häuschen im Enztal.

Im Enztal bei Bietigheim-Bissingen (Landkreis Ludwigsburg) ist der Weinbau noch wesentlich verbreiteter als im unteren Taubertal, doch ist auch hier die Tendenz zur Nutzungsaufgabe einzelner Terrassenparzellen bzw. deren Umwandlung in Obstbaum- oder Freizeitgrundstücke unverkennbar. Im Großen und Ganzen werden die Rebhänge im Nebenerwerb, abends und am Wochenende, bewirtschaftet. All denen, die sich abmühen, diese traditionelle, seit rund einem Jahrtausend in dieser Form bestehende Kulturlandschaft zu bewirtschaften, gebührt Dank.

Roland W. Vollmer und seine Familie lebt vom Wein- und Obstbau. 1977 hat er das Betriebsgebäude in der Bietigheimer Innenstadt und etliche Weinberge von den Großeltern übernommen und seither ständig ausgebaut und modernisiert. Weingut, Weinstube (seit 1993), Obstgut und Brennerei sind die Betriebszweige. Jahr für Jahr wurden und werden Weinberge hinzugenommen, die sonst nicht weiter bewirtschaftet und der Verbuschung anheimfallen würden. Auch bereits verwilderte Weinberge wurden gerodet und neu bestockt. Jedes Jahr erstellt der Familienbetrieb viele Meter neuer Trockenmauern und repariert die bestehenden, die einzufallen drohen.

Die Bewirtschaftung der terrassierten Steillagen ist mit erheblichem Aufwand verbunden: der Aufwand bewegt sich hier je nach Reparaturbedürftigkeit der Mauern zwischen 1000 und 1400 Arbeitsstunden. Die Erzeugung der Vollmerschen Weine geschieht ausschließlich in Handarbeit; in den Steillagen sind die heute sonst üblichen schmalspurigen Weinbergtraktoren nicht einsetzbar.

Nicht das wirtschaftliche Ergebnis des Betriebes ist für die Verleihung des Kulturlandschaftspreises ausschlaggebend, sondern allein das, was sich im Prospekt der Familie Vollmer so liest: In diesem intakten Öko-System heißen die Nachbarn unserer Trauben Feuersalamander, Igel, Dachs, Zauneidechse, Gartenrotschwanz und Hauswurz. Auf den Schrannen im Mäuerles-Wengert wachsen die Trauben für einen hervorragenden Wein, und wir erhalten einen wichtigen Teil der traditionellen schwäbischen Kulturlandschaft.

Beweidung einer Wacholderheide unterm Rosenstein mit afrikanischen Kamerunschafen

Eberhard und Ilona Bauder in Heubach (Ostalbkreis)

Schafe auf einer steilen Wiese

Ein ungewohntes Bild: Schafe, die auf den ersten Blick wie Ziegen aussehen. Familie Bauder hat beste Erfahrungen mit dieser Rasse auf der Heidelandschaft bei Heubach gemacht.

Kamerunschafe gehören eigentlich nicht auf die Alb, sondern nach Afrika, könnte man meinen. Aber die rostbraunen, relativ kleinen Tiere, die auf den ersten Blick wie kleine Ziegen aussehen, sind eine besonders robuste Haarschafrasse und bestens an hiesige Verhältnisse angepasst. Zu finden ist die etwa drei Hektar große Heide, auf denen die zurzeit 20 Mutterschafe und 19 Lämmer weiden, am Fuß des bekannten Rosensteins bei Heubach (Ostalbkreis). Seit fünf Jahren wird die Heide, die von einzelnen Wacholdern, Heckenrosensträuchern und Laubbäumen durchsetzt ist, von den Schafen beweidet; vorher war jahrelang kein Schäfer mehr vorbeigekommen.

Von Anfang Mai bis in den Monat Oktober sind die Tiere von Eberhard und Ilona Bauder aus Heubach auf der Heide, die mit Pferchzäunen in einzelne Teilgebiete unterteilt ist. Die Maschenzäune werden im vierzehntägigen Rhythmus umgesetzt, was mit viel Arbeit verbunden ist, da sich die Pfähle in dem steinigen Erdreich nur schwer befestigen lassen. Den Winter über sind die Schafe auf einer großen Obstbaumwiese der auf Gemarkung Heubach untergebracht, haben einen offenen Stall und können sich frei auf dem Gelände bewegen. Sie bekommen das ganze Jahr über nur das Futter, das sie auf den Wiesen und der Heide finden. Selbst im Winter bedarf es keinerlei zusätzlicher Futtermittel; verfüttert wird nur Heu aus Obstbaumwiesen und Heiden. Die Heide und einige Obstwiesen werden zur Heugewinnung mit einem Balkenmäher nachgemäht.

Familie Bauder schreibt: Die Tatsache, dass immer mehr landwirtschaftliche Flächen zurückgegeben werden und sich kaum jemand findet, der diese Wiesen und Heiden in Zukunft pflegen will, sehen wir mit Besorgnis. Wir wollen deshalb mit der Pflege dieser Wacholderheide ein Stück Kulturlandschaft erhalten.

Erhaltung von Streuobstwiesen am Albtrauf durch Obstankauf, Verarbeitung und Vermarktung

Jörg Geiger in Schlat (Kreis Göppingen)

Obstbaumwiese mit Dorf im Hintergrund

Schlat liegt zu Füßen der Schwäbischen Alb, eingerahmt von Obstbaumwiesen. Nur wenn das Obst eine Verwertung findet, kann dieses schöne Landschaftsbild erhalten werden.

Um von vornherein kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Prämiert wird kein französisches Weinprodukt, sondern eine Aktion, die sich um eine uralte schwäbische Birnensorte mit dem Namen Champagner-Bratbirne rankt. Bereits 1802 gab es die Bezeichnung, und schon 1760 wurde dem Most der als rohe Frucht kaum genießbaren Bratbirne bescheinigt, dass er einen ganz besonders angenehmen Geschmack hat, und wenn man ihn spuntet und nicht ganz gären lässt, sondern in Bouteillen füllt, so moussiert er wie der Champagnerwein und hat vieles von seinem Geschmack an sich.

Nun, die Gerichtsverfahren, die um die Bezeichnung des Birnenschaumweins, der in Schlat (Landkreis Göppingen) hergestellt wird, geführt wurden, interessieren hier nicht; nennen wir das Erzeugnis schlicht und einfach Birnenschaumwein.

Jörg Geiger, Wirt vom Gasthof Lamm in Schlat, setzt sich ein für die Erhaltung der Kulturlandschaft des Albrandgebietes, und dort, in einem breiten Streifen zwischen Filder und Albtrauf, ist der Obstanbau seit Jahrhunderten Tradition. Er kauft das Obst der in der Umgebung von Schlat noch reichlich vorhandenen uralten Birnbäume seit 1997 zu gutem Preis auf und verwertet den Most nach einem Herstellungsverfahren, das er sich patentieren ließ. Das Erzeugnis hat - nicht ohne Grund - schnell einen vorzüglichen Ruf erlangt, und so hat das Interesse an der alten Birnensorte, die fast in Vergessenheit geraten war, wieder deutlich zugenommen: Rund hundert Erzeuger aus dem gesamten Albvorland liefern nunmehr ihre Bratbirnen in Schlat ab, und so kann mancher altehrwürdige Baumriese erhalten bleiben, der sonst vielleicht gefällt worden wäre.

Damit sind wir beim Kern der Sache: Landauf, land ab wird geklagt, dass sich die herbstliche Plage mit dem Mostobst nicht mehr lohnt. Wer arbeitet schon gerne bei einem rein rechnerischen Stundenlohn von weniger als einer Mark? Das Ergebnis: Zahllose Obstbaumwiesen werden nicht mehr gepflegt, und so verschwinden Jahr für Jahr nicht wenige der unsere Landschaft prägenden Baumwiesen. Jeder weiß: Ohne verbesserten Absatz des Obstes wird sich an der Situation nichts ändern.

Jörg Geiger aus Schlat hat eine Marktnische erkannt und ist damit erfolgreich. Die traditionelle Kulturlandschaft im Albvorland hat ihren Nutzen davon. Dieser Aspekt, und nur dieser, war für die Juroren ausschlaggebend für die Preisvergabe - wie immer nun in Zukunft das Erzeugnis auch heißen mag!

Erhaltung und Belebung der Kulturlandschaft durch Biotopvernetzung, ökologische Waldrandgestaltung und Pflege von Streuobstwiesen. Beweidung von Heideflächen durch eigene Schaf- und Ziegenherde

Arbeitskreis Umwelt und Natur Winterlingen (Zollernalbkreis)

Zelte auf einer Wiese

Beim Heidefest auf der Harthauser Heide unweit von Winterlingen konnte sich die interessierte Öffentlichkeit ein anschauliches Bild von beweideten und unbeweideten Trockenrasen machen.

1989 wurde auf Initiative der Gemeindeverwaltung der "Arbeitskreis Umwelt und Natur" in Winterlingen (Zollernalbkreis) gegründet. Ziel war es, ein in Sachen Natur- und Umweltschutz kompetentes Gremium zu schaffen, bei dem ehrenamtliche Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen beratend tätig sein können. Bald jedoch wurden von diesem Arbeitskreis selbstständig Projekte der Kulturlandschaftspflege angegangen, und 1997 hat sich das Gremium in einen nichtrechtsfähigen Verein umgewandelt. Fünfzehn engagierte Mitglieder umfasst der Arbeitskreis derzeit, bei verschiedenen Initiativen kann auf weitere Kräfte zurückgegriffen werden.

Zwar berät der Arbeitskreis nach wie vor die Gemeinde bei allen Vorhaben, die im Außenbereich vorgesehen sind. Hauptaufgabe sind jedoch Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung der Kulturlandschaft. Aktionen zur Biotopvernetzung, Pflegearbeiten auf einer Heide, die Gestaltung von Waldrändern und die Förderung der Obstbaumwiesen sind wichtige Marksteine der Aktivitäten.

Nach anfänglich sehr reservierter Haltung bei den betroffenen Grundstückspächtern konnten auf Markung Harthausen vom Arbeitskreis seit 1994 auf fünf Hektar Fläche verschiedene Maßnahmen zur Biotopvernetzung angegangen werden. Zunächst gestalteten sich die Arbeiten aufgrund fehlender Unterstützung bei der Bevölkerung jedoch recht schwierig; Akzeptanz und schließlich vereinzelte Unterstützung ergaben sich erst, als mit der Zeit Erfolge sichtbar wurden.

Die etwa sieben Hektar große Harthauser Heide besteht aus einem Mosaik von Halbtrockenrasen, Geröllhalden, Lesesteinhaufen und Hecken, aber auch Fichtenbeständen und Christbaumkulturen. Unter reger Mithilfe der örtlichen Vereine und Bürger konnte in zwei Landschaftspflegeaktionen 1996 und 1997 der lang gezogene Heidestreifen in einen überaus ansprechenden Zustand gebracht werden.

1998 starteten Mitglieder des Arbeitskreises auf zwei Hektar Fläche einen eigenen "Almauftrieb" mit zunächst fünf Schafen. Zwischenzeitlich sind sieben Schafe und fünf Ziegen auf der Heide! Es bleibt zu hoffen, dass die Bemühungen des aktiven Arbeitskreisesallgemeine Akzeptanz und reichlich Unterstützung finden.

Pflege von Heiden, Streuobstwiesen, Feuchtgebieten und Hecken zur Erhaltung der Kulturlandschaft sowie Maßnahmen zum Vogelschutz

Schwäbischer Albverein Ortsgruppe Oggenhausen/Staufen (Kreis Heidenheim)

Kinder mit selbstgebauten Nistkästen

Nistkastenbau ist bei Jugendlichen sehr beliebt. Durch Pflege und Beobachtung des selbstgebastelten Kastens lernt man die heimische Vogelwelt am besten kennen.

Im Heidenheimer Stadtteil Oggenhausen gibt es eine Albvereins-Ortsgruppe mit rund hundert Mitgliedern, die seit Jahren in der Pflege von Hecken und Obstbäumen, mit der Betreuung von Heiden, Weihern und anderen naturkundlichen Besonderheiten der Markung sowie durch Baumpflanzaktionen von sich reden macht. Manche Pflegemaßnahmen werden allein von der Ortsgruppe Oggenhausen durchgeführt; die Regel ist aber, dass mit Mitgliedern benachbarter Ortsgruppen und anderen Verbänden und Organisationen zusammengearbeitet wird. Aktiv bei Landschaftspflegemaßnahmen sind mehr als ein Dutzend Mitglieder.

Die Palette der Aktivitäten ist recht umfangreich; nur auszugsweise können einige vorgestellt werden: Der Suppenkopf - der Gewann-Name ist rätselhaft - ist eine Wacholderheide an der Straße von Heidenheim, die vom Schäfer und seinen Schafen nur noch selten aufgesucht wird. Das Ergebnis: Fichtensämlinge keimten zuhauf und Schwarzdorn breitete sich aus. Die Albvereinler aus Oggenhausen entfernen zusammen mit Heidenheimer Helfern alles, was zu viel ist, und halten somit die Heide frei. Ansonsten wäre die schöne, etwa fünf Hektar große Heide heute schon längst zu Wald geworden. Dieselbe Arbeit ist im ehemaligen Steinbruchgelände an der Hirschhalde oberhalb Heidenheim vonnöten.

Heckenpflege ist ein weiteres Tätigkeitsgebiet. Von Hecken begrenzte Schaftriebe wachsen zu, das Fahren auf Feldwegen wird durch randliche Hecken erschwert, wenn sie nicht gepflegt werden. Unter fachmännischer Anleitung durch einen "Heckenpflegebeauftragten" der Heidenheimer Stadtverwaltung werden von den Albvereinlern in Oggenhausen über zwei Kilometer Heckenstreifen betreut, wobei jedes Jahr mosaikartig etwa 150 Meter auf den Stock gesetzt und auf diese Weise verjüngt werden. Nistkastenbau mit Schulkindern und das fachgerechte Aufhängen an Waldrändern und in Obstbaumwiesen gehört zu erfolgreicher Jugendarbeit.

Alles in allem: Die Albvereinler in Oggenhausen bemühen sich, ihre Markung in einem ansehnlichen Zustand zu halten. Dazu gehören Engagement, Tatkraft und Sachkunde.

Erhaltung von Wacholderheiden durch Entbuschung, Pflege und Beweidung mit einer Schaf- und Ziegenherde

Schwäbischer Albverein Ortsgruppe Herrlingen (Alb-Donau-Kreis)

Menschen an einem Steilhang der Heide

Nachdem überzählige Bäume und Sträucher von Fachleuten umgesägt sind, haben ehrenamtliche Helfer aus Herrlingen viel Arbeit mit dem Aufräumen. Auch Jugendliche kommen an einem solchen Steilhang außer Atem.

Auch in Herrlingen, zur Gemeinde Blaustein (Alb-Donau-Kreis) gehörend, ist es die Albvereins-Ortsgruppe, die ein großes Engagement bei der Pflege von Natur und Landschaft der Umgebung an den Tag legt. 230 Mitglieder zählt die Ortsgruppe, und rund zwei Dutzend davon engagieren sich seit 1994 bei Landschaftspflegearbeiten. Für Heidepflegemaßnahmen hat die Gemeinde der Albvereins-Ortsgruppe eine Patenschaft übertragen.

Auf der über vier Hektar großen Heide "Beibuck" , die mit steilem Hang direkt am Ortsrand von Herrlingen markant aufragt, muss jedes Jahr eine mehrtägige Aktion stattfinden. Landwirte, die Jugendfeuerwehr und Schüler der Lindenhofschule unterstützen die Albvereinler. Das Ziel, die nicht mehr beweidete und stark verbuschte Heide freizulegen und offen zu halten, ist zwischenzeitlich erreicht worden. Nun aber muss durch ständige Nachpflege der augenblickliche Zustand gesichert werden. Die Arbeiten sind nicht einfach, weil man an den Heidehang nicht mit Fahrzeugen heranfahren kann. Sämtliches Material, abgesägte Bäume und Sträucher wie auch beseitigtes verfilztes Gras, muss mit Schlepptüchern den Hang hinabtransportiert werden; Sträucher werden gehäckselt, das Mulchgut wird von Bürgern zum Abdecken offenen Bodens verwendet.

Es geht bei den Pflegemaßnahmen zum einen um die Erhaltung von Standorten für Pflanzen wie Thymian und Karthäuser-Nelke, aber auch um das Freistellen von Felsen, damit an den besonnten Stellen Mauerpfeffer und andere lichtliebende Arten gedeihen können. Ein nicht unwichtiger Nebeneffekt: Von den freigestellten Felsköpfen hat man einen schönen Ausblick auf den Ort Herrlingen.

Seit diesem Jahr hat Schäfer Wilhelm Stotz aus dem benachbarten Bermaringen die Heide wieder in seine Obhut genommen und fährt regelmäßig mit seiner Herde vorbei, sodass sich der Pflegeaufwand mit mechanischen Hilfsmitteln in Zukunft in Grenzen halten dürfte. Da neben den Schafen auch Ziegen eingesetzt werden, ist der Verbiss aufkommender Gehölze gewährleistet.

(Texte: Reinhard Wolf; Bilder: Vollmer, Sommer, Krüger, Geiger, Hermann, Dempel, Lauer, Schmid)

Hinweise

In der Schwäbischen Heimat berichten wir jedes Jahr ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Die Preisträger werden im Spätsommer eines jeden Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet üblicherweise im Herbst in der Stadt oder Gemeinde eines der Preisträger statt.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern