Kulturlandschaft des Jahres: 2011 | 2012 Ostalb mit Albuch, Härtsfeld, Lonetal

. . . . . .

Kulturlandschaft des Jahres: 2011 | 2012 Ostalb mit Albuch, Härtsfeld, Lonetal

Der nordöstliche Teil der Schwäbischen Alb, das höchste Stockwerk des südwestdeutschen Schichtstufenlandes, mit Albuch, Härtsfeld und Lonetal ist eine eigenwillige Landschaft, in der sich viele Naturschönheiten und Kulturgüter entdecken und erleben lassen.

Am Ende des Beitrags finden Sie Termine, Veranstaltungen und weitere Hinweise.

Lesen Sie hierzu auch eine ausführliche Beschreibung der Ostalb als einem reichhaltigen Archiv der Landschaftsgeschichte von Friedrich Weller.

Heidelandschaft

Wacholderheide auf der Ostalb


Dem Albtrauf vorgelagerte Zeugenberge wie der Ipf und der zerlappte, von prächtigen Laubwäldern bewachsene markante Steilabfall prägen das Landschaftsbild im Norden. Schroffe Felsen und vorspringende Bergnasen boten ideale Schutzlagen für Burgen und Schlösser. Gut 300 Meter höher - droben auf der Alb - dann ein anderes Bild: ein Hochland, die das im Norden eher kuppig, gewellt und reich bewaldet ist, nach Süden flächig, weit gespannt und stärker ackerbaulich genutzt. Das Gelände fällt gegen die Ulmer Alb hin ab. Ein Netz von Trockentälern modelliert es. Kocher und Brenz - ständig Wasser führend - trennen den Albuch vom östlich benachbarten Härtsfeld.

Fabrikhalle

Arbeiterinnen bei Steiff, um 1960


Landschaftsformen wie Wasserhaushalt sind aufs engste mit dem vorherrschenden Kalkgestein verbunden. Überall lassen sich Fossilien finden, die seine Entstehung am Boden eines jurazeitlichen Meeres belegen. Phänomene voller Geheimnisse, wie Höhlen und Dolinen sowie Hungerbrunnen und Quelltöpfe, sind der Wasserdurchlässigkeit der Kalke zu verdanken. Staunen und Wundern lässt sich auch über den riesigen Meteoritenkrater des Steinheimer Beckens. Einen besonderen Schmuck der Landschaft bilden die satten Buchenwälder. Ganz anders, aber nicht weniger reizvoll, sind die Wacholderheiden, die durch jahrhundertlange Beweidung auf kargen Böden entstanden sind. Viele Heideflächen sind leider durch intensive bäuerliche Nutzung und durch Aufforstungen verschwunden.

kleiner Fluss zwischen Wiesen

Oberlauf der Lone


Aber nicht nur einzigartige geologische Phänomene zeichnen das Gebiet aus, sondern auch zahllose künstlerische und bauliche Zeugnisse einer frühen und wechselvollen Geschichte. So gilt die im Tal der Lone gefundene Figur eines Löwenmenschen als eines der ältesten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte. Viele Höhlen auf der Alb und am Rande des Rieses bilden berühmte archäologische Fundstellen. Trotz eher karger Landesnatur war das Gebiet ein Vorzugsraum der Besiedlung. Kelten und Römer hinterließen deutliche Spuren, Ortsnamen mit der Endung -ingen spiegeln die alemannische Landnahme. Im Mittelalter entwickelten sich Haufendörfer, Städte, Burgen und Schlösser - der Barock feiert Triumphe im Kloster Neresheim. Mannigfaltig sind auch die Spuren historischer Nutzung, etwa die Zeugnisse der ehedem so schwierigen Wasserversorgung, aufgelassene Steinbrüche und Bergwerke sowie frühindustrielle Einrichtungen. Seit altersher wurde Eisenerz abgebaut - erst Bohnerze dann Stufenerz. Hütten- und Eisenwerke kamen auf; nach dem Erlöschen der Hochöfen erwuchsen daraus hochspezialisierte metallverarbeitende Betriebe. Schwäbischer Fleiß und unternehmerische Findigkeit ließen weitere Betriebe mit Erzeugnissen von Weltruf entstehen. Natur und menschliches Wirken haben somit beigetragen, eine äußerst vielfältige und anregende Landschaft zu formen.

Fassadenschmuck

Figurenfries an der Kirche in Brenz an der Brenz


Der Raum weist eine ausgeprägte territorialgeschichtliche Vielfalt und dadurch auch eine konfessionelle Gemengelage auf: Neben herzoglich-altwürttembergischen Gebieten finden sich Freie Reichsstädte (Aalen, Giengen an der Brenz, Bopfingen), neben geistlichen Territorien (Fürstpropstei Ellwangen, Kloster Neresheim, Deutscher Orden) standen Reichsfürstentümer (Oettingen, Thurn und Taxis) sowie reichsgräfliche und reichsritterschaftliche Herrschaften (wie Rechberg, Degenfeld, Schenken von Limpurg; Woellwarth). Nach dem Zweiten Weltkrieg und bis heute haben Zuwanderer wesentliche wirtschaftliche und soziale Akzente gesetzt, zuerst Vertriebene und Flüchtlinge, dann weitere Arbeitskräfte mit ihren Angehörigen aus dem In- und Ausland.

bemalte Kirchendecke

Deckenausmalung in der Abteikirche Neresheim

Veranstaltungen | Ausstellung

Zum Projekt sind zahlreiche Vorträge, Tagungen, Workshops und Exkursionen zu den Themen Landschaft und Naturschutz, Denkmalschutz, Landeskunde und Archäologie geplant. Die Auftaktveranstaltung im Frühjahr wird den regionalen Akteuren Gelegenheit geben, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Eine Wanderausstellung steht allen Gemeinden und Einrichtungen im gesamten Zeitraum zur Verfügung.

Aktuelle Informationen über das Programm werden jeweils auf diesen Internetseiten zu finden sein.


Alle Veranstaltungen und Termine 2012

wichtige Termine aus der Region
finden Sie in einer Übersicht auf www.brenzregion.de (neues Fenster).

Die folgenden Tagesfahrten werden mit dem Bus ab/bis Stuttgart durchgeführt. Zusteigemöglichkeiten nach Vereinbarung. Anmeldung und Infos beim SHB unter Tel. (0711) 23942-11.

25. April 2012
Auf der Ostalb | Meteorkrater, Staufer und die Geburtsstätte des Teddybären (Leitung Dr. Siegfried Roth)
1. Juli 2012
Kulturlandschaft im Wandel - Aus der Landschaft lesen lernen | Treffelhausen 9-14.30 Uhr | Anmeldung beim SHB erforderlich! | Schon seit langen Zeiten prägt der Mensch das Gesicht der Landschaft maßgeblich und nachhaltig. Die "Hinterlassenschaften“ der historischen Nutzung sind als Kulturlandschaftselemente in der Landschaft allenthalben sichtbar. Selbst wenn man mit den naturkundlichen Gegebenheiten und der regionalen Geschichte vertraut ist, kann man die Kulturlandschaftsbestandteile nicht immer leicht interpretieren. Die folgende Tagesexkursion gibt Einblick in den Reichtum an Kulturlandschaftselementen der Ostalb und deren spannende Geschichte. Sie lernen, mit wachem Blick durch die Landschaft zu gehen und die vorkommenden Kulturlandschaftselemente vor dem Hintergrund des Naturraums und der regionalen Geschichte zu interpretieren. | Treffpunkt: Vormittag Gasthaus zum Adler in Treffelhausen Nachmittag Meteorkratermuseum Sontheim
14. Juli 2012
Kulturlandschaft des Jahres | Natur und Landschaftspflege auf der Ostalb (Leitung Dr. Siegfried Roth, Hans-Rainer Schmid)
28. Juli 2012
Der Limes | An der Grenze des Römischen Reiches (Leitung Prof. Dr. Holger Sonnabend)

Wanderausstellung

Alle Orte und Termine.

Alle zurückliegenden Veranstaltungen und Termine im Jahr 2011

1. Mai 2011
Eröffnungsveranstaltung mit Wanderung von Neresheim nach Burg Katzenstein mit Landrat Klaus Pavel, Ostalbkreis; Bürgermeister Gerd Dannenmann, Neresheim; Ministerialdirektor Dr. Albrecht Rittmann, MLR; Fritz-Eberhard Griesinger, Vorsitzender Schwäbischer Heimatbund e. V. sowie Landrat Hermann Mader, 1. Vorsitzender LEADER-Brenzregion
8. Juni 2011
Tagesfahrt Spuren der Landschaftsgeschichte im Albuch und Härtsfeld mit Prof. Dr. Friedrich Weller - im Rahmen des Reiseprogramms des SHB
17. August 2011
Tagesfahrt Auf den Spuren der Benediktiner: Neresheim und seine Nachbarklöster mit Prof. Dr. Volker Himmelein - im Rahmen des Reiseprogramms des SHB
21. September 2011
Tagesfahrt Kirchen am Albuch und auf dem Härtsfeld mit Reinhard Lambert Auer M.A. - im Rahmen des Reiseprogramms des SHB
11. Oktober 2011
Tagung Historische Ortsanalyse im Bahnhotel 89547 Gerstetten, mit Exkursion nach Dettingen und Heldenfingen
15. Oktober 2011
Eröffnung der Wanderausstellung im Schloss Brenz, Sontheim
22. Oktober 2011
Tagesfahrt Wirtschaftsgeschichte einmal anders: Miedermuseum Heubach und Silberwarenfabrik Ott-Pauser Schwäbisch Gmünd mit Kerstin Hopfensitz M.A. - im Rahmen des Reiseprogramms des SHB

Als weitere Veranstaltungen in der Kulturlandschaft des Jahres 2012 sind geplant:

Beachten Sie auch die Informationen unter www.brenzregion.de (öffnet ein neues Fenster).

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle in Stuttgart oder nutzen das Kontaktformular.

(Fotos: Wikipedia [1–7], Bernd Langner [8, 9])