Kulturlandschaft des Jahres 2018 Obere Donau

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Kulturlandschaft des Jahres 2018 Obere Donau

Sie finden alle weitergehenden Informationen ab Januar 2018 auf der offiziellen Homepage der Region unter www.kulturlandschaft-des-jahres-2018.de.

Bitte beachten Sie ab Dezember 2017 die Studienfahrten und Exkursionen des Schwäbischen Heimatbundes zum Schwerpunkt Obere Donau.

Landkarte

Das grün markierte Gebiet umfasst die Kulturlandschaft des Jahres 2018.


Baden-Württemberg ist besonders reich an attraktiven Landschaften. Zu den schönsten zählt das Gebiet der Oberen Donau, wo sich in enger räumlicher Folge höchst abwechslungsreiche Eindrücke bieten. Das Projekt Kulturlandschaft des Jahres 2018 soll dazu beitragen, diese so beeindruckende Landschaft zu erleben und zu verstehen, aber auch mitzuhelfen, sie nachhaltig zu gestalten.

Wir vom Schwäbischen Heimatbund bemühen uns seit langem um eine nachhaltige und nicht nur auf materiellen Gewinn zielende Entwicklung unserer Landschaften. Mit dem Projekt Kulturlandschaft des Jahres 2018 soll auf deren Wert und den Umgang damit aufmerksam gemacht werden. Wir werben mit örtlichen Partnern und durch vielerlei Veranstaltungen für die Pflege der Landschaft und eine schonende künftige Gestaltung.

Was versteht man unter Kulturlandschaft?
Jede Landschaft ist zunächst von Natur geprägt, durch Faktoren wie Geologie, Relief und Klima. Der Mensch hat seit vielen Generationen die ursprüngliche Naturlandschaft ständig verändert und sie zur Kulturlandschaft gestaltet. Generell gilt, dass unter Kulturlandschaft nicht nur Wald und Flur, sondern auch die gesamte vom Menschen beeinflusste Umwelt verstanden wird. Eingeschlossen sind also auch die Siedlungen, die Kulturdenkmale und die wirtschaftlichen Einrichtungen.

Die Region Obere Donau

Die nachhaltige Entwicklung unserer Landschaften ist dem Schwäbischen Heimatbund seit langem ein großes Anliegen. Das seit 2009 gemeinsam mit wichtigen Partnern vor Ort durchgeführte Projekt trägt dazu bei. In den Blick gerückt wurden bisher Stromberg, Heuchelberg und Zabergäu, die Ostalb, das Allgäu und der Schwäbische Wald. Nun wurde gemeinsam mit dem Landkreis Sigmaringen für 2018 die Obere Donau als Kulturlandschaft des Jahres gekürt. Es ist eine der faszinierendsten und vielfältigsten in Mitteleuropa. Die Landkreise und der Schwäbische Heimatbund sehen sich in der Verantwortung, diese Einmaligkeit zu bewahren und behutsam zu entwickeln.

Mit dem Projekt Obere Donau werden auch die vielen im Raum bestehenden Ansätze und Aktivitäten zur Pflege des Natur- und Kulturerbes gestärkt und gefördert. Gemeinsam mit dem Landkreis Sigmaringen, dem Naturpark Obere Donau, der Donaubergland GmbH sowie weiteren regionalen Partnern sind im Rahmen des Projekts zahlreiche Vorträge, Workshops und Exkursionen zur Geologie und Geographie, zu Naturschutz und Denkmalschutz sowie zu Geschichte, Kunst und anderen Themen vorgesehen. Landschaft wird nicht nur entdeckt und erlebt, auch ihre Zukunft darf kritisch hinterfragt werden.

Ein Nebeneinander verschiedener Landschaftstypen beschert stets lebendige Bilder. So auch in unserem Projektgebiet, wo sich Schwäbische Alb, Baar, Hegau und Oberschwaben berühren: Erdmittelalter und Eiszeit, Kalk und Kies, Wasserarmut und Wasserreichtum. Die junge Donau hatte es schwer, im Laufe von Jahrmillionen das Hindernis der sich ständig hebenden Alb zu durchbrechen. Bis zu 300 Meter hat sie sich mit vielen Windungen in das Juragestein gefressen und eine prächtige Landschaft mit Fels-Bastionen, Türmen, Nadeln, Löchern und Höhlen geschaffen.

Die Schwäbische Alb mit ihrem überwiegend aus Jurakalken bestehenden Schichtpaket bildet das höchste Stockwerk des südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Sie ist zwar mit Niederschlägen reich gesegnet, und doch versickert das Wasser auf der Alb rasch und löst den Kalk. Das sorgt für landschaftliche Besonderheiten wie Dolinen, Höhlen und Karstquellen. Auf den trockenen Arealen geben Heckenriegel, Wacholderheiden und Magerrasen der Landschaft ihre Würze. Ihre Offenhaltung – einst von den Schafen besorgt – bildet eine wichtige Aufgabe der Landschaftspflege. Ganz andere Eindrücke südlich der Donau: Dort ist die Landschaft jung, sie erhielt erst in den Eiszeiten ihren letzten Schliff. Der mächtige Rheingletscher hat damals ein kunterbuntes Gemenge alpiner Gesteine abgelagert und welliges Moränenland mit breiten, kiesreichen Tälern hinterlassen. Kieslaster schleppen das Material heute allüberall auf die Baustellen.

Reiches Kulturerbe

Zahlreiche steinzeitliche Kulturfunde belegen die frühe Nutzung des Raumes, trotz eher ungünstigen natürlichen Voraussetzungen. Zum Macht- und Handelszentrum der Kelten entwickelte sich die berühmte Heuneburg. Ihnen folgten die Römer, danach die Alemannen. Vergangenheit erleben lässt sich lebendig und hautnah auf der Klosterbaustelle Campus Galli oder im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Die vielen Burgen und Schlösser auf den Spornen und Bergnasen der Täler spiegeln ein ehemals kleinteiliges Neben- und Ineinander weltlicher Herrschaften - tonangebend die Hohenzollern, die Fürstenberger, die Habsburger und die Württemberger. Prägend für die geistige und kulturelle Entwicklung war auch das seit dem Hochmittelalter rege klösterliche Leben. Kloster Beuron, an einem der schönsten Plätze, spiegelt das wider. Alles in Allem ist die Obere Donau mit zahllosen Schätzen der Kunst und Baukunst sowie mit einer vielgestaltigen Landes- und Kulturgeschichte reich gesegnet.

Dank

Der Schwäbische Heimatbund dankt seinen Partnern für die Unterstützung des Projekts: den Landkreisen Sigmaringen (www.landkreis-sigmaringen.de), namentlich Frau Landrätin Stefanie Bürkle, der Donaubergland Tourismus GmbH (www.donaubergland.de), dem Naturschutzzentrum Obere Donau (www.nazoberedonau.de) und dem Naturpark Obere Donau www.naturpark-obere-donau.de), allen Kommunen des Projektgebiets sowie deren Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern.