Hermann Wax: Etymologie des Schwäbischen. Die Herkunft von mehr als 8.000 schwäbischen Wörtern.

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Hermann Wax: Etymologie des Schwäbischen. Die Herkunft von mehr als 8.000 schwäbischen Wörtern.

Titelblatt

Herausgegeben von Kurt Widmaier und Wolfgang Schürle im Auftrag der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) in Verbindung mit Hubert Wicker, Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V. 4. Aufl. Biberacher Verlagsdruckerei 2011. 761 Seiten. Hardcover 29,80. ISBN 978-3-933614-89-6

Die erste Auflage der Etymologie des Schwäbischen erschien 2005, die dritte Auflage war Ende 2009 vergriffen. Die vierte, erweiterte Auflage liegt jetzt vor.

Die Etymologie ist ein alphabetisch angelegtes Wörterbuch, das über 8000 schwäbischen Wörtern nachgeht, deren Geschichte und Werdegang vom ersten erfassbaren Ursprung bis zur Gegenwart dokumentiert. Es ist das Ergebnis eines 50 Jahre langen Sammelns und akribischen Etymologisierens. Das Buch wird in exemplarischer Genauigkeit und Dokumentation den Quellen und den 706 Titeln der Sekundärliteratur gerecht.

Man mag beim Nachschlagen und Schmökern staunen, wie transnational unser Schwäbisch ist, welch weites Sprachgemisch es ist, wie vielsprachig der Schwabe spricht: Das schwäbische Vokabular weist außer dem Germanischen auch griechische, lateinische, arabische, französische, italienische, rotwelsche, polnische, tschechische, skandinavische, hebräische und jiddische Einflüsse auf. Wo die Quellen und Belege verstummen, kann der Verfasser einerseits durch sein Studium der neueren Sprachen und Geschichte, andererseits aufgrund seiner schwäbischen Herkunft weitere Beiträge zur Worterschließung leisten. Die Etymologie des einzelnen Wortes stellt sich so dar, dass nach dem Stichwort meistens die Darstellung in internationaler Phonetik erfolgt, dann die Semantisierung, anschließend die Etymologie mit den zitierten Quellen und Verweisen auf weiterführende Literatur (Stand 2011).

Hermann Wax hat mit diesem voluminösen Buch den allergrößten Teil des schwäbischen Wortschatzes von der Baar bis an den Lech, von der fränkischen Grenze bis an den Bodensee und ins Allgäu etymologisiert; er ist 2005 bereits für die erste Auflage mit der Staufermedaille und einem Landesforschungspreis ausgezeichnet worden. Zwei vom Verfasser genannte Ziele des Buches seien zitiert: im Vorwort zur ersten Auflage heißt es, die Etymologie des Schwäbischen solle schlicht und einfach die Neugier der Schwaben im Umgang mit sich selbst und ihrer Sprache befriedigen. Hermann Wax geht der langen Geschichte und weit verzweigten europäischen Verwandtschaft dieser Wörter nach und gibt dabei dem bisweilen doch etwas despektierlich behandelten Schwäbischen ein bisschen mehr Selbstwertgefühl und Würde.

Winfried Aßfalg