Der Neckar: Württembergs `vaterländischer Fluss´

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Der Neckar: Württembergs `vaterländischer Fluss´

Historische Ansicht einer Flusslandschaft

Heilbronner Neckarpartie, 1844 | Bild: Städtische Museen Heilbronn

Schwäbisch-alamannisch ist der Neckar allemal. Obwohl die Mündung in der alten Kurpfalz liegt, wo, wie Lästerzungen behaupten, der Neckar sich aus Verzweiflung, dass er Schwaben verlassen muss, im Rhein ertränkt.

Der Neckar gilt geradezu als der schwäbische Fluss schlechthin. Dazu wurde er freilich erst im 19. Jahrhundert in vollem Umfang, als Schwaben mehr und mehr zum Synonym für Württemberg geriet, zudem nach den Umwälzungen der napoleonischen Ära der Neckar nun tatsächlich mitten durch Württemberg floss. Von Musikern und Poeten besungen, lagen an ihm viele der wirtschaftlich, politisch und kulturell wichtigen Städte des Landes, alt- wie neuwürttembergische: Rottweil, Rottenburg, Tübingen, Esslingen, Nürtingen, Cannstatt, Ludwigsburg und Heilbronn – nicht aber Stuttgart, wo man den Neckar erst im 20. Jahrhundert für sich zu reklamieren begann.

Die Bedeutung der Wasserstraße für das Land war und ist seit den Römern – man denke an den Zugang über den Rhein nach Nordwesteuropa oder an die Württemberg einschnürenden Stapelrechte der Reichsstäde – bis zum Ausbau des Neckars und seiner Häfen in der jüngeren Vergangenheit immens. Was aber genauer nun macht seine Faszination aus, den romantischen, fast mythischen Ruf, den er vor allem in Schwaben genießt? War es die Landschaft – Hölderlins Neckar-Arkadien der Heimat –, oder vielleicht das bunte Bild der historischen und kulturellen Entwicklung, das die einst anrainenden Territorien - bieten, von den Reichsritterschaften und den vorderösterreichischen Landen am Oberen Neckar über die freien Reichsstädte bis zu der sich vor allem in der Region Stuttgart an seinen Ufern allmählich zusammenballenden Macht des Hauses Württemberg? Oder empfahl er sich einfach an als einendes Symbol, als das mitten durchs Land verlaufende Band, dessen Anziehung sich auch die Neuwürttemberger nicht entziehen konnten?

Diese Veranstaltungen finden mit freundlicher Unterstützung der L-Bank - Staatsbank für Baden-Württemberg - statt.

Vortragsreihe:
Der Neckar – Württembergs "vaterländischer Fluss"

Beachten Sie auch die zugehörigen Reisen und Exkursionen.

Die Vorträge finden statt im Foyer der L-Bank in Stuttgart, Börsenplatz 1.
Zu erreichen mit: U 9 und U 14, Haltestelle Friedrichsbau (Börse).
Kostenbeitrag (nur Abendkasse) Vorträge je € 3,- Euro / Konzert € 8,-
Saalöffnung jeweils 18.00 Uhr. Die Türen werden geschlossen, wenn die höchstzulässige Besucherzahl erreicht ist.

Dienstag, 7. Februar 2012
19.00 Uhr: Begrüßung der Gäste und Einführung in die Vortragsreihe durch Fritz-Eberhard Griesinger, Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes, und Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank.
anschließend: Dr. h.c. Claus-Peter Hutter, Stuttgart: Vom "wilden Kerl" der Kelten zum gebändigten Fluss der Schwaben (Vortrag mit Lichtbildern).
Ausgehend von der Naturgeschichte des Neckars, ein lebendiges, einst aber auch wildes und gefährliches Gewässer, stellt der Präsident von NaturLife-International Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg, die Frage, wie das Neckartal als Landesachse wieder seine Funktion für die ökologische Infrastruktur, für Flora und Fauna, und zugleich für die ökonomische Standortsicherung in Baden-Württemberg erfüllen kann.
Ausklang mit Wein und Brezeln

Dienstag, 14. Februar 2012
19.00 Uhr: Prof. Franz Quarthal, Stuttgart: Der Neckar: Württembergs "vaterländischer Fluss" und historische Lebensader. (Vortrag mit Lichtbildern)
Der Neckar war neben der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald – als größter Fluss – der dritte und wohl bedeutendste geografische "vaterländische" Gestaltungsfaktor Württembergs seit der Grafenzeit. In Reiseberichten und Landesbeschreibungen wird dies ebenso deutlich wie in dichterischer Spiegelung.

Dienstag, 28. Februar 2012
19.00 Uhr: Dr. Joachim Hennze, Heilbronn: "Ein Fluss zu jedermanns Nutzen und Gebrauch". 2000 Jahre Schifffahrt auf dem Neckar. (Vortrag mit Lichtbildern)
Die Neckarschifffahrt gehört zu den faszinierenden Themen der Landesgeschichte: vom Schiffbruch eines römischen Kaufmanns bei Marbach über das Stapelrecht der Reichsstädte, die Neckarflößerei und die Neckar-Schiffswerften bis zu Neckar-Ausbau und Bonatz-Schleußen.

Dienstag, 6. März 2012
19.00 Uhr: Prof. Barbara Scholkmann, Tübingen: Der Mensch am Fluss. Historische Siedlungslandschaften am Neckar. (Vortrag mit Lichtbildern)
Flusstäler, oft klimatisch begünstigt und Verkehrswege seit jeher, waren und sind bevorzugte Lebens- und Siedlungsräume des Menschen. Wo und wie Menschen am Neckar und vom Neckar lebten, illustriert die Archäologin Prof. Barbara Scholkmann anhand ausgesuchter Landschaften und Siedlungsplätze von der Alt- und Jungsteinzeit, über die Bronzezeit, die Kelten, Alamannen und Römer bis ins Mittelalter.

Dienstag, 13. März 2012
19.00 Uhr: Prof. Wilfried Setzler, Tübingen: "In deinen Thälern wachte mein Herz mir auf ...". Neckarland – Dichterland. (Vortrag mit Lichtbildern)
"Ein Füllhorn des Segens" habe die Natur über das Neckartal ausgegossen, schrieb Gustav Schwab. Auch wenn er damit vor allem die Fruchtbarkeit des Bodens und die Idylle der Landschaft, das "Malerische und Romantische" meinte, hat dieses Horn dem Fluss und seinem Tal zweifellos auch eine Fülle von Dichtern und Poeten beschert, die selbst zu Wort kommen werden.

Dienstag, 20. März 2012 | Konzert
19.00 Uhr: "Neckar im Fluss". Eine musikalische Reise zur Heimat am Neckar mit den "Stuttgarter Salonikern"
Flüsse gelten seit jeher als Identifikation von Heimat. Das zehnköpfige Orchester reist an diesem Abend mit einem eigens für das Schwerpunktprogramm des Heimatbunds zusammengestellten Sonderkonzert an die Gestade des Neckars, die Werke thematisch und musikalisch erläutert von Kapellmeister und Conferencier Patrick Siben.
Auf dem Programm stehen Werke vom Barock bis zur Moderne mit direktem Neckarbezug. Ein musikalischer Seitensprung führt zur "Heimat am Fluss" der Menschen an großen Strömen der Welt.
Ausklang der Vortragsreihe mit Wein und Brezeln.

Exkursionen und Reisen

Zu unserem Themenschwerpunkt Neckar gehören auch zahlreiche Reisen aus unserem Programm Kultur- und Städtereisen 2012. Hier haben wir einen kurzen Überblick für Sie zusammengestellt.

Unsere Neckarfahrten finden in Zusammenarbeit mit der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg statt.

Die ausführlichen Beschreibungen der Neckarfahrten, viele andere spannende Reisen und weitere Informationen finden Sie in unserer Programmbroschüre Kultur- und Studienreisen 2012, die wir Ihnen auf Wunsch gerne zusenden (Telefon 0711/23942-11).

Mittwoch, 4. April 2012
Der Obere Neckar von Sulz nach Oberndorf. Eine Reise in die "Moderne" (Tagesfahrt mit Dr. Raimund Waibel und Andreas Kussmann-Hochhalter)
Preis: € 69,– pro Person
Im Zentrum der Exkursion stehen der Einzug der Moderne am Oberen Neckar infolge der Industrialisierung (Kgl. Waffenfabrik, moderne Architektur: Jugendstil, Art Déco) in Oberndorf, in Sulz a.N. der Orientmaler Gustav Bauernfeind.
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 8.40 Uhr "Parken und Mitnehmen" an der Autobahnausfahrt Herrenberg

Mittwoch, 18. April 2012
Hölderlin und sein Neckararkadien (Tagesfahrt mit Arnulf Höpker)
Preis: € 68,– pro Person
Friedrich Hölderlin gelangte nie nach Griechenland – sein Arkadien schuf er sich im Geiste: das Neckar-Arkadien der Heimat: Lauffen (Geburt), Denkendorf (Schule), Nürtingen (Familie, Jugend), Tübingen (Studium, Alter)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 8.30 Uhr Bietigheim, Bahnhof (nur Hinfahrt)

Samstag, 12. Mai 2012
"Urbs pia" - Die "fromme Stadt": Kirchen und Klöster von Rottenburg am Neckar (Tagesfahrt mit Wolfgang Urban M.A.)
Preis: € 58,– pro Person
Die einstige Römer- und spätere Bischofsstadt Rottenburg ist seit altersher durch zahlreiche Kirchen und Klöster bestimmt. Rundgänge mit zahlreichen historisch bedeutsamen Gotteshäusern zeugen davon (u. a. Sülchenkirche, Karmelitenkloster, Domschatz im Diözesanmuseum, Stadtkirche, seit 1828 Dom und Kathedrale der 1821/1828 errichteten Diözese Rottenburg; Rottenburg-Ehingen: historische Stadtmauer, Kapuzinertor, ehemalige Stiftskirche des Chorherrenstifts St. Mauritius mit dem umfangreichsten Bestand mittelalterlicher Wandmalerei in Süddeutschland, Kirchenschatz von St. Moriz; Wallfahrtskirche Weggental).
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 8.40 Uhr "Parken und Mitnehmen" an der Autobahnausfahrt Herrenberg

Mittwoch, 16. Mai 2012
Der junge Neckar (Tagesfahrt mit Prof. Dr. Friedrich Weller)
Preis: € 57,– pro Person
Exkursion in das obere Neckargäu mit dem tief eingeschnittenen Talsystem des jungen Neckars und seiner Zuflüsse: Schwenninger Moos, Europ. Wasserscheide, Quellsümpfe, Karsterscheinungen, Umlaufberge, artenreiche Waldgesellschaften, Felsfluren.
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 8.40 Uhr Herrenberg, Bahnhof

Samstag, 23. Juni 2012
Der Neckar von Heilbronn bis Guttenbach – der Fluss als Wirtschaftsader im Wandel der Zeiten (Tagesfahrt mit Dr. Joachim Hennze und Wolf-Dieter Riexinger)
Preis: € 63,– pro Person
Der Fluss als Wirtschaftsader, das Neckarufer als Lebensraum für Fauna und Flora: Heilbronn (Wilhelmskanal, Hafen), Friedrichshall-Kochendorf (Altneckar, Schleuse), Gundelsheim (Michaelsberg, eiszeitlicher Neckar), Schleusen Rockenau und Guttenbach.
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 9.00 Uhr Heilbronn, Busbahnhof Karlstraße

Donnerstag, 5. Juli 2012
Der Ritterschaftskanton Neckar-Schwarzwald (Tagesfahrt mit Wolfgang Willig)
Preis: € 56,– pro Person
Das Herz des Reichsritterschaftskantons Neckar-Schwarzwald schlug am oberen Neckar, wo viele Adelsfamilien ihre Unabhängigkeit behaupten konnten: die ritterschaftlichen Schlösser Hirrlingen, Wachendorf, Hohenmühringen, Leinstetten, Glatt.
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 8.40 Uhr "Parken und Mitnehmen" an der Autobahnausfahrt Herrenberg

Mittwoch, 11. Juli 2012
Spätgotische Kunst am oberen Neckar: Von der Quelle bis Horb (Tagesfahrt mit Sibylle Setzler M.A.)
Preis: € 67,– pro Person
In vielen Orten am Oberlauf des Neckars haben sich noch mittelalterliche Zentren erhalten, Kirchen und Kapellen vor allem aus der spätgotischen Kunstepoche mit wertvollen Ausstattungen. Die wunderbare Landschaft am oberen Neckar rundet den historischen Eindruck ab: Villingen (mittelalterlicher Stadtkern, Münster Unserer Lieben Frau, Rathaus) - Rottweil (Heiligkreuzmünster, Kapellenkirche, Dominikanermuseum, Ausstellung Rottweiler Steinbildwerke in der Lorenzkapelle) - Horb-Dettingen (Pfarrkirche St. Peter) - Horb (Stiftskirche Heilig Kreuz, "Horber Madonna" im Frauenchörle; Liebfrauenkapelle).
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 8.45 Uhr Tübingen, Busbahnhof

Mittwoch, 8. August 2012
Spätgotische Kunst am mittleren Neckar: Von Köngen bis Stuttgart (Tagesfahrt mit Sibylle Setzler M.A.)
Preis: € 57,– pro Person
Am Neckar zwischen Köngen und Stuttgart hat sich eine überraschende Anzahl gotischer Kirchen und Kunstwerke erhalten: Köngen (Holzdecke), Plochingen (u.a. Fresken), Esslingen (mehrere Kirchen, Glasfenster), Hedelfingen (Fresken), Cannstatt (Kruzifix), Mühlhausen (Fresken, Altäre).
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz

Samstag, 18. August, bis Mittwoch, 22. August 2012
Der Neckar von der Quelle bis zur Mündung (5 Reiseage mit Prof. Dr. Wilfried Setzler)
Preis (inkl. Taxi-Service, Busfahrt, Reiseleitung, 4 Übernachtungen mit Halbpension, davon 1 Abendessen als Vesper mit Weinprobe, Hafenrundfahrt in Mannheim, alle Führungen, alle Eintrittsgelder, Reiserücktritts-Versicherung): € 695,– (EZ 750,-) pro Person
Von der Quelle des fast 370 km langen Neckars bis zur Mündung in den Rhein. Der Fluss durchquert bäuerlich geprägte Kulturlandschaften und industrielle Ballungsräume, an ihm liegen mittelalterliche Städte, Burgen und Schlösser, Kirchen, Synagogen und Judenfriedhöfe, Rathäuser und Klöster.
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof bzw. Abholung durch Taxi-Service

Mittwoch, 5. September 2012
Frühe Kirchen, Heiligenlegenden und reizvolle Ausblicke am Neckar zwischen Bad Wimpfen und Mosbach (Tagesfahrt mit Prof. Dr. Volker Himmelein)
Preis: € 56,– pro Person
Auf der Fahrt durch das reizvolle Stück Neckartal zwischen Bad Wimpfen und Mosbach gibt es mehrere frühe Kirchen mit Wandmalereien, die "seltsamen" (oder besser: bei uns selten vorkommenden) Heiligen gewidmet sind: St. Gangolf in Neudenau, St. Notburga in Hochhausen und St. Hilarius in Heinsheim. Der Michaelsberg bei Gundelsheim lohnt einen Besuch nicht nur wegen der schönen Aussicht, sondern auch wegen der artenreichen Vegetation und der Michaelskapelle.
Abfahrt: 8.15 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 9.15 Uhr Heilbronn, Busbahnhof Karlstraße

Samstag, 6. Oktober 2012
Altes Weinland am Neckar (Tagesfahrt mit Manfred Hagen)
Preis: € 59,– pro Person
Tageswanderung auf den Höhen und in den Steillagen des Neckars von Mundelsheim zu den Hessigheimer Felsengärten (mit Weinprobe).
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 8.30 Uhr Bietigheim, Bahnhof

Mittwoch, 17. Oktober 2012
Spätgotische Kirchenarchitektur am Unterlauf des Neckars (Tagesfahrt mit Reinhard Lambert Auer M.A.)
Preis: € 62,– pro Person
Der Unterlauf des Neckars ist eine bemerkenswerte Region für die Kirchenarchitektur der Spätgotik. Die architektonischen Formen der Epoche weisen hier diverse Besonderheiten auf: Heilbronn (Kilianskirche) - Bad Wimpfen (ev. Stadtkirche) - Hochhausen (ev. Pfarrkirche) - Hirschhorn (ehem. Karmeliterklosterkirche) - Heidelberg (ev. Heiliggeistkirche, ehem. Stiftskirche, Aufbewahrungsort der ehem. "Biblioteca Palatina"; ev. Peterskirche).
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz | Zustieg: 8.40 Uhr Heilbronn, Busbahnhof Karlstraße