Ländlicher Raum und Bürgerschaftliches Engagement

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Ländlicher Raum und Bürgerschaftliches Engagement

Das Referat von Hansjürgen Stiller war frei vorgetragen. Das folgende Thesenblatt gibt in Stichworten den Inhalt des Vortrags wieder und war Bestandteil der Tagungsmappe.

Thesenblatt zum Vortrag von Hansjürgen Stiller, LtdRD a.D.
im Rahmen der Tagung
"Historische Dorfanalyse - Perspektiven für die Entwicklung im Ländlichen Raum"
am 27. Juni 2003 im Gemeinschaftshaus von Dürmentingen-Heudorf

Raumkategorien nach Landesentwicklungsplan Baden-Württemberg 2002
Landesbevölkerung Landesfläche
Verdichtungsräume + Randzonen 65% 30%
Ländlicher Raum 35% 70%
Ländlicher Raum i.e.S. 30% 60%
Strukturdaten (Abkürzungen: Einw. = Einwohner, Gem. = Gemeinde)
LandkreisEinw.Einw. pro kmēFläche in kmēZahl der Gem.mehr als 10000 Einw.5000 bis 10000 Einw.weniger als 5000 Einw.
Biberach1820001301409453 Gem. mit 60000 Einw. = 33%5 Gem. mit 36000 Einw. = 20%37 Gem. mit 86000 Einw. = 47%
Ludwigsburg4950007206873917 Gem. mit 382000 Einw. = 77%11 Gem. mit 75000 Einw. = 15%37 Gem. mit 86000 Einw. = 47%
Hansjürgen Stiller beim Vortrag

Regierungsdirektor i.R. Hansjürgen Stiller, Tübingen

Entwicklungstendenzen

Die Städte und Gemeinden stehen schon seit längerer Zeit unter einem starken Innovationsdruck. Dieser Druck stammt im wesentlichen aus folgenden Quellen:

Es ist davon auszugehen, dass insbesondere auf Grund des enger werdenden finanziellen Spielraums der Gemeinden mehr bürgerschaftliche Eigeninitiative und Kooperation nötig wird.

Als Folge des Innovationsdrucks wird in nahezu allen Gemeinden daran gearbeitet, das kommunale Handeln wirtschaftlich effektiver zu gestalten und stärker am Bedürfnis des Bürgers als Kunden auszurichten. Die Kommunen bedienen sich hierzu des sogenannten Neuen Steuerungsmodells.

Gleichzeitig schaffen viele Gemeinden Möglichkeiten, dem Partizipationswunsch der Bürger zu entsprechen. Als Beispiele seien genannt

Bürgerschaftliches Engagement

Da die Kommunen in Zukunft wegen der knapper werdenden finanziellen Ressourcen immer weniger in der Lage sein werden, alle Wünsche der Bürger nach öffentlichen Dienstleistungen zu erfüllen, ist es unumgänglich, dass die Bürger dazu übergehen, bestimmte Angebote in Eigenverantwortung und Eigeninitiative selbst zu organisieren bzw. von der Kommune zu übernehmen. Einige gängige Schlüsselbegriffe zur Umschreibung dieser Entwicklung lauten:

Mehrwert und Wertschöpfung

Bedingungen für das Bürgerschaftliche Engagement

Die bevorzugten Orte zur Umsetzung des Wunsches und des Bürgerrechts nach bzw. auf Mitwirkung bei kommunalen Entscheidungen als Zeichen von lokaler Demokratie sind die kleinräumigen Siedlungseinheiten (Gemeinden, Dörfer, Ortschaften, Quartiere). Dies gilt auch für die Wahrnehmung von Aufgaben im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements.

Im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements arbeiten die Bürger freiwillig und unentgeltlich. Sie benötigen für ihre Tätigkeit zumindest eine gesicherte Büroinfrastruktur und -logistik, die ihnen die Gemeinde entweder direkt zur Nutzung zur Verfügung stellen oder aber für die sie entsprechende finanzielle Mittel gewähren sollte.

Zu einer nachhaltigen Förderung der zivilgesellschaftlichen Freiwilligenarbeit durch die Kommunen gehört ferner der Aufbau einer Netzwerk-Infrastruktur sowie die sorgfältige Pflege einer Anerkennungskultur.

Kommunale Direktwahlmandate

Gemeinden mit Ortschaftsverfassung im Landkreis Biberach

Mandate im Landkreis Biberach

zum Vergleich: Stadtkreis Stuttgart (580 Tsd. Einwohner)

Mandate in Dürmentingen (2600 Einwohner)