Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 1996

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Die Preisträger des Kulturlandschaftspreises 1996

Sieben Bewerber erhielten den Kulturlandschaftspreis 1996 des Schwäbischen Heimatbundes und des SparkassenVerbandes Baden-Württemberg. Die Spanne reicht von der Sicherung und Nutzung historischer Weinberge über die Heidepflege bis zur Rettung geschichtlicher Zeugnisse.

Wieder zeigte sich ein überaus breites Spektrum verschiedenster Aktivitäten aus allen Teilen des Vereinsgebietes: An vielen Orten unseres Landes setzen sich Grundbesitzer und Mitglieder von Heimat-, Naturschutz- und Wandervereinen für unsere Kulturlandschaft ein, nehmen nicht mehr rentabel bewirtschaftbares Gelände in Pflege, kümmern sich um einfallende Weinbergmauern, pflanzen Hecken, Obstbaumwiesen oder Alleen, bemühen sich, ihre Wohnumgebung, ihre Heimat, in der sie leben, zu verschönern, zu verbessern. Und wenn man auf den eingereichten Bildern neben Leuten, die hart arbeiten, auch viele lachende und feiernde Leute sieht, die sich stolz ihr Werk beschauen, dann ist das der Beweis dafür, dass das Engagement für die Heimatlandschaft auch Freude und innere Befriedigung mit sich bringt!

Die Preisträger 1996

Pflege Weinberglandschaft Spitzenberg bei Zaberfeld

Naturschutzverein Zaberfeld (Landkreis Heilbronn)

Männer am Hang mit Sensen

Der Naturschutzverein Zaberfeld führt seit 1988 jährlich mehrere Pflegeeinsätze am Spitzenberg durch.

Nicht zu übersehen ist der "Hausberg" von Zaberfeld, ein nahezu kreisrunder, kegelförmiger Berg, genannt der Spitzenberg. Dieser Berg steht seit Jahren im Mittelpunkt der Bemühungen des Naturschutzvereins Zaberfeld. Die Süd- und Westflanke des Berges wird von Weinbergen eingenommen, auf der Nord- und Ostseite bestimmen Obstbaumwiesen das Bild; gekrönt wird der Berg von einer kleinen Waldkappe auf Schilfsandstein. Ein Großteil der Weinberge wird noch in traditioneller Art und Weise - mühevoll - bewirtschaftet, d.h. in Terrassenbauweise mit zahlreichen Trockenmauern und Weinbergstaffeln.

An den im Sommer glühheißen Hängen auf schwerem Gipskeuper ist auf manchen Parzellen nach Aufgabe des Weinbaus eine Pflanzenwelt aufgekommen, die sich auf diese extremen Verhältnisse eingestellt hat. So bietet sich nach wenigen Jahren ein blumenbuntes Bild der Steppenheide-Pflanzengemeinschaft. Der Naturschutzverein Zaberfeld ist zum einen angetreten, die traditionelle Weinberglandschaft zu erhalten, zum anderen aber, um gefährdeten Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum in der Weinbaulandschaft zu sichern: 1988 wurden die ersten drei Grundstücke mit 40 Ar Fläche gepachtet, heute sind es 1,2 Hektar. Jedes Jahr werden die brachgefallenen Parzellen gemäht und abgeräumt, jedes Jahr wird wieder irgendwo eine Mauer instandgesetzt. Manchmal geht dies mit Ausbessern ab, manchmal aber muss der Mauerrest ganz abgetragen und mit dem Bau der Mauer wieder von unten begonnen werden. Am Spitzenberg wurden mehr als 100 Meter Trockenmauern in den letzten Jahren vollständig renoviert.

Dass der Naturschutzverein Zaberfeld zahlreiche weitere Aktivitäten zum Schutz der Kulturlandschaft auf seinem Programm hat, soll keineswegs übersehen werden. Eine umfassende naturkundliche Kartierung der gesamten Markung hat man vorgenommen, Maßnahmen zur Förderung der Vogelwelt, insbesondere der Eulen, Pflanzung von Hecken und Bäumen gehören zu den Aktivitäten. Vor allem aber sei eines herausgestellt: Die Vereinsmitglieder gehen offenen Auges über die Markung und sorgen dafür, dass die Landschaft in Ordnung gehalten wird. Ohne viel zu reden, wird Hand angelegt. Hier wird eine Kulturlandschaft gepflegt und in Ordnung gehalten, hier arbeiten Gemeinde, Landwirte, Wengerter und Naturschützer Hand in Hand.

Schaffung eines Biotops

Landwirt Hermann Seiter, Heslachhof bei Auenwald-Oberbrüden (Landkreis Backnang)

Ein Tümpel ganz von sattem Grün umgeben

Der 2 bis 3 Ar große Tümpel bleibt ganz der Natur überlassen.

Hermann Seiter ist Landwirt auf dem Heslachhof bei Oberbrüden. Heute 75jährig, hat er in den letzten fünfzehn Jahren uneigennützig einen Teil seines Eigentums als Refugium für gefährdete Tiere und Pflanzen bereitgestellt und umgestaltet. Er bezeichnet den rund fünf Hektar großen Lebensraum entlang des Gaisklingenbachs im "Kleinen Tal" als maßgeblichen Teil seines Lebenswerkes - eine erstaunliche Aussage für einen Landwirt!

Ein etwa zwei Hektar großes Teilstück des ehemals als Wiesen- und Ackerland bewirtschafteten Gewanns wurde vor fünfzehn Jahren - mit Genehmigung der zuständigen Forstverwaltung! - als Mischwald angepflanzt. Von Hand und mit dem Frontladeschlepper hat Hermann Seiter in mühsamer Arbeit in der ehemals vernässten und kaum nutzbaren Wiesenaue einen Tümpel ausgehoben und aufgestaut und diesen der natürlichen Entwicklung überlassen. Eine zwei Hektar große Wiese wurde seit vielen Jahren nicht mehr gedüngt und hat sich als blumenreiche Magerwiese entwickelt. Als Übergang zur offenen Kulturlandschaft wurde eine etwa 200 Meter lange Wildhecke angelegt; uralte Birnbäume wurden selbstverständlich stehen gelassen.

Hermann Seiter ist überzeugt davon, dass es viele Landwirte ihm in den nächsten Jahren nachmachen und ein Stück Land, das nicht dringend zur Bewirtschaftung benötigt wird, als Ausgleich für Fehler des Menschen im Umgang mit der Natur der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Sein Handeln ist beispielgebend!

Pflege und Erhalt einer historischen Weinberg-Terrassenlandschaft

Weingärtnergenossenschaft Esslingen

hohe Felsenwand

Der gewachsene Fels und die Trockenmauern fügen sich harmonisch zusammen und bilden wichtige Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten.

Viele Besucher der Stadt Esslingen unternehmen bei einem Stadtrundgang wenigstens einen kurzen Spaziergang am Neckarhaldenweg. Und so sieht man auf diesem Weg auch immer wieder Leute stehen, die kopfschüttelnd das Werk der Vorfahren der heutigen Esslinger Wengerter bestaunen: Bis zu vier Meter hohe Mauern, aus Sandsteinen ohne Mörtel Stein um Stein zusammengefügt. Terrassen mit nur wenigen Metern Breite, und gleich wieder eine kunstvoll aufgesetzte Mauer. Dazwischen jäh aufragende Treppen, hier "Stäffele" genannt, eingeklemmt zwischen die Stützmauern. Felsen ragen mitten aus den Weinbergparzellen auf, manchmal kann man den Unterschied zwischen gewachsenem Fels und angefügter Trockenmauer erst beim genauen Hinschauen sehen. Jeder Quadratmeter wird genutzt, die ganze Neckarhalde ist eine kaum fassbare Kulturleistung unserer Vorfahren.

Diese "Halde" wird heute noch bewirtschaftet wie eh und je. Erleichterungen der Arbeit sind kaum möglich, hier ist reine Handarbeit gefragt. Die Arbeit in diesen Steillagen ist mühsam und dauert das ganze Jahr an. Die Weingärtnergenossenschaft Esslingen sieht es nicht als lästige Pflicht an, die nicht rebflurbereinigungsfähigen Steillagen bewirtschaften zu müssen, sondern sieht - wie in manchen anderen Neckartalgemeinden auch - diese steilen Weinberge als Teil der Kulturlandschaft mit herausragender ökologischer, kulturgeschichtlicher und landschaftsästhetischer Bedeutung. In großer Zahl besuchen Wanderer und Spaziergänger die Neckarhalde nach Feierabend und an Wochenenden als innenstadtnahen Erholungsraum. Die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion sind daher hier auf das engste miteinander verflochten.

Es ist erfreulich, dass es in der Weingärtnergenossenschaft Esslingen einen "harten Kern" an kundigen und erfahrenen Mauerbauern gibt. Auch heute sind zahlreiche junge Weinbaumeister in ihren Rebhängen an der Neckarhalde tätig; sie nehmen sich vorbildlich dieser Kulturlandschaft an. Denn sowohl Betonmauern als auch die Aufgabe der Weinberge hätten gravierende Folgen für die Mauer- und Staffellandschaft der Neckarhalde. Die vorhandenen Mauem aber sollten trotz der Mühen, die sie mit sich bringen, in ihrer hohen Qualität an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden.

Landschaftspflege an der Teck

Schwäbischer Albverein, Ortsgruppe Bissingen-Nabern (Kreis Esslingen)

offen gehaltene Hanglandschaft

Nur durch intensive Arbeitseinsätze (seit 1991 über 1.500 Stunden) konnte der drohenden Verbuschung und Verwaldung Einhalt geboten werden.

Das Hörnle ist der am weitesten nach Norden vorgeschobene Vorposten des Teckberges. Einst Schafweide und bis um 1930 völlig frei von Bewuchs, ist das Hörnle im Lauf der Zeit zu einem undurchdringlichen Gestrüpp geworden. Gerade noch einige Ar waren freie Heide. Im Jahr 1991 begannen zahlreiche Helfer von der Albvereinsortsgruppe Bissingen-Nabern, Hand an Schlehen, Hartriegel, Wildrosen und Eschen anzulegen. Mit Motorsägen und Freischneidegeräten wurde die Grobarbeit verrichtet, mit Astscheren, Gabeln und Rechen die Hänge gesäubert. Eine buntblühende Magerrasenflora ist derzeit der Lohn der Helfer, die als zentrales Ziel ihrer Arbeit angeben: Aus Gründen der Geologie, der Geschichte, des Landschaftsbildes und der Ökologie muss das Hörnle offengehalten werden.

Die Ruine Rauber, an einem vielbegangenen Albvereins-Wanderweg gelegen, wurde in den letzten zwei Jahrzehnten von großkronigen Bäumen derart überwachsen, dass die Mauern keinerlei landschaftliche Wirkung mehr hatten. Um von der Ruine wieder einen Ausblick zu haben, aber auch, um sie von verschiedenen Richtungen aus wieder sehen zu können, haben die Albvereinler mit ausgebildeten Kräften zahlreiche Bäume gefällt und das Material abgeräumt. Schließlich gilt es noch das rund 70 Ar große "Rauberwiesle" beim Zugang zur Ruine zu erwähnen, das ebenfalls von jedem Wanderer als selbstverständlich angesehen wird. Es wäre jedoch schon längst in Wald untergegangen, würden es die Albvereinler nicht seit über 35 Jahren pflegen.

Pflege des Horber Judenfriedhofs und seiner Umgebung

NABU-Ortsgruppe Horb (Landkreis Freudenstadt)

Blick auf die Grabsteine

Der Horber Judenfriedhof, der von drei Seiten völlig zugewachsen war, hat wieder Licht und freien Blick nach Osten.

Die Neckartalhänge bei Horb, heute weitgehend Wald, waren bis vor wenigen Jahrzehnten, zumindest soweit es sich um Südhänge handelt, offene Heidelandschaft, unterbrochen von Heckenzügen und Wacholderbüschen. Inmitten dieser einst offenen Heidelandschaft, die in kleinen Resten bis heute noch sichtbar ist, wurde der Horber Judenfriedhof angelegt. Er geriet allerdings in der Nachkriegszeit in Vergessenheit und bot bis vor kurzem unter den zahlreichen Judenfriedhöfen der Umgebung Horbs das trostloseste Bild. Nachdem er unter dem Einsatz ehrenamtlicher Helfer hergerichtet worden war. machte sich die Ortsgruppe Horb des NABU daran, auch die Umgebung des Friedhofs wieder in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen und dem Friedhof selbst wieder Licht zu geben, denn die angrenzenden Flächen waren im Lauf der Jahre zu einem undurchdringlichen Dickicht von Sträuchern geworden.

Ziel der im Herbst 1995 angelaufenen Aktion war es, den Horber Judenfriedhof als Kultur- und Geschichtszeugnis wieder freundlicher in die Landschaft einzufügen und ihn wieder, wie es bei der Anlage von Judenfriedhöfen Vorschrift und auch in Horb ursprünglich so war, von Osten her zugänglich zu machen. Das zweite Ziel schließlich war, die vom NABU bereits gepflegten Flächen in diesem Gebiet auf insgesamt eineinhalb Hektar zu vergrößern und direkt an den Judenfriedhof anzuschließen.

Unter der Leitung von Volkmar Rieber, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe, entstand insgesamt ein überaus erfreuliches Ensemble aus Judenfriedhof und angrenzender Landschaft, wie es ursprünglich der Intention bei der Anlage des Friedhofs entsprach. Dies ist Teil zahlreicher anderer Aktionen, die die Ortsgruppe seit über 25 Jahren übernommen hat . Das bekannteste Beispiel in Horb ist wohl das Naturschutzgebiet "Kugler Hang" mit seinen reichen Orchideenbeständen, das seine Pflege und Erhaltung in den letzten fünfzehn Jahren ausschließlich den Mannen um Volkmar Rieber zu verdanken hat. Ein gutes Dutzend weiterer Flächen in einer Größenordnung von weit über zehn Hektar werden im Sinne der früheren traditionellen Nutzung von der NABU-Ortsgruppe jährlich gepflegt.

Bewahrung eines bedeutenden Kulturlandschaftsausschnitts

7 Grundstückseigentümer in Epfendorf und Dietingen (Landkreis Rottweil)

Schafe auf einem Heidehang

Beibehaltung der historischen Schafweidenutzung im Bereich der Wacholderheide Ramstein.

Mit rund 200 Hektar Fläche ist das untere Schlichemtal das größte mit dem Kulturlandschaftspreis ausgezeichnete Gebiet. Wenige Kilometer südlich von Oberndorf am Neckar mündet die Schlichem bei Epfendorf in den Neckar. Das reich strukturierte Tal mit Felsbildungen, Steppenheidevorkommen, Schafweiden, Magerrasen, Feuchtwiesen und verschiedenen Waldtypen ist Lebensraum für eine Vielzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Das nur gering besiedelte Gebiet wird seit alters her von den drei Höfen Ramstein, Butschhof und Wenthof sowie von den zwei Mühlen aus, der Böhringer und der Ramsteiner Mühle, bewirtschaftet.

Seit Anfang der 80er Jahre bemühen sich die engagierten Grundstückseigentümer mit fachlicher Unterstützung, die Schönheit und ökologische Vielgestaltigkeit dieses Talabschnittes zu sichern. Zunächst ist das Freihalten der Talaue zu nennen, indem landschaftsstörende ältere Fichtenaufforstungen beseitigt oder umgewandelt und durch Extensivierungsmaßnahmen Magerwiesen gefördert wurden. Die historische Schafweidenutzung im Bereich der Wacholderheide Ramstein wurde trotz einiger Schwierigkeiten beibehalten, beim Butschhof alte Weidflächen offengehalten. Alte Obstbaumbestände konnten durch Beseitigung störenden Aufwuchses erhalten werden, ebenso verschiedene Felsbiotope.

Im Jahre 1993 wurde das untere Schlichemtal vom Regierungspräsidium Tübingen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Eigentümer haben damit freiwillig Beschränkungen in der freien Verfügbarkeit über ihr Eigentum hingenommen, indem sie beispielsweise auf eine weitere bauliche Entwicklung weitgehend verzichten und die bisherige Form der Landnutzung beibehalten. Die Bewahrung dieses Kulturlandschaftsausschnittes ist durch die Rechtsverordnung nun zwar gesichert, doch durch eine Verordnung und das Anbringen grünumrandeter Tafeln mit dem Seeadlersymbol wird das untere Schlichemtal noch lange nicht erhalten. Die sieben Grundstückseigentümer setzten sich in kooperativer Form unter Zurückstellung persönlicher Interessen für die Erhaltung, ökologische Aufwertung und landschaftsästhetische Förderung des unteren Schlichemtals in vorbildlicher Weise ein.

Landschaftspflege auf der Heide durch Schafe und Ziegen

Schäfer Wilhelm Stotz, Bermaringen (Alb-Donau-Kreis)

Schäfer inmitten seiner Herde

Schäfermeister Wilhelm Stotz auf der Wippinger Heusteige. Die Herde besteht aus Merinolandschafen und Buren-Ziegen.

Wilhelm Stotz aus Bermaringen ist ein fortschrittlicher Schäfermeister, mit kopfstarker Herde, modern eingerichtetem, großem Stallgebäude, umfassendem Fuhr- und Maschinenpark und Funktelefon. Trifft man ihn draußen auf einer Wacholderheide, so stützt sich derselbe Wilhelm Stotz nach alter Schäfer Sitte auf seinen Schippenstecken undgibt seinen Hunden mit kurzen, lauten Pfiffen Anweisungen. Wilhelm Stotz ist ein Schäfer, der mit beiden Beinen in der harten Wirklichkeit heutiger Schafhaltung steht und dem es dennoch in erster Linie um die Erhaltung einer schönen Kulturlandschaft geht.

Fast tausend Tiere zählt die Herde von Wilhelm Stotz. Ein ganzjährig festangestellter Schäfer und Sohn Dietmar Stotz helfen beim Hüten, bei der Fütterung und der Pflege der Tiere mit. Rund 200 Hektar Heide werden gehütet, dazu kommen über 30 Hektar eingezäunter Weidefläche. Diese Großkoppeln werden von den Schafen und Ziegen nur extensiv beweidet, d. h. die Tiere sind nur so oft und so lange auf den Weideflächen, wie es für deren Offenhaltung erforderlich ist.

Die Zusammensetzung der Herde von Schäfer Stotz hat sich in der Wacholderheidenpflege besonders bewährt: Das Merinolandschaf ist die bewährte Rasse, die ein guter Herdentrieb, Marschfähigkeit und ganzjährige Fortpflanzungsfähigkeit auszeichnet. Kreuzungen zwischen Merino- und Suffolkschaf sind sehr gute Rauhfutterverwerter. Dreißig Burenziegen schließlich bleiben gern in der Koppel und fressen zusätzlich auch dornige oder stachelige Pflanzen sowie Gehölzaufwuchs. Dies ist bei der Wacholderheidenpflege besonders wichtig und erspart bzw. erleichtert eine aufwendige Nachpflege. Zudem dienen die Ziegen der Fleischerzeugung, während beim Merinolandschaf die Wolle im Vordergrund steht.

140 Hektar Weidefläche besitzt Schäfer Wilhelm Stotz auf dem Truppenübungsplatz Münsingen. Als weitere Weideflächen seien beispielhaft die über 20 Hektar großen, ungemein blumenreichen Magerwiesen bei Wittlingen oberhalb Bad Urachs genannt, die der Schwäbische Albverein im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens 1993 erworben hat. Ohne einen zuverlässigen Schäfer, der auf die Flora Rücksicht nimmt, hätte der Albverein diese Flächen nicht übernehmen können. Erst die an maschinelle Erstpflegemaßnahmen anschließende scharfe Beweidung trägt mit dazu bei, dass die abgesägten Gehölze nicht wieder austreiben und kurzgehalten werden; die Ziegen leisten hierbei hervorragende Arbeit.

(Texte: Reinhard Wolf; Bilder: privat, Reinhard Wolf, Hans-Rainer Schmid, Walther Feld, Gottfried Göggel)

Hinweise

In der Schwäbischen Heimat berichten wir jedes Jahr ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Die Preisträger werden im Spätsommer eines jeden Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet üblicherweise im Herbst in der Stadt oder Gemeinde eines der Preisträger statt.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern