Auftakt »Kulturlandschaft des Jahres 2009/2010: Stromberg – Heuchelberg – Zabergäu«

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Auftakt »Kulturlandschaft des Jahres 2009/2010: Stromberg – Heuchelberg – Zabergäu«

Festliche Eröffnung in Brackenheim im März 2009

Mit schmetterndem Signal stimmten am 20. März 2009 die Jagdhornbläser vom Zabergäu die Gäste im Brackenheimer Bürgerzentrum auf einen Heimatabend der besonderen Art ein: Heimatbund-Vorsitzender Fritz-Eberhard Griesinger ernannte die Region Stromberg-Heuchelberg-Zabergäu zur Kulturlandschaft des Jahres und ermunterte die Partner dieses bundesweit einmaligen Projekts zu vielfältigen Aktivitäten in den kommenden zwei Jahren. Eine Region mit ihren landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten aktiv in den Focus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken und intensiv für die unverwechselbare Eigenart eines Landstrichs zu werben, ist das Anliegen dieser Heimatbund-Initiative.

Lob für dieses Projekt gab's am stimmungsvollen Auftakt-Abend auch von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Landesministerium für Ernährung und Ländlichen Raum. Die Politikerin bescheinigte dem Schwäbischen Heimatbund, mit seiner Initiative voll im Trend zu liegen und beglückwünschte die Initiatoren zu ihrem Unternehmungsgeist. Für mehr Mut zur gezielten und stilvollen Gestaltung der mannigfach bedrohten Kulturlandschaften plädierte Professor Dr. Werner Konold vom Institut für Landespflege an der Universität Freiburg in seinem profunden Festvortrag. Und überaus angeregt diskutierten die Gäste des festlichen Abends nach der Eröffnung der Wanderausstellung zum Heimatbund-Projekt im Foyer des Brackenheimer Bürgerzentrums die richtungsweisenden Visionen des engagierten Wissenschaftlers.

Den Begriff Heimat mit Inhalt zu füllen und zu einer ganzheitlichen Betrachtung einer Region zu ermutigen, ist für Fritz-Eberhard Griesinger Sinn und Zweck des Vereinsprojekts Kulturlandschaft des Jahres. Um diese Ziele zu erreichen, wird der Heimatbund nun alle zwei Jahre eine Landschaft im württembergischen Landesteil auswählen und in konzertierter Aktion mit Akteuren vor Ort um Aufmerksamkeit für die landschaftlichen und kulturellen Highlights dieser Region werben. Dass das Werben um Aktionspartner und Sponsoren bereits während der Planungsphase des Projekts erfolgreich war, wertete Griesinger als Bestätigung der Heimatbund-Initiative, die der Verein zu seinem 100-Jahre-Jubiläum in diesem Jahr ins Werk gesetzt hat. So war die Einstimmung auf die weiteren Aktivitäten der Sympathie-Kampagne für die Region Stromberg-Heuchelberg-Zabergäu für ihn auch die willkommene Gelegenheit, den Projektpartnern zu danken.

vier Herren vor einer Präsentationswand

Feierliche Eröffnung der Wanderausstellung, von links: Erster Landesbeamter, Stellvertreter des Landrats, Lutz May, Heilbronn, Bürgermeister Andreas Felchle, Vorsitzender Naturpark Stromberg-Heuchelberg, Dr. Joachim Schmutz, Kreissparkasse Heilbronn, und Fritz-Eberhard Griesinger.

Heimat bietet Orientierung in einer globalen Welt und ist die Voraussetzung für Weltoffenheit, stellte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium in ihrem Grußwort fest und plädierte für die Erhaltung der Kulturlandschaften auch bei weiter wachsendem Flächenverbrauch. Allerdings sei der Schutz der Landschaft nicht länger ein Nebenprodukt der Landwirtschaft, es gelte heute mehr denn je das Motto schützen durch Nützen!. Wobei neben dem breitgefächerten staatlichen Engagement auch die Freude der Verbraucher an regionalen Produkten ein wichtiger Faktor beim landschaftsschonenden Wirtschaften sei.

Stellvertretend für Brackenheims Bürgermeister Rolf Kieser hieß Stadträtin Jutta Layher die 200 Gäste im Bürgerzentrum der Heuss-Stadt willkommen. Die Wahl ihrer Heimat, der schwäbischen Toskana, zur Kulturlandschaft des Jahres würdigte sie als vielversprechende Auszeichnung. Für die drei in der Region aktiven Sparkassen, die das Heimatbund-Projekt als Sponsoren begleiten, verwies Dr. Joachim Schmutz von der Kreissparkasse Heilbronn auf das Selbstverständnis der drei Banken, die sich dem Gemeinwohl und der Kunden-Nähe verpflichtet sehen.

Selbst die schönste Kulturlandschaft ist durch massive Eingriffe in die Natur entstanden, Dynamik und Wandel sind die bestimmenden Faktoren ihres Erscheinungsbilds. Mit dieser These führte Prof. Dr. Werner Konold das Publikum in die komplexe Thematik seines Festvortrags ein: Werden und Zukunft unserer Kulturlandschaft. Und zweifellos gelte das Gesetz des stetigen Wandels auch für die Zukunft. Wobei im 21. Jahrhundert vor allem die Globalisierung der Märkte und der Klimawandel die Bedingungen der Veränderungen diktierten. Umso mehr sei es heute wichtig, die jeweils angepasste Mischung aus Erhaltung, Anpassung und Gestaltung der Landschaft zu finden. Wozu es zwingend auch gehöre, für vertraute Landschaftsformen neue Funktionen zu finden und ihnen so einen Eingang in den Wirtschaftskreislauf zu verschaffen. Parallel dazu seien allerdings jene unersetzbaren Elemente einer Landschaft, die an traditionelle Nutzungsformen erinnern und historische Entwicklungen sichtbar machen, zu bewahren und zu pflegen.

zwei Herren erläutern eine Präsentation

Die geistigen Väter der Wanderausstellung: Prof. Dr. Manfred Thierer (links) und Georg Zimmer, beide Leutkirch.

Mit anhaltendem Beifall dankte das Publikum Werner Konold für seinen erhellenden Vortrag und signalisierte damit auch seine Zustimmung zu seiner Vision von zeitgemäßer und zukunftsorientierter Landschaftspflege. Auch dazu, ergänzte der damalige Heimatbund-Geschäftsführer Dr. Siegfried Roth, sei das Projekt Kulturlandschaft des Jahres ein nachhaltiger Beitrag. Als sowohl stärkenden, als auch anregenden Beitrag zum geselligen Ausklang des Abends würdigten die Gäste im Brackenheimer Bürgerzentrum schließlich auch das gehaltvolle Referenz-Produkt der größten Weinbau-Gemeinde Württembergs mit angemessenem Zuspruch.