Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 2000

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Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 2000

Sieben Bewerber erhielten den Kulturlandschaftspreis 2000 des Schwäbischen Heimatbundes und desSparkassenVerbandes Baden-Württemberg. Die Spanne reicht vom landwirtschaftlichen Betrieb über die Arbeit im Weinberg bis zum nachhaltigen Pflegeeinsatz.

Im Zusammenhang mit dem Anlaufen unserer landesweiten Aktion zur Dokumentation von Kleindenkmalen wurde dieses Jahr ein Sonderpreis für den Einsatz bei Kleindenkmalen ausgelobt. Groß war die Überraschung, als 42 Bewerbungen für diesen Sonderpreis eingingen. Ein überaus erfreuliches Ergebnis, das zeigt, dass es in unserem Land viele Kleindenkmal-Freunde gibt. (Zum Sonderpreises Kleindenkmale 2000.)

Dass in diesem Jahr - dem zehnten, in dem der Kulturlandschaftspreis vergeben wird - mit 71 Bewerbungen der absolute Rekord an Einsendungen aufgestellt wurde, zeigt eindeutig: der Preis hat einen großen Bekanntheitsgrad gewonnen. Und zum anderen ist damit bewiesen, dass es nach wie vor zahlreiche Einzelpersonen, Familien und Gruppierungen jeglicher Art und Größe gibt, die sich für unsere Kulturlandschaft engagieren! Wie immer kam dem Aspekt Kulturlandschaft, also dem menschlichen Wirken, der Aufrechterhaltung traditioneller Wirtschaftsweisen oder der Pflege bedeutsamer Ausschnitte der Kulturlandschaft, ein besonderes Augenmerk zu. Bewusst hebt sich der Kulturlandschaftspreis damit von Naturschutzpreisen ab, wobei es zugegebenermaßen fließende Übergänge gibt.

Die Preisträger 2000

Erhalt und Wiederaufbau eines kulturhistorischen Weinbergs bei Gundelsheim

Stefanie und Norbert Greiss (Landkreis Heilbronn)

Menschen mit Werkzeugen bei der Arbeit

Trockenmauer-Renovierung beim achteckigen Pavillon hoch über dem Neckartal.

Schon die Römer haben nachweislich im Neckartal Weinbau betrieben. Man geht heute allgemein davon aus, dass aber erst im 10. Jahrhundert in größerem Umfang die ursprünglich mit Buschwerk und lockerem Wald bestandenen Neckartalhänge gerodet, terrassiert und mit Reben bepflanzt worden sind. Die Umgestaltung der Steilhänge in die beeindruckende Kulturlandschaft des Weinbaus hat also vor zweitausend Jahren begonnen und vor etwa tausend Jahren einen Höhepunkt gehabt.

Das Gewann "Himmelreich" ist einer der landschaftlich beeindruckendsten Weinberge am Neckar, und dies nicht nur wegen seiner direkten Nachbarschaft zum Deutschordensschloss Horneck: Rund ein Dutzend mehrere Meter hohe Mauern türmen sich übereinander auf. Neben dem Weingut der Staatlichen Weinbauschule Weinsberg gibt es am Gundelsheimer MichaeIsberg auch private Grundstücke. Etliche davon, vor allem auf der Seite gegen den Neckar, sind vor etlichen Jahren brachgefallen und verbuschen zusehends, wodurch der Gesamteindruck des "Himmelreichs" leidet. Auch der vom Ehepaar Greiss 1992 übernommene Weinberg am Hang gegenüber von Schloss Horneck wurde in den Jahren zuvor nur noch sehr extensiv bewirtschaftet.

Auf einer Gesamtanbaufläche von fast zwei Hektar haben Stefanie und Norbert Greiss die Terrassen von aufkommendem Gehölz gesäubert, teilweise sogar Gebüsch gerodet und danach mit der klassischen Württemberger Rebsorte Lemberger neu bestockt. Auch etwa hundert Jahre alte Rebstöcke der Sorten Frühburgunder (Clevner) und Schwarzer Urban wurden erhalten und werden weiter bewirtschaftet. Die riesigen Trockenmauern mit einer Gesamtfläche von über 4000 qm (!) wurden weitgehend von Bewuchs befreit, erhalten nun wieder volle Sonne und sind Lebensraum für viele an Wärme und Trockenheit angepasste Pflanzen und Tiere.

Doch damit nicht genug: Die Restaurierung des 1830 erbauten achteckigen "Pavillons" (geschütztes Kulturdenkmal), ein Wahrzeichen nicht nur des Greiss'schen Weinbergs, sondern der ganzen Weinbaugemeinde GundeIsheim, wurde 1999 angegangen und zwischenzeitlich abgeschlossen.

Bewirtschaftung von landschaftlich und ökologisch wertvollen Grenzertragsflächen

Familie Margarete und Rolf Haag in Enzklösterle-Gompelscheuer (Landkreis Calw)

Bauer mit Kühen

Rolf Haag mit einem Teil seiner Herde im Quellgebiet der Großen Enz.

Der Weiler mit dem auffallenden Namen Gompelscheuer gehört zur Gemeinde Enzklösterle (Landkreis Calw) und liegt im obersten Enztal nahe der Quelle der Großen Enz. Die Markungen dieser Gegend sind teilweise mehr als 90 Prozent bewaldet - in der Gemeinde Enzklösterle sind es 86 Prozent -, und die schmalen Wiesentäler sind meist die einzigen Freiflächen. Familie Haag bewirtschaftet im Nebenerwerb einen Mutterkuhbetrieb mit 41 Kühen, meist Vorderwäldern, samt Nachzucht auf einer Fläche von etwa 75 Hektar: ausschließlich Grünland, größtenteils Talwiesen oder magere, schwer zugängliche Hänge entlang der Enz und der zahlreichen aus den Wäldern kommenden Seitenbäche. Es handelt sich dabei zweifellos um Grenzertragsstandorte, deren Bewirtschaftung aus rein ökonomischer Sicht nicht rentabel erscheint. Dass die Familie Haag trotz dieser naturgegebenen Erschwernisse und der ökonomischen Zwänge diese landschaftlich reizvollen Gebiete bewirtschaftet, zeugt von ausgeprägter Heimatverbundenheit.

1977 hatte Rolf Haag den kleinen landwirtschaftlichen Betrieb von einem Verwandten übernommen. Im Lauf der Jahre hat die Familie Haag laufend frei werdende Flächen übernommen, den Tierbestand vergrößert und auf Mutterkuhhaltung umgestellt. Zwischenzeitlich werden auch Winterfutterwiesen auf der Höhe bei Besenfeld (Lkr. Freudenstadt) bewirtschaftet und im Herbst als Weide genutzt. Familie Haag bewirtschaftet eine reich strukturierte Kulturlandschaft und bewahrt diese vor der völligen Umwandlung in Wald. Nur wenigen Besuchern, die die Erholungsregion Nordschwarzwald bereisen und sich an den schönen offenen Talauen erfreuen, ist bewusst, wer diese Landschaft erhält und unter welchen arbeitswirtschaftlichen Bedingungen diese Leistungen erbracht werden.

Schutz und Erhalt der Wacholderheiden in Gomadingen und Umgebung

Schäfereibetrieb Johanna und Thomas von Mackensen in Gomadingen-Wasserstetten (Kreis Reutlingen)

Schafe in der Heidelandschaft

Schafherde auf dem Triebweg durch die typische Heidelandschaft der Schwäbischen Alb.

Was in anderen Gegenden Schwierigkeiten bereitet oder überhaupt nicht mehr funktioniert, ist im Raum Gomadingen - Dottingen - Großes Lautertal (Landkreis Reutlingen) im Aufbau: eine voll funktionsfähige Schäferei. Die Wanderschäferei hatte in Südwestdeutschland im 18. und 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Rund 600.000 Schafe gab es um 1850 in Württemberg. Eine Vielzahl von Gründen, vorwiegend wirtschaftlicher Art, hat dazu geführt, dass immer mehr Schäfer aufgaben.

Trotz aller Probleme kämpfte sich das junge Ehepaar von Mackensen - sie Schäfermeisterin, er ebenfalls Schäfer - durch und hat nach Jahren des Aufbaus nunmehr eine einigermaßen gesunde wirtschaftliche Basis gefunden. Der Betrieb hat zwischenzeitlich mehr als 700 Mutterschafe, die in zwei Herden geteilt sind. Als einer der wenigen Betriebe ernährt sich die Schäferei von Mackensen ausschließlich von Wacholderheiden. Durch systematische Einteilung des Weidebetriebes hat sie es geschafft, die gesamten verbliebenen Wacholderheiden und Kalkmagerrasen der Gemeinde Gomadingen und die Weiden von Münsingen-Dottingen in ein zweckmäßiges Verbundsystem zu integrieren.

Alle seine Weideflächen hat der Betrieb von Mackensen gepachtet; momentan sind dies etwa 270 Hektar Wacholderheiden und Kalkmagerrasen sowie etwa 20 Hektar Wiesen und Mähweiden. Eine Ziegenherde wird von Thomas von Mackensen "so nebenher" betreut und in einem befristet eingezäunten, vier Hektar großen, total verbuschten Gelände gehalten. In Ergänzung zur Schafherde kann mit den Ziegen dem Gehölzaufwuchs verbuschender Heiden wesentlich besser zu Leibe gerückt werden.

Einen wichtigen Teil des Einkommens bestreitet das Schäferehepaar von Mackensen aus der Selbstvermarktung. Lammfleisch, verschiedene Lammwurstsorten und Schaffelle werden direkt ab Betrieb verkauft. Eine gute Vermarktung der Produkte ist für den wirtschaftlichen Erfolg unabdingbar.

Pflege und Erhaltung der Heidelandschaft rund um Burladingen

Ortsgruppe Burladingen des Schwäbischen Albvereins (Zollernalbkreis)

Sommerliche Heidelandschaft

Was wäre die Schwäbische Alb ohne Wacholderheiden? Ohne ehrenamtlichen Einsatz waren allerdings Heiden wie der Nähberg bei Burladingen nicht offen zu halten. Schäfer und Pfleger müssen gut zusammenarbeiten.

Die Ortsgruppe Burladingen des Schwäbischen Albvereins ist eine derjenigen Gruppen, die sich ihrer Gemeinde und Gemarkung in besonderem Maß verpflichtet fühlen. So sind mal mehr, mal weniger der insgesamt 540 Mitglieder immer wieder und dies über viele Jahre hinweg mit verschiedenen Aktionen zum Schutz und zur Erhaltung der Kulturlandschaft rings um Burladingen (Zollernalbkreis) befasst.

So steht beispielsweise der Nähberg auf Gemarkung StarzeIn, ein idyllischer Wacholderheidehang, schon seit fast zwei Jahrzehnten unter der besonderen Obhut der Ortsgruppe Burladingen. Der Nähberg ruft und viele kommen, heißt es seit 1982. Waren es anfangs "nur" ein paar Hand voll Albvereinler, die im Zusammenwirken mit dem Forstamt die Pflege der knapp 30 Hektar großen Heide übernahmen, konnten seit 1991 die örtlichen Schulen zur Mithilfe gewonnen werden. Letztes Jahr machten acht Lehrer und 177 Schüler mit, um die Heide von unwillkommenem Baum- und Buschwerk freizuhalten. Bis zu 300 Stunden Arbeitseinsatz leisten die Albvereinler jährlich auf dem Nähberg. Das Ergebnis ist eine schöne, abwechslungsreiche Heidelandschaft, die eigentlich niemand missen möchte und die doch keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist. Im Frühjahr zahlreiche Orchideenarten und jeden Herbst der reichlich blühende Deutsche Enzian belohnen den Einsatz ganz besonders.

Auch den Kleindenkmalen des Gemeindegebietes gilt das besondere Interesse der Burladinger Albvereinsortsgruppe. Sie pflegt mit diesen Aktionen das Geschichtsbewusstsein. Die im Wald versteckten Kleindenkmale können in der Erinnerung der Bevölkerung nur haften bleiben, wenn sie in Ordnung gehalten werden, wenn ihr Aussagewert erhalten bleibt und wenn ständig jemand "nach dem Rechten sieht". Dieses uneigennützige "Nach-dem-Rechten-Sehen" kann man den Burladinger Albvereinlern um Vertrauensmann Albert Restle vollauf bestätigen und kann sich nur wünschen, dass hier wie anderswo möglichst viele Bürger mit offenen Augen durch Wald, Feld und Flur wandern und sich für Natur, Kulturlandschaft und Denkmale engagieren.

Verbindung tier- und naturgerechter Viehhaltung mit einer erfolgreichen Vermarktung im eigenen Gasthof

Familie Waizenegger aus Limpach (Gemeinde Deggenhausertal, Bodenseekreis)

Kinder mit Kühen auf einer Weide

Traditionelle extensive Viehwirtschaft ist auch heute wirtschaftlich und dient der Erhaltung charakteristischer Landschaftsbilder.

Nachdem das Ehepaar Waizenegger ihren Betrieb im 200-Einwohnerdorf Limpach (Gemeinde Deggenhausertal, Bodenseekreis) auf ökologischen Landbau umstellte, haben sie seit 1993 einen anerkannten Naturland-Betrieb. 15 Hektar Ackerland, 34 Hektar Grünland und 20 Hektar Wald gehören zum Betrieb. Die Bullenmast wich einer extensiven Mutterkuh-Haltung; knapp 50 Angusrinder leben überwiegend im Freien, und Schwäbisch-Hällische Schweine sind zwischenzeitlich auch angeschafft.

Der landwirtschaftliche Betrieb ist Teil der Gesamtkonzeption "Wirtshaus - Naturlandhof Tagungshotel" . Seit 1963 betreiben die Waizeneggers den Gutsgasthof "Zum Mohren", aus dem zwischenzeitlich ein komfortables Haus und modernes Tagungshotel mit allem Drum und Dran geworden ist. Alles, was die Landwirtschaft ökologisch produziert, dient ausschließlich dem Gasthof.

Im bodenseenahen Oberland säumen traditionell Obstbaumalleen die Straßen. Familie Waizenegger setzt sich seit Jahren für die Erhaltung dieser Alleen und deren sachgerechte Pflege ein. Zahlreiche Alleen in ortstypischer Mischbepflanzung - Obstbäume, Ahorn, Eberesche - hat die Familie auf eigenem Gelände entlang von Feldwegen gepflanzt und so die teilweise flurbereinigten Fluren aufgelockert. Im Zusammenwirken mit Heckenpflanzungen entstanden so ideale Elemente eines Biotopverbundes. Statt eines Zaunes gliedert beispielsweise eine bis zum Horizont reichende Hecke eine 14 Hektar große Viehweide. Die Pflege vorhandener Obstbäume ist schon eine Selbstverständlichkeit.

Biologisch zu erzeugen und regionale biologische Produkte einzusetzen gehört ebenso zur Gesamtkonzeption wie prinzipiell auf kurze Vertriebswege zu achten. Unsere privaten Initiativen und Maßnahmen tragen zur Pflege und Erhaltung der Landschaft bei - zur Verbesserung des ökologischen Gleichgewichts und der Lebensqualität, beschreibt Familie Waizenegger ihren "umfassenden ökologischen Ansatz".

Pflege und die Öffentlichkeitsarbeit zur Erhaltung von Jura-Heideflächen im Nördlinger Ries

Rieser Naturschutzverein (Ostalbkreis)

Hügelige Heidelandschaft mit Dorf im Tal

Blick vom Beiberg über Bopfingen-Schlossberg hinüber zum Ipf. Die Offenhaltung der Heiden ist mit viel Aufwand verbunden.

Das Ries gehört zwar zum allergrößten Teil zu Bayern, aber der württembergische Anteil ganz im Westen zeigt eine überdurchschnittliche landschaftliche und kulturhistorische Ausstattung. Eine Besteigung des Ipf bei Bopfingen oder ein Besuch des Goldbergs bei Riesbürg (Ostalbkreis) sind unvergessliche Erlebnisse.

Auch der 1972 gegründete Rieser Naturschutzverein hat seine Schwerpunkte im Bayerischen. Dort hat er umfangreichen Geländebesitz, führt alljährlich ein umfassendes Pflegeprogramm durch und versteht es, öffentlichkeitswirksam für die Kulturlandschaft des Rieses und seiner Umgebung einzutreten. Diese Aktivitäten führt der rührige Verein auch im württembergischen Bereich des Riesrandes durch. Durch zahlreiche Führungen, Exkursionen und Vorträge, aber auch durch Pflegemaßnahmen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und der Naturschutzverwaltung hat der Rieser Naturschutzverein die Schutzwürdigkeit von Juraheiden in der Öffentlichkeit dargestellt und für die Pflege und Erhaltung dieser einmaligen Kulturlandschaft vieles geleistet. Stets wird die örtliche Bevölkerung in die Aktivitäten eingebunden und so die Möglichkeit ehrenamtlichen Engagements für die Kulturlandschaft vor der eigenen Haustüre aufgezeigt.

Um möglichst breite Bevölkerungsschichten anzusprechen, wurden vor allem im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden "Rieser Kulturtage" Veranstaltungen durchgeführt, bei denen jeweils Hunderte Besucher einen Überblick über die einmalige Rieslandschaft erhielten. Seit 1977 organisiert der Verein jährlich mehrere Pflegeaktionen in den rechtskräftigen und geplanten Naturschutzgebieten Ipf, Breitwang und Sandberg sowie Flochberg bei Bopfingen, Kapf bei Trochtelfingen und Tonnenberg bei Aufhausen. Das "Wacholderzwicken" am Ipf - die Entfernung aufkeimender Jungsträucher mit der Reb- und Astschere - gehört schon zu den Traditionsveranstaltungen der Gegend.

Der Rieser Naturschutzverein begreift Natur und Landschaft als Teil der bewirtschafteten Kulturlandschaft. Die Zusammenarbeit mit Landwirten und Schäfern ist dabei ständiger Brauch. Dass sich der Verein im Denken wie im Handeln stets der gesamten Landschaft annimmt und nicht nur einzelne Aspekte herausgreift, ist ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsstrategie und besonders auszeichnungswürdig.

Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft am Ebersberg

"Aktionsgruppe Ebersberg" der Ortsgruppe Bisingen des Schwäbischen Albvereins (Zollernalbkreis)

Menschen räumen Gestrüpp zur Seite

Ohne tatkräftige Hilfe vieler Helfer wäre der Ebersberg bei Bisingen längst Wald. Samstäglicher Pflegeeinsatz am Steilhang.

Die "Aktionsgruppe Ebersberg" der Ortsgruppe Bisingen des Schwäbischen Albvereins besteht nicht nur aus Albvereinsmitgliedern, sondern bezieht alle Bürger ein, denen der Ebersberg, quasi der Hausberg von Bisingen (Zollernalbkreis), am Herzen liegt. Zwischen 5 und 75 Jahre alt sind die 20 bis 35 Teilnehmer der Gruppe, die seit 1991 zusammenarbeiten und zwischenzeitlich eine "eingeschworene Familie" bilden.

Sowohl einige ehemalige Ackerterrassen als auch das Weideland und eine große Obstbaumwiese verwandelten sich am Ebersberg langsam in Buschland. Seit etwa 1950 wurden die Obstbäume nicht mehr gepflegt, wurde das Gras nicht mehr gemäht. Das kleingliedrige Mosaik aus Hecken, "Wiesen" unterschiedlichster Ausprägungen, Quell- und Flachmooren, Halbtrockenrasen, Quellhorizonten, Rutschungen und Obstbaumwiesen bietet Lebensraum einer Vielzahl von Tierarten und Standorte zahlreicher seltener Pflanzenarten.

Im Lauf einiger Jahre konnten beinahe 20 Hektar freigepflegt werden, wobei mehrere Hecken aus Schlehe, Weißdorn und Wildrosen stehen gelassen wurden. Ein auf einer Diplomarbeit fußendes Pflegekonzept gab und gibt bis heute die Marschrichtung vor. Nach den ersten fünf Jahren konsequenter Nachpflege waren die Erfolge deutlich sichtbar: Wo vorher undurchdringliches Schlehengebüsch vorherrschte, fand man die charakteristische Heideflora wieder.

1994 konnte nach den vordringlichen Erstpflegemaßnahmen daran gegangen werden, den alten Obstbaumbestand zu pflegen. Es war viel Können gefragt, die über viele Jahre wild gewachsenen Obstbäume wieder einigermaßen in Form zu bringen. 1996 erfolgte die Pflanzung neuer Obstbaum-Hochstämme alter Sorten. Auch wenn noch nicht alle Pläne am Ebersberg verwirklicht werden konnten und noch manches Jahr Pflegemaßnahmen notwendig sein werden, so konnten doch zwischenzeitlich viele Erfolge erzielt werden.

(Texte: Reinhard Wolf; Bilder: Waizenegger, Greiss, Haag, Rieser NSV, von Mackensen, Schwäb. Albverein Burladingen und Bisingen)

Hinweise

In der Schwäbischen Heimat berichten wir jedes Jahr ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Die Preisträger werden im Spätsommer eines jeden Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet üblicherweise im Herbst in der Stadt oder Gemeinde eines der Preisträger statt.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern