Mitgliederversammlung 2010 des Schwäbischen Heimatbunds in Güglingen

. . . . . .

Mitgliederversammlung 2010 des Schwäbischen Heimatbunds in Güglingen

Die Mitgliederversammlung im Jahr eins nach dem großen Vereinsjubiläum fand heuer in Güglingen statt, mitten in der ersten Kulturlandschaft des Jahres 2009/2010 Stromberg-Heuchelberg-Zabergäu gelegen. Vorsitzender Fritz-Eberhard Griesinger berichtete vom gelungenen Jubiläumsjahr und von den daraus entstandenen Initiativen wie dem Projekt Bäume in die Landschaft, der Buchreihe Bibliothek Schwäbischer Geschichte sowie dem Gustav-Schwab-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs, die allesamt gut angelaufen seien und bei Mitgliedern und Freunden des Vereins großen Anklang finden. Der Band zur Studientagung 100 Jahre Heimatschutz harrt wegen fehlender Beiträge noch seiner Vollendung.

Dank an Helfer und Sponsoren

Griesinger dankte ausdrücklich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle für ihren außergewöhnlichen Einsatz im Jubiläumsjahr sowie allen Mitwirkenden. Neben den Jubiläumsprojekten lief das jährliche Programm mit der sehr gut besuchten Vortragsreihe Die Welt der Staufer (mehr als 2.600 Gäste), dem Kulturlandschaftspreis sowie dem Denkmalschutzpreis weiter. Auch das Projekt zur Erfassung und Dokumentation von Kleindenkmalen im Land erfährt nach zähen Verhandlungen mit den staatlichen Stellen nun eine Fortsetzung. Mit der Region Albuch-Härtsfeld hat der Arbeitskreis Ländlicher Raum eine neue Kulturlandschaft des Jahres für 2011/12 ausgewählt. Hier gelte es, auf den bisherigen Erfahrungen weiter aufzubauen und die Resonanz weiter zu steigern. Ohne Sponsoren wären diese Projekte nicht durchführbar, betonte Griesinger und dankte der L-Bank, der Stiftung Umweltschutz des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg sowie der Wüstenrot Stiftung, die die Finanzierung des Denkmalschutzpreises 2012 bereits in Aussicht gestellt habe.

Weiterhin leicht rückläufig ist die Zahl der Mitglieder, die Ende Juni 5.240 Personen betrug. Griesinger hält die Einberufung eines Ausschusses (Mitglieder-)Werbung für nötig, der in der Satzung vorgesehen, zur Zeit aber nicht besetzt sei.

Stuttgart 21

Griesinger legte erneut den Standpunkt des Vorstandes zum Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs dar. Vor dem Hintergrund der Aktivitäten in der Planungsphase in den Jahren von 1993 bis 2008 hat der Vorstand nach vielfachen Diskussionen beschlossen, sich nicht in aktionistischer Form öffentlich an der Diskussion um bereits entschiedene und vertraglich vereinbarte Planungen zu beteiligen. Dieser Punkt wurde in der Mitgliederversammlung engagiert und kontrovers, aber sachlich fundiert diskutiert. Sollten neue Sachargumente an den Vorstand herangetragen werden, die neue Handlungsräume für eine Einflussnahme eröffneten, sei der Vorstand aber offen, darüber erneut zu diskutieren, so Griesinger. Davon unberührt seien Einflussnahmen auf die Konsequenzen des beschlossenen Umbaus, bei denen noch nicht endgültig entschieden wurde, unter anderem die Gestaltung der Schalterhalle des verbleibenden Bahnhofsgebäudes und die städtebauliche Ausformung des Gleisvorfeldes.

Bericht des Schatzmeisters

In seinem ersten Rechenschaftsbericht zeigte Schatzmeister Gerhard Fink, dass auch der SHB von der Finanz- und Wirtschaftskrise tangiert wurde. Rückläufige Zinseinnahmen, deutlich weniger Reiseteilnehmer gegenüber dem Vorjahr sowie der Rückgang der Mitgliederzahlen haben das Ergebnis stärker als vorgesehen belastet. Inklusive der Bildung zweckgebundener Rücklagen im Bereich der Ortsgruppen sowie für das Naturschutzzentrum in Wilhelmsdorf ergibt sich für 2009 eine Zuweisung zum Erfolgsplan zu Lasten der allgemeinen Rücklage von 90.000 Euro, auch weil ein Einmalbetrag, der dem Verein noch aus der Abwicklung des Erbes von Peter Helge Fischer zusteht, statt wie geplant 2009 erst 2010 verbucht werden kann. Insgesamt sei der Verein aber nach wie vor finanziell leistungsfähig und solide, so Fink, der den Mitgliedern auch für ihre große Spendenbereitschaft im Jubiläumsjahr und darüber hinaus dankte. Kassenprüfer Alfred Müssle lobte die einwandfreie Rechnungslegung für 2009 und beantragte die Entlastung von Vorstand und Kassenwart, die die Mitgliederversammlung bei Enthaltung der Betroffenen einstimmig erteilte.

Am Samstagnachmittag stand dann eine Führung durch Güglingen, in der Mauritiuskirche sowie durch das überaus sehenswerte, 2008 neu eröffnete Römermuseum der Stadt auf dem Programm. Am Sonntag führten fachkundige Experten zum Michaelsberg, dem Wächter des Zabergäus, zur Neckarschleuse Horkheim mit Blick auf deren Umgestaltung (siehe Standpunkte) sowie nach Bönnigheim. Letzte Station war die Waldheide bei Heilbronn, früherer Standort der Pershing II-Atomraketen und Ausgangspunkt der deutschen Friedensbewegung. Der naturkundliche Spaziergang unter der Führung von Wolf-Dieter Riexinger über die heutige Schafweide endete mit einem Spezialitätenimbiss bei der Schäferfamilie Württemberger, Preisträger des Kulturlandschaftspreises 2008.

Volker Lehmkuhl