Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 1999

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Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 1999

Acht Bewerber erhielten den Kulturlandschaftspreis 1999 des Schwäbischen Heimatbundes und des SparkassenVerbandes Baden-Württemberg. Die Spanne reicht vom Schäfereibetrieb über die Arbeit in Weinberg und Heide bis zur Restaurierung von Brunnenstuben.

Es soll offen zugegeben werden: Eigentlich hätten 1999 über 20 Bewerber einen Preis verdient, und dass schließlich acht Bewerbungen prämiert wurden und zwölf weitere einen Buchpreis samt Teilnehmerurkunde bekamen, fiel den Jurymitgliedern nicht leicht. Aber die Auswahl der acht Preisträger geschah nach festgelegten Kriterien - objektiv und gerecht. Immerhin zeugen diese Schwierigkeiten vom hohen Niveau der Einsendungen. Ein wesentliches Kriterium war der Beitrag zur Erhaltung traditionell genutzter Kulturlandschaft, also die Pflege der vom Menscher geschaffenen Nutzungsstrukturen in der Landschaft.

Die Preisträger 1999

Pflege und Freihaltung des "Walzenberges", einer sehr steilen, ehemaligen Weinberglage im unteren Taubertal

Bürgerschaft von Waldenhausen (Wertheim, Main-Tauber-Kreis)

Blick über ein Tal mit Dorf

Über Waldenhausen und dem Taubertal erhebt sich der Walzenberg. Deutlich sichtbar ist das Mosaik aus Obstbaumwiesen und Aufforstungen.

Der Walzenberg ist ein ehemaliger Weinberghang im Taubertal bei Wertheim-WaIdenhausen - ein bogenförmiger Prallhang in der großen Flussschleife. Die Tauber fließt hier im Bereich des Buntsandsteins, das Tal ist enger und weist steilere Hänge auf als südlich von Werbach im Bereich des Unteren Muschelkalks. In der Aufforstung der schon mehrere Jahrzehnte nicht mehr weinbaulich, sondern als Obstbaumwiesen genutzten Terrassen sah man bis 1980 die einzige sinnvolle Nutzungsmöglichkeit. Der obere Teil des Hanges ist auch tatsächlich Parzelle für Parzelle mit Douglasie, Fichte und Laubholz aufgeforstet worden, obwohl der Hang im Landschaftsschutzgebiet liegt und demnach in seiner charakteristischen Ausprägung eigentlich hätte erhalten werden sollen.

Einer Initiative einiger Bürger von Waldenhausen zusammen mit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Stuttgart ist es zu verdanken, dass weitere Aufforstungen unterblieben und 1990 ein Landschaftspflege-Projekt angelaufen ist, das sich zwischenzeitlich steigender Akzeptanz erfreut und von Ortsvorsteher Manfred Lotz angeleitet wird. Träger des Projekts ist die Bürgerschaft von Waldenhausen - nahezu jeder Einwohner hat am Walzenberg Grundbesitz.

Die Offenhaltung des Hanges ist reine Handarbeit. Das Entbuschen und Mähen der Grundstücke, das Abräumen des Mähgutes und das ordnungsgemäße Entsorgen machen viel Arbeit. Die Ausbesserung und der Neuaufbau beschädigter oder eingestürzter Trockenmauern in den Wintermonaten ist ebenfalls schwerste körperliche Arbeit, da man mit keinen Maschinen in den Steilhang gelangen kann. Über 600 Quadratmeter Trockenmauern aus dem bodenständigen roten Buntsandstein sind seit 1990 gebaut bzw. repariert worden! Rund 800 junge Obstbäume wurden anstelle abgängiger alter Bäume gepflanzt; in Schnittkursen wird die richtige Pflege gelehrt.

Rund 80 Bürger Waldenhausens pflegen zwischenzeitlich wieder ihre Grundstücke: insgesamt 216 mit einer Fläche von 19 Hektar. Und das an einem Hang, der vor zehn Jahren noch zur Aufforstung vorgesehen war! Neben den auf Privatgelände stattfindender Aktivitäten werden jährlich gemeinsam die vor Mauern gesäumten Fußwege "Hofgraben" und "Bergpfad" freigehalten. Diese bereits traditioneller Pflegeaktionen werden von zahlreichen Bürgern unterstützt. Der Versuch, die historisch gewachsene Taubertallandschaft mit Obstbaumwiesen auf ehemaligen Weinbergterrassen auf längere Zeit offen zu halten und damit als charakteristisches Landschaftselement zu bewahren, scheint gelungen.

Bewirtschaftung zahlreicher landschaftsprägender kleinerer und größerer Heiden des Keuperberglandes westlich des Jagsttales

Schäfereibetrieb Gerda und Herbert Pfeffer (Frankenhardt, Kreis Schwäbisch Hall)

Schäfer mit Herde

Frankenhardt im östlichen Hohenlohe: Schäfer Pfeffer mit seiner Herde.

Frankenhardt im Dreieck zwischen Schwäbisch Hall, Crailsheim und Ellwangen liegt im Bereich des Keuperberglandes in einer vielgestaltigen Landschaft. Neben Feldern, Wiesen und Obstbaumwiesen gibt es auch - zumeist im Bereich schwerer, schlecht bearbeitbarer Böden auf Gipskeupermergeln - eine Reihe größerer und vor allem kleinerer, über weite Teile der Gemarkung verstreuter Heideflächen und lichter Eichenhaine, die das Landschaftsbild entscheidend prägen und zu dessen unverwechselbaren Reiz beitragen. Die Heide- und Magerrasenflächen sind darüber hinaus von floristischer Bedeutung.

Heiden und Schäfer - dieses Thema ist im Zusammenhang mit dem Kulturlandschaftspreis schon öfters diskutiert worden. Mechanisch lassen sich die Heiden nur kleinflächig und nicht andauernd pflegen. Frankenhardt nun kann sich rühmen, zum einen ein Schäferehepaar zu haben, das die Heidelandschaft geradezu optimal bewirtschaftet und pflegt, und zum anderen für die Schäferei Voraussetzungen geschaffen zu haben, die mustergültig sind, für eine finanzschwache Gemeinde allemal.

Schäfer Herbert Pfeffer und Ehefrau Gerda bewirtschaften einen Landschaftspflegehof, der 1991 auf Betreiben der Bezirksstelle für Naturschutz Stuttgart von der Gemeinde mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung der Naturschutzverwaltung des Landes gebaut worden ist. Damit hat die Gemeinde die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Schafhaltung geschaffen. Außerdem wurden im Bereich des 70 Quadratkilometer großen Gemeindegebietes mehrere Tränkestellen geschaffen, Triebwege und Pferchäcker ausgewiesen.

Rund 500 Mutterschafe lässt Herbert Pfeffer im Gemeindegebiet weiden, und dass die 61 Hektar gemeindeeigenen Hutungen - verstreut über die ganze Gemarkung - nach den Erfordernissen des Naturschutzes gepflegt werden, ist für ihn nicht nur Pflicht, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Erhalt und die traditionelle Nutzung eines Weinberges mit Trockenmauern am Kleinheppacher Kopf

Aktionsgruppe Barth/Schullerus/Luithardt/Dr. Schelling (Korb, Rems-Murr-Kreis)

Treppe durch Weinbergmauern

Ein Rest der historischen Weinberglandschaft mit ihrem Gewirr von Trockenmauern am Kleinheppacher Kopf.

Vier Bedienstete des Landratsamtes Rems-Murr-Kreis, Dr. Uwe Schelling, Werner Barth, Gerhard Luithardt und Dieter Schullerus, schinden sich in ihrer Freizeit im praktischen Naturschutz. Der Biologe, der Leiter des landkreiseigenen Pflegetrupps und zwei Verwaltungsbeamte haben sich zusammengetan, um Naturschutz nicht nur beruflich, sondern auch privat zu betreiben.

In den 80er Jahren wurde die historische Weinberglandschaft bei Kleinheppach (Gemeinde Korb bei Waiblingen) rebflurbereinigt. Ein 70 ar großes Grundstück am Kleinheppacher Kopf, einem beliebten Aussichtspunkt, blieb ausgespart, zum einen, weil sich der Aufwand, es zu planieren, nicht lohnte, zum anderen, weil die Naturschutzverwaltung den markanten Punkt unverändert erhalten wissen wollte. Ein rundes Dutzend Trockenmauern besitzt das Grundstück, dazuhin einen alten Unterstand mit Natursteingewölbe, den sich der frühere Besitzer einst zum Schutz vor Gewittern und zum Zurückziehen bei zu großer Hitze bzw. Kälte gebaut hatte.

1991 pachteten die vier tatkräftigen Leute den Weinberg von der Gemeinde und bewirtschaften die Parzelle seither in traditioneller Art und Weise. Sie brachten im Lauf der Jahre die Staffeln und Trockenmauern in Ordnung, trugen frische Erde auf die Terrassen, erneuerten den Rebbesatz und die Pfähle, renovierten den Eingang zum Unterstand und achteten insbesondere auf die charakteristische Weinberg-Begleitflora. Dass die Bewirtschaftung nach den Richtlinien des "Bundesverbandes ökologischer Weinbau" erfolgt, ist fast selbstverständlich, aber dennoch bemerkenswert. Etwa 250 Stöcke der Sorten Riesling, Traminer, Dornfelder und Trollinger gedeihen in der am obersten Weinberghang auffallenden Parzelle.

Landschaftspflegemaßnahmen besonders im Bereich der Wacholderheiden und Magerwiesen am Hang unterhalb der Wurmlinger Kapelle

Vogelschutzverein Wurmlingen (Rottenburg-Wurmlingen, Kreis Tübingen)

Kapelle auf einem Hügel

Ehemalige Weinbergterrassen am Osthang des Kapellenberges in Wurmlingen bei Rottenburg. Um ein völliges Verwachsen zu verhindern, sind hier laufend Pflegeaktionen nötig.

Bereits seit vier Jahrzehnten ist der "Vogelschutzverein Wurmlingen e. V." aktiv. Wurden zu Beginn der Tätigkeit artenschützerische Schwerpunkte gesetzt, erweiterte sich das Arbeitsfeld bald zu einem umfassenden Biotop- und Landschaftsschutz. Bereits Anfang der 1980er Jahre setzte der Verein die Gedanken eines Biotopverbundes auf der Gemarkung Wurmlingen um: Feldgehölze und Hecken wurden angelegt, eine Bachpatenschaft für den mit planerischer Unterstützung durch die Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Tübingen renaturierten Arbach übernommen, Laichgewässer für Amphibien ausgehoben und Obstbaumwiesen gepflanzt.

Über die Anlage und Betreuung neuer Biotope hinaus war und ist die Pflege vorhandener ökologisch und landschaftlich wertvoller Gebiete eine wichtige Aufgabe für die Vereinsmitglieder. Die Mahd von Feuchtwiesen und Magerrasen gehört ebenso dazu wie seit 1996 auch die Pflege der Wacholderheide und Schafweide am Wurmlinger Kapellenberg mit der berühmten Kapelle auf dem Gipfel. Mit bis zu 50 Helfern aus Wurmlingen und Hirschau wurde die Heide von Schlehen und anderem aufkommendem Gehölz befreit, um dem Schäfer die Beweidung zu ermöglichen. In mühsamer Handarbeit befreiten die Helfer den Ost- und den Nordhang des Kapellenbergs von unerwünschtem Aufwuchs.

Enziane, Orchideenarten und Silberdisteln haben heute wieder optimale Lebensraumverhältnisse. Ein unter Schlehengebüsch zutage gekommener Grenzstein aus dem Jahr 1771 mit der Abbildung eines Weinkelches deutet auf die frühere Nutzung der Berghänge hin. Auch verschiedene werden vom Vogelschutzverein Wurmlingen gepflegt: größtenteils in Handarbeit, denn in den hängigen Wiesen ist kein Traktoreinsatz möglich.

Pflegemaßnahmen im Lippental sowie in der Echazaue bei Pfullingen

Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Pfullingen und Naturschutzbund, Ortsgruppe Pfullingen (Kreis Reutlingen)

zwei Männer unter einer Brücke im Wasser

Unter einer Brücke der Echaz bringen Mitglieder des NABU Pfullingen einen Brutkasten für Wasseramseln an.

NABU-Ortsgruppe Pfullingen

Diese Gruppe hat sich besonders der Echazaue zwischen Unterhausen und Pfullingen angenommen. Dieser Abschnitt ist der einzige unverbaute Bachlauf zwischen der Quelle bei Honau und der Mündung bei Kirchentellinsfurt und deshalb besonders schützenswert. Das Trockenlegen ehemaliger Wässerwiesen, der Umbruch von Feuchtwiesen und die Anlage von Baumschulen hatten gravierende Auswirkungen auf die Flora und Fauna der Talaue und der Bachufer. 1976 begann die NABU-Ortsgruppe mit der Pacht etlicher Grundstücke ihre Aktivitäten, zwischenzeitlich wurden weitere angepachtet und auch etliche Wiesen erworben. Amphibientümpel, gleichzeitig "Nahrungsteiche" für Graureiher, wurden angelegt, und durch Gespräche konnte erwirkt werden, dass mit intensiver Acker- und Baumschulnutzung Abstand von den Bachufern eingehalten wird und ein Streifen nur sporadisch gemähter Wiese bleibt. Dass mittlerweile wieder Ringelnattern, Amphibien und Libellen beobachtet werden können, beweist die Richtigkeit dieser Änderung der Wirtschaftsweise.

Derzeit werden drei Hektar Talauewiesen von der Gruppe betreut. Nach zahlreichen Spenden können die Mitglieder nun daran gehen, die bereits ansatzweise verfolgte Wiederherstellung der alten Wässerwiesen zu verwirklichen: Einige Wasserfallen wurden neu gebaut und einige alte Bewässerungskanäle bereits wieder in Betrieb genommen; weitere sollen hinzukommen, so dass der typische Feuchtwiesencharakter der Talaue allmählich wieder entstehen kann.

Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Pfullingen

Das Lippental ist das Hauptaktivitätsgebiet der "Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Pfullingen". Bis vor wenigen Jahrzehnten magere Bergwiesen, hatten sich zwischenzeitlich vor allem Eschen ausgebreitet und jeden Unterwuchs unterdrückt, unter anderem Küchenschellen und mehrere Orchideenarten. Über mehrere Jahre hinweg sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft dem Aufwuchs zu Leibe gerückt und haben wieder einen idyllischen Wiesenhang zustandegebracht.

Zur Pflege wird mit Unterstützung örtlicher Landwirte Herbst für Herbst gemäht und das Material abgefahren. Die lichtliebenden Pflanzenarten danken es und erfreuen die Naturfreunde zunehmend mit herrlicher Blütenpracht. Die Uhlandschule Pfullingen unterstützt die Landschaftspflegearbeiten durch eine Patenschaft einer Teilfläche. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sehen im Heranführen von Kindern an die Naturschutzarbeit eine wichtige Zukunftsaufgabe.

Ähnliche Landschaftspflegearbeiten werden im Naturschutzgebiet "Kugelberg" an den Hängen des Urselberges durchgeführt. Hier sind vor allem Rentner tätig, die für das Gebiet eine Patenschaft übernommen haben.

Aus dem Spektrum der Pfullinger Arbeitsgemeinschaft sei ein weiteres Arbeitsfeld erwähnt: die Dokumentation und Betreuung historischer Grenzsteine und anderer Kleindenkmale. Durch sporadische öffentliche Markungsumgänge bleibt ein Verlust eines Grenzsteines nicht unentdeckt.

Sicherung und Pflege einzelner Elemente der Kulturlandschaft bei Meßstetten, insbesondere die Restaurierung und Erhaltung von Brunnenstuben

Schwäbischer Albverein, Ortsgruppe Meßstetten (Zollernalbkreis)

Menschen rechen Heu zusammen

Im Gewann Trieb bei Meßstetten auf der Albhochfläche: Landschaftspflegeeinsatz mit Angehörigen des Luftwaffenkommandos Süd.

In vielfältiger Weise bemüht sich die Ortsgruppe Meßstetten des Schwäbischen Albvereins um die Sicherung der Kulturlandschaft auf dem Gemeindegebiet. Aus der umfassenden Dokumentation über die Tätigkeiten der letzten fünfzehn Jahre seien vor allem zwei Aktivitäten aufgeführt.

Bei Meßstetten liegen vermutlich die beiden höchstgelegenen, dauernd fließenden Quellen der Schwäbischen Alb. Bis 1888 waren sie das Kernstück der Meßstettener Wasserversorgung, 1945 wurden sie letztmals genutzt und gerieten danach in Vergessenheit. Die teilweise in den Fels gehauenen Brunnenstuben am bewaldeten Steilhang waren kaum mehr bekannt, als 1984 Mitglieder der Meßstettener Albvereins-Ortsgruppe damit begannen, die Gewölbe freizulegen, herzurichten und über einen Wanderweg zugänglich zu machen. Schmiedeeiserne Gitter verwehren seitdem den Zugang zu den Quellen. Die Albvereinler lassen sich auch durch Vandalismus nicht entmutigen und halten die zwischenzeitlich als Naturdenkmale ausgewiesenen Zeugen früherer Wasserversorgung dauernd instand.

Im Südosten von Meßstetten betreibt die Albvereins-Ortsgruppe im Gewann Steigle flächig Kulturlandschaftspflege: 1990 wurde das dortige verwitterte Steinkreuz fachkundig restauriert, 1783 soll dort ein dreizehnjähriger Schüler unter einer alten Buche vom Blitz getroffen und getötet worden sein. 1993 schichteten die Albvereinler aus Reisigmaterial eine Benjeshecke auf, 1995 pflegten sie zwei alte Weidbuchen und pflanzten junge Bäume, seit 1997 erfolgen großflächig Landschaftspflegemaßnahmen zur Erhaltung eines Trockenrasens. Alte Weidbuchen werden freigestellt und der Heidecharakter der Umgebung wiederhergestellt, nachdem infolge mangelnder Beweidung Schlehe, Hartriegel und Wildrosen überhand genommen hatten. Unterstützung bekommt die Albvereins-Ortsgruppe immer wieder von Helfern der Bundeswehr vom Luftwaffenkommando Süd in Meßstetten.

Umfassende Pflegemaßnahmen der Kulturlandschaft im mittleren Laucherttal

Verein Natur und Umwelt Veringen (Veringenstadt, Kreis Sigmaringen)

Mann auf Leiter an einem Baum

Das Reinigen von Nistkästen in luftiger Höhe über dem Wasser ist manchmal nicht ganz ungefährlich, macht aber den jugendlichen Helfern offensichtlich Spaß.

Das mittlere Laucherttal bei Veringenstadt und seine Umgebung stehen im Mittelpunkt der Bemühungen des Vereins "Natur und Umwelt Veringen e.V.", der 1993 gegründet worden ist. Schon zehn Jahre vorher fanden sich einige Bürger zusammen, um in der Stadt Schutzmaßnahmen für gefährdete Biotope zu planen, weil sich die Landwirtschaft mehr und mehr aus Grenzertragslagen zurückzog, Aufforstungen überhand nahmen und die Lauchert durch Veränderungen am Gewässerbett zunehmend an Reiz verlor.

Die Bewahrung einer abwechslungsreichen, durch kleinbäuerliche Bewirtschaftung geprägten Flusslandschaft mit einer vielfältigen Vernetzung verschiedener Biotopstrukturen ist das Ziel des Vereins. Die ganzheitliche Betrachtung und Behandlung des Flusses, der Talaue, der Hänge und der angrenzenden Wälder basiert auf pflanzenkundlichen Kartierungen und standörtlichen Erkenntnissen. Mehrere größere Feuchtgebiete in Talschlingen der Lauchert wurden angelegt, die Talaue wird im Zusammenwirken von Vereinsmitgliedern und Landwirten offengehalten, noch erhaltene Auwaldreste wurden in einen naturnahen Zustand gebracht. Der Uferpfad "Lebendige Lauchert" entstand im Zusammenwirken mit anderen Vereinen und der Gemeinde, die Vereinsmitglieder haben das Projekt durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit - Führungen, Informationsstand bei Stadtfesten, Veröffentlichungen etc. - begleitet.

Der Verein kümmert sich unter vielem anderen auch um die Entbuschung und Beweidung von Halbtrockenrasen an den Steilhängen des Laucherttales; eine kleine Ziegenherde, die den Aufwuchs von Gebüsch wirksam unterbindet, geht auf die Initiative von Vereinsmitgliedern zurück. Aussichtspunkte und Felspartien werden freigehalten, Trockenmauern repariert, der Streuobstanbau gefördert und in Zusammenarbeit mit örtlichen Landwirten die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte gefördert.

(Texte: Reinhard Wolf; Bilder: Verein Natur & Umwelt Veringen, NABU Pfullingen, Gde. Frankenhardt, Gerlinger, Schelling, Vogelschutzverein Rottenburg-Wurmlingen, AGN Pfullingen, Schwäb. Albverein Meßstetten)

Hinweise

In der Schwäbischen Heimat berichten wir jedes Jahr ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Die Preisträger werden im Spätsommer eines jeden Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet üblicherweise im Herbst in der Stadt oder Gemeinde eines der Preisträger statt.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern