Ergebnisse und Nutzen des Projekts für die Region

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Ergebnisse und Nutzen des Projekts für die Region

Wortlaut des Vortrags von Bürgermeister Andreas Felchle, Maulbronn
im Rahmen der Veranstaltung "Zwischenbilanz" Kulturlandschaft des Jahres 2009/2010
Stadthalle, Fruchtkasten Maulbronn, 14. November 2009

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Gäste,

Auch meinerseits ein herzliches Grüß Gott in der Klosterstadt, aber auch ein bewusst pauschales: Gastgeber ist in erster Linie der Schwäbische Heimatbund als Erfinder und Träger des Projektes Kulturlandschaft des Jahres und als Macher der vielfältigen und hochinteressanten Aktionen 2009 in unserer Region Stromberg-Heuchelberg-Zabergäu und über sie. Herr Vorsitzender Fritz-Eberhard Griesinger, mir seit Jahren bekannt, in den letzten beiden zu einem recht vertrauten Partner geworden, hat in bekannt gekonnter Weise die eigentliche Begrüßung übernommen.

Vorneweg herzliches Dankeschön an Sie und nicht weniger an die engagierten Mitglieder im Arbeitskreis Ländlicher Raum mit dem Vorsitzenden Georg Zimmer und SHB-Geschäftsführer Dr. Siegfried Roth. Die Teilzeit-Mitarbeit im Ausschuss hat Spaß gemacht und mich bereichert, weil ich interessante Persönlichkeiten kennenlernen durfte und in wichtige Themen mit hinein genommen worden bin.

Ich stehe hier vor Ihnen weniger als Maulbronner Schultes, mehr als Vorsitzender des Naturparks Stromberg-Heuchelberg e.V. und deshalb wie gesagt Teilzeit-Mitglied des SHB-Arbeitskreises. Meine Ausführungen zu Ergebnissen und Nutzen des Projekts für die Region darf und will ich nicht aus einer Rolle des Sprechers der Bürgermeister verstanden wissen, eher bin ich ein Beispiel-Bürgermeister, der ganz und gar subjektive Eindrücke und Meinung zum Besten gibt, am ehesten konkret für die Stadt Maulbronn sprechen kann.

Seit informellen Vorgesprächen zwischen SHB und Naturpark insbesondere dessen Geschäftsführer Dietmar Gretter! und dem einführenden Workshop in Güglingen sind gut zwei Jahre ins Land gegangen. Was ist aus der tollen Idee des SHB, Landschaften Württembergs in den Focus zu nehmen, sie nicht zu prämieren, aber zu präsentieren, kulturlandschaftliche Vorzüge und ihre Chancen aufzuzeigen, aber auch Defizite anzusprechen und Risiken für die Zukunft was also ist aus der Idee von der Kulturlandschaft des Jahres im Premierenjahr, welches hoch erfreulicher Weise unsere Region Stromberg-Heuchelberg mit dem Herzstück Zabergäu betroffen hat, geworden?

Ich glaube, man kann den Versuch, Nutzen und Zwischen-Ergebnisse zu beschreiben, an vier Schlagworten festmachen:

I. Die Kulturlandschaft des Jahres ist ein Wecker ein Interesse-Wecker.

Über Veranstaltungen, Aktionen, Aufsätze, nicht zuletzt über mediale Berichterstattung haben ganz sicher neue Teile der regionalen Bevölkerung erstmals Beziehung zu ihrer Heimat in Stromberg-Heuchelberg-Zabergäu aufgenommen, Aha-Erlebnisse gehabt oder mehr aus ihrem bisherigen Wissen und Begreifen gemacht: Ich behaupte, dass dies auch auf manches Mitglied in den Gemeinderäten unserer Kommunen zutrifft und auch auf Bürgermeister-Kollegen. Es soll ja schon noch welche geben, die Prioritäten anders setzen ...

II. Die Kulturlandschaft des Jahres ist ein Info- und Ideen-Multiplikator.

Es muss meines Erachtens endlich vollends bewusst werden, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind!

Die Zeit weitgehender Ausrichtung an quantitativem Wachstum ist vorbei angesichts

III. Die Kulturlandschaft des Jahres ist ein Wissens- und Erkenntnisvertiefer

... für alle, die aus Berufung oder weil sie es müssen, schon auf dem Weg sind.

Es freut mich und imponiert mir besonders, wie engagiert und kenntnisreich nicht zuletzt ehrenamtlich Tätige im SHB, in Naturschutzorganisationen, in Heimat- und Geschichtsvereinen, in Bürgerinitiativen und anderen befristeten Projekten mit ihrer Heimatregion befasst sind!

IV. Die Kulturlandschaft des Jahres ist ein Motivator für künftiges Handeln

... ein Motivator für Sie alle und für hoffentlich immer wieder neu Hinzustoßende.

Dem Naturpark Stromberg-Heuchelberg beispielsweise als einem dieser Akteure hat die Initiative des SHB voll in die Karten gespielt: Just in der wichtigen Phase unserer 30jährigen Organisation, in der wir über neue Pläne und Strategien uns endgültig verabschieden vom Verteiler von Landesmitteln nach dem Gießkannenprinzip hin zu einer kommunal getragenen Gemeinschaft, die sich gemeinsam dafür einsetzt, den Wert und die Schönheit des Stromberg-Heuchelberg mit seiner W-Alliteration (Wald, Wein, Wiesen, Wasser) zu bewahren, mit Leuchtturm-Projekten zu betonen, mit dem nagelneuen Naturparkzentrum an der Ehmetsklinge zu präsentieren, Menschen aus Stuttgart und Heilbronn und Karlsruhe und Pforzheim, gerne auch aus Heidelberg oder von der Ostalb oder aus dem Hohenlohischen oder aus Oberschwaben zum Wohlfühlen in den Stromberg zu holen kam und kommt uns diese Ehre sehr zupass!

Keine Frage die Kulturlandschaft des Jahres war und ist natürlich auch ein Werbeträger für Naherholungsfahrten und Tourismus, was dann auch den Stellvertretenden Vorsitzenden von Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V. und den wirtschaftsfördernden Maulbronner Bürgermeister freut, aber wie ich meine, ein Werbeträger im Sinne eines angemessenen, sanften Reisens und Besuchens. Positive Werbung und Imagebildung tut dann übrigens dem Natur- und Landschaftsschutz, der Denkmal- und Heimatpflege, der Entwicklung unserer wunderbaren Kulturlandschaften auch wieder gut.

Zu Beginn habe ich von meiner Rolle als Beispiel-Bürgermeister gesprochen. Die Stadt Maulbronn kann, so meine ich, ziemlich gut als Beispiel-Gemeinde gelten, wenn es um in Jahrhunderten kultivierte Landschaft, ihren Schutz und ihre angemessene Entwicklung geht, auch um das Umsteuern vom Flächenverbrauch auf der grünen Wiese hin zu prioritärer Innenentwicklung: Unser derzeit im Verfahren befindlicher neuer Flächennutzungsplan sieht für die nächsten Jahre nur knapp 2 ha zusätzliche Wohnbaufläche vor!

Deshalb möchte Maulbronn bewusst auch einen aktiven Part beim hoch anerkennenswerten SHB-Projekt Kulturlandschaft des Jahres spielen; deshalb findet die Zwischenbilanz hier im ehemals-klösterlichen Fruchtkasten statt.

Ich hoffe, Sie fühlen sich wohl in der Klosterstadt. Ich wünsche uns einen interessanten und angenehmen Abend und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!