Die Welt der Staufer

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Die Welt der Staufer

Kaiser auf dem Thron mit zwei weiteren Personen

Friedrich Barbarossa und seine Söhne – Miniatur aus der Welfenchronik

Im Erinnern der Deutschen ist die Zeit der Staufer geprägt durch sagenumwobene Lichtgestalten - etwa die Kaiser Friedrich Barbarossa und Friedrich II. - oder vom tragischen Ende des letzten Staufers, des jungen Konradin, auf dem Schafott der Anjou in Neapel. Andere Staufer, wie etwa die frühen Grafen mit dem Leitnamen Friedrich - Pfalzgrafen und Herzöge in Schwaben (ca. 1050-1100) - oder viele der wichtigen, weil die Zeit prägenden, Entwicklungen werden darüber vergessen.

Die Staufer: Der Begriff bezeichnet mehr als nur eine Königsdynastie, in ihr spiegelt sich eine ganze historische Epoche. Das Geschlecht wirkte nicht nur in Deutschland oder gar nur in Schwaben, es agierte europaweit und bis in den Nahen Orient, und dies in einer Zeit bemerkenswerten Wandels. Gerade diesen Aspekten der staufischen Geschichte will sich der Schwäbische Heimatbund mit seinem thematischen Schwerpunkt 2010 widmen und wird damit die Blicke weit über die engeren Grenzen Schwabens hinaus lenken. Wir blicken in das Europa des 12./13. Jahrhunderts, auch auf die Beziehungen zur arabischen Welt und zum Islam - Friedrich II. ging hier andere, neue Wege -, auf die Umwälzungen in den Wissenschaften, aber auch auf die Neugestaltung der politischen und territorialen Gestalt Schwabens in dieser Zeit sowie auf das Nachleben der Stauferzeit im Erinnern des Volkes.

Wir laden Sie ein, mit dem Schwäbischen Heimatbund in Vorträgen und auf Reisen die Welt kennen zu lernen, in der die Staufer agierten, jene Welt, in der sie ihren Weg vom Hohenstaufen nach Palermo nahmen, und sich diese von uns so typisch schwäbisch empfundene Königsdynastie gleichsam internationalisierte.

Nach Abschluss der Reihe finden Sie hier auch einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltungen.

Diese Veranstaltungen finden mit freundlicher Unterstützung der L-Bank - Staatsbank für Baden-Württemberg - statt.

Vortragsreihe:
Die Welt der Staufer

Die Vorträge im Foyer der L-Bank haben in diesem Jahr bereits stattgefunden. Beachten Sie auch die zugehörigen Reisen und Exkursionen an.

Dienstag, 2. Februar 2010
19.00 Uhr: Begrüßung der Gäste und Einführung in die Vortragsreihe durch Fritz-Eberhard Griesinger, Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes, und Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank.
anschließend: Prof. Wolfgang Stürner, Stuttgart: Dynamische Vielfalt. Europa zur Zeit der Staufer. (Vortrag mit Lichtbildern)

Dienstag, 9. Februar 2010
19.00 Uhr: Prof. Hansmartin Schwarzmaier, Karlsruhe: Die Staufer. Eine Königsdynastie und ihre adelige Umwelt. (Vortrag mit Lichtbildern)

Dienstag, 23. Februar 2010
19.00 Uhr: Prof. Peter Thorau, Saarbrücken: Unkultiviert, unmoralisch und häretisch? Die Europäer aus islamischer Sicht im Zeitalter der Staufer. (Vortrag mit Lichtbildern)

Dienstag, 2. März 2010
19.00 Uhr: Dr. Gundula Grebner, Frankfurt: Aus Natur-Wissen wird Natur-Wissenschaft. Der Beitrag des staufischen Hofes. (Vortrag mit Lichtbildern)

Dienstag, 9. März 2010
19.00 Uhr: Prof. Thomas Zotz, Freiburg: Schwaben zur Zeit der Staufer. Adel, Klöster, Städte im "Kronland" der Herrscherdynastie. (Vortrag mit Lichtbildern)

Dienstag, 16. März 2010
19.00 Uhr: Dr. Klaus Graf, Neuss: Der Mythos Staufer. Eine schwäbische Königsdynastie wird erinnert und instrumentalisiert.

Exkursionen und Reisen

Zu unserem Themenschwerpunkt Staufer gehören auch zahlreiche Reisen aus unserem Programm Kultur- und Städtereisen 2010.

Sonntag, 21. März 2010
Geschichte und Kultur der Juden in Süddeutschland XI: Unter dem "Schutz" der Staufer – Judengemeinden am Mittelrhein: Speyer und Worms (Tagesfahrt mit Dr. Benigna Schönhagen)
Preis: € 68,– pro Person
Viel zu wenig ist bekannt, dass die jüdischen Gemeinden der drei mittelrheinischen Bischofsstädte Mainz, Worms und Speyer im Hohen Mittelalter intellektuelle und religiöse Zentren des aschkenasischen Judentums waren. Mit Rabbi Izchak ben Schlomo, genannt Raschi (1140-1205), und Rabbi Kalonymos ben Meschullam (10. Jh.) lebten in Worms und Mainz Gelehrte von europäischem Rang.
Nicht zuletzt die Gesetzgebung der Staufer ermöglichte diese Blüte jüdischen Lebens. Das bahnbrechende Privileg Kaiser Heinrichs IV. von 1090 sicherte den Wormser Juden das Recht auf Unversehrtheit und Eigentum, freie Religionsausübung und die innere Autonomie ihrer Gemeinde. Friedrich II. dehnte das Privileg auf alle Juden seines Machtbereichs aus, die er als Kammerknechte unter seinen Schutz stellte. Dass dieser Schutz aber nicht immer wirkte, zeigen die verheerenden Folgen der Kreuzzüge.
Programm: Mittelalterliche Judenviertel in Speyer und Worms, die mit dem ältesten jüdischen Friedhof Europas (Heiliger Sand in Worms) und Synagogengebäuden des 11. und 12. Jhs. sowie mittelalterlichen Ritualbädern eindrucksvolle bauliche Zeugnisse jüdischer Kultur aufweisen.
Herren werden gebeten, eine Kopfbedeckung mitzunehmen

Montag, 12. April, bis Samstag, 17. April 2010
Das Elsass – zwischen Klosterkultur und Kathedrale. Ein Kulturraum zwischen europäischen Großmächten (6 Reiseage mit Wolfgang Urban)
Preis: € 890,– (EZ 990,-) pro Person
Das Elsass ist der dem Schwabenland benachbarte und ihm zusammen mit der deutschsprachigen Schweiz nächst verwandte Kulturraum. Beide haben ihre gemeinsame historische Herkunft in der Alamannia. Von 911 bis zum Ende der Stauferzeit 1268 gehörte das Elsass zum Herzogtum Schwaben. Die geschichtlichen Beziehungen sind eng und mannigfach. So heiratete Friedrich von Büren um 1045/50 Hildegard von Egisheim, die damit zur Stammmutter der Staufer wurde, amtierten die Grafen von Hohenberg als Vögte im Elsass, gehörten Teile des Elsass als habsburgische Besitzungen zu Vorderösterreich, das bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges seinen Verwaltungssitz in Ensisheim hatte. (Mehr zu dieser Reise im gedruckten Programm)
Die bis ins Ober- und Unterelsass führenden Exkursionen werden von einem festen Standquartier aus unternommen, so dass das Hotel nicht gewechselt werden muss.
Programm: Breisach, Eguisheim, Häusern/Husseren-les-Chβteaux, 5 Übernachtungen in Colmar | Avolsheim, Straßburg | Colmar, Gueberschwihr | Hagenau, Waldburg, Weissenburg, Saverne/Zabern, Maursmünster/Marmoutier | Schlettstadt/Sιlestat, Hoh-Königsburg, Andlau, Odilienberg | Lautenbach, Murbach, Guebwiller, Thann, Ottmarsheim.

Mittwoch, 28. April 2010
Auf den Spuren der Staufer um den Hohenstaufen (Tagesfahrt mit Walter Ziegler)
Preis: € 52,– pro Person
Auf dem Hohenstaufen ließ sich Graf Friedrich von Büren um 1070 eine Burg erbauen, die nun namengebend für sein Geschlecht wurde. Nachdem er 1079 von Kaiser Heinrich IV. mit dem Herzogtum Schwaben belehnt worden war, begann der einzigartige Aufstieg der Staufer. Bis 1268 stellten sie zehn schwäbische Herzöge und von 1138 bis 1254 sieben Könige und Kaiser des Reiches.
Als Wiege des Geschlechts bezeichnet man das Wäscherschloss bei Wäschenbeuren. Es stammt zwar erst aus der Zeit um 1230, gehört aber zu den am besten erhaltenen stauferzeitlichen Burganlagen im Stauferland. Um 1100 gründeten die Staufer beim nahen Lorch im Remstal ein Benediktinerkloster. Es wurde zu ihrem Hauskloster und ihrer frühen Grablege, an die eine 1475 geschaffene Tumba erinnert. Zu den bedeutendsten spätromanischen Schmuckkirchen unseres Landes zählt die Stiftskirche in Göppingen-Faurndau. Sie entstand in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts.
Programm: Faurndau (Stiftskirche) – Hohenstaufen (Dokumentationsraum, Barbarossakirche und Burgruine) – Wäschenbeuren (Wäscherschloss) – Lorch (Kloster, Stauferrundbild von Hans Kloss).

Mittwoch, 21. Juli 2010
Auf den Spuren der Herren von Hürnheim (Tagesfahrt mit Prof. Dr. Volker Himmelein)
Preis: € 64,– pro Person
Die edelfreien Herren von Hürnheim zählten zu den treuesten Anhängern der Staufer. Friedrich von Hürnheim z.B. zog mit Konradin von Hohenstaufen nach Italien und wurde zusammen mit dem König 1268 in Neapel enthauptet. Sie saßen auf den Burgen Rauhaus, Hochhaus und Niederhaus im reizvollen Kartäusertal, auf Katzenstein, wo 1975 in der Kapelle der wohlerhaltenen Burg seltene Wandmalereien des 13. Jahrhunderts freigelegt wurden, und in Hochaltingen, wo sich die Familiengruft und, ein Zeugnis der Ritterromantik des 16. Jahrhunderts, das prachtvolle Grabdenkmal des Eberhard von Hürnheim und der Anna von Rechberg erhalten hat.
Als Zeugnisse dieser Romantik wird man auch das von den Fuggern, den Besitznachfolgern der Hürnheimer, erbaute Schloss in Duttenstein und das aus prächtigen Buckelquadern errichtete Schloss in Niederalfingen betrachten dürfen, das ganz bewusst staufische Bautraditionen aufgreift, gewissermaßen als Legitimation eines noch jungen reichsgräflichen Hauses.
Programm: Duttenstein – Katzenstein – Christgarten – Hochhaus und Niederhaus – Klosterzimmern – Hochaltingen – Niederalfingen

Mittwoch, 11. August 2010
Die Hohenlohe in Diensten der Staufer (Tagesfahrt mit Wolfgang Willig)
Preis: € 72,– pro Person
Drei Hohenlohe-Brüder machten unter dem Stauferkaiser Friedrich II. Karriere: Heinrich stieg im Deutschen Orden zum Deutschmeister und sogar zum Hochmeister auf, Gottfried und Konrad übernahmen höchste Reichsämter. Dabei verlagerten sie den Schwerpunkt ihrer Herrschaft in die Region, welche anschließend nach ihnen benannt wurde. Die Fahrt führt zu den Ursprüngen dieses Hochadelsgeschlechtes.
Programm: Hohlach bei Uffenheim (namensgebender Ort der Hohenloher) – Burg Brauneck – Frauental – Mergentheim – Weikersheim – Creglingen-Standorf (Ulrichskapelle, dem Oktogon der Grabeskirche in Jerusalem nachgebaut, ein Erbe des Kreuzzugs Friedrichs II.; als eine von ursprünglich vier Achteckkirchen im tauberfränkischen Raum versetzt sie den Besucher in ihrer Unverfälschtheit in die Stauferzeit).

Samstag, 18. September, bis Montag, 27. September 2010
Auf Stauferspuren nach Ober- und Mittelitalien (10 Reisetage mit Sibylle Setzler M.A. und Prof. Dr. Wilfried Setzler)
Preis: € 1490,– (EZ 1690,-) pro Person
Die Stauferzeit zählt zu den glanzvollsten Epochen deutscher, ja abendländischer Geschichte. Mit der Verleihung des Herzogtums Schwaben an Friedrich von Staufen 1079 begann der Aufstieg der Dynastie, die unter Konrad III. 1136 die deutsche Königskrone und unter Friedrich Barbarossa 1155 die Kaiserwürde erwarb. Zum nun beherrschten sacer imperium gehörten die burgundische Krone und das Königreich Arelat ebenso wie die eiserne Krone der Langobarden und Reichsitalien. Durch die Heirat von Barbarossas Sohn Heinrich VI. mit Konstanze von Sizilien gelang der Familie gar der Erwerb des Königreichs Sizilien samt Unteritalien. Zum stupor mundi, zum Staunen der Welt schließlich wurde Friedrich II., mit dessen Enkel Konradin 1268 das staufische Haus erlischt. (Mehr zu dieser Reise im gedruckten Programm)
Die Reise macht Sie mit diesen Zeugnissen und ihrer Landschaft ebenso vertraut wie mit Orten wichtiger politischer Entscheidungen.
Programm: Stuttgart – Tübingen – Konstanz – Chur – Chiavenna – 2 Übernachtungen im Raum Monza/Mailand | Monza – Mailand | Pavia – Piacenza – Fidenza – Übernachtung in Parma | Parma – Pontremoli – Massa – Lucca – Übernachtung in Lucca | Pisa – San Miniato – Poggibonsi – Übernachtung in Radda in Chianti | Siena – Buonconvento – Acquapendente – Übernachtung in Bolsena | Bolsena – Viterbo – Spoleto – Assisi – Übernachtung in Bettona | Bettona – Jesi – Ancona – Urbino – Rimini – Übernachtung in Bologna | Bologna – Nonantola – Verona – Übernachtung in Castel d'Azzano | Castel d'Azzano – Trient – Kloster Stams – Stuttgart – Tübingen.

Samstag, 2. Oktober 2010
Kaiserpfalz und Ritterstift: Bad Wimpfen in staufischer und nachstaufischer Zeit (Tagesfahrt mit Wolfgang Urban)
Preis: € 54,– pro Person
Der Hohenstaufer Kaiser Friedrich I. hat wohl während seiner Hofhaltung 1182 in Wimpfen die später oft besuchte Pfalz gegründet. Unter Friedrich II. erhielt Wimpfen als königlich-kaiserlicher Residenz- und Handlungsort seine gegenwärtig noch sichtbare monumentale Prägung. Zwischen 1224 und 1235 sind mehrfach Aufenthalte Friedrichs II. in Wimpfen belegt. Wimpfen erlebte auch die Aussöhnung zwischen Friedrich II. und seinem Sohn Heinrich VII. Noch in nachstaufischer Zeit erhielt sich Wimpfens Stellung durch zahlreiche Königsbesuche. Erst nach der Mitte des 14. Jahrhunderts versiegte die Bedeutung der in Wimpfen am Berg mit den Bauten der Kaiser und Wimpfen im Tal mit seinem seit 1068 belegten Chorherrenstift gegliederten Stadt.
Von höchstem bauhistorischen Gewicht ist die Stiftskirche von Wimpfen im Tal. Für deren Neubau 1269 besitzen wir die schriftliche Aussage, dass hier ein Werk nach französischer Art (opus francigenum) realisiert wurde. Es ist der wichtigste Beleg für die Ausbreitung des gotischen Stils östlich des Rheins, die sich ab der Mitte des 13. Jahrhunderts abzeichnete.
Programm: Die Fahrt führt zusätzlich zu den Bau- und Kunstwerken von Bad Wimpfen nach Duttenberg bei Bad Friedrichshall zur gotischen Heilig-Kreuz-Kapelle. Letztere besitzt einen umfangreichen Freskenzyklus aus der Zeit um 1485, in dem auch das spätmittelalterliche Wimpfen seine Darstellung gefunden hat

Mittwoch, 13. Oktober, bis Samstag, 16. Oktober 2010
Ratasbona – Castra Regina – Regensburg: Brennpunkt von Kultur und Geschichte (4 Reisetage mit Wolfgang Urban)
Preis: € 530,– (EZ 590,-) pro Person
Regensburg, das keltische Ratasbona, das römische Castra Regina, ist einer der großen Schauplätze der europäischen, nicht zuletzt der deutschen Geschichte. In keiner anderen Stadt sind Kultur und Geschichte Deutschlands in den erhaltenen Monumenten so gegenwärtig wie hier. Am nördlichen Donauknie gelegen, besaß die Stadt schon zur Zeit der Römer, deren Zeugnisse im Stadtbild noch heute unübersehbar sind, herausragende Bedeutung.
Regensburg ist eng verbunden mit dem staufischen Herrschergeschlecht. 1152 sah die Abteikirche St. Emmeram die feierliche Königskrönung von Friedrich Barbarossa (um 1122-1190), der 1189 von Regensburg zum Kreuzzug aufbrach (mehr zu dieser Reise im gedruckten Programm).
Programm: Regensburg: Stadtrundgänge, Steinerne Brücke von 1135, römische Porta Praetoria, Dom St. Peter mit Domkreuzgang und Domschatz, St. Ulrich, Alte Kapelle, Altes Rathaus mit Kurfürstenzimmer, St. Emmeram (Krypta mit Grab des hl. Wolfgang, Schatzkammer), ehemalige Dominikanerkirche, Kirche des Schottenklosters (romanisches Portal), ehemalige Minoritenkirche, Kartause Prüll; Benediktinerabtei Prüfening. 3 Übernachtungen in Regensburg.

Freitag, 12. November 2010
"Die Staufer und Italien" - Ausstellung im Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim (Tagesfahrt mit Dr. Raimund Waibel)
Preis: € 59,– pro Person
Vor rund 850 Jahren rühmte der staufische Chronist Otto von Freising in seiner Schilderung der Taten Kaiser Friedrich Barbarossas eine Region im Südwesten Deutschlands mit einem kaum zu überbietenden Superlativ: Dort, wo der Main fließt und Rhein und Neckar zusammentreffen, liege die größte Kraft des Reiches. Ähnlich enthusiastisch äußerte er sich über Oberitalien: Dieses Land … erstreckt sich als wahrhafter Garten der Wonnen. Ein arabischer Reisender, Ibn Gubair, meinte später nicht weniger begeistert zu Palermo und Sizilien: Die Stadt sei die Wiege der Kultur auf dieser Insel, sie vereint in sich die Vorzüge von Reichtum und Anmut; sie verfügt über alles, was das Ohr und das Auge bezaubern kann, auch alles, was man für ein üppiges, blühendes Leben benötigt. Es ist nicht verwunderlich, dass sich in diesen drei Regionen zur Stauferzeit zahlreiche künstlerische Aktivitäten und Ausdrucksformen sowie eine aufblühende Wissenschaft, insbesondere am Hofe Kaiser Friedrichs II., manifestierten. Mit einer Fülle herausragender Kunstwerke aus den großen europäischen Museen, wie sie seit der großen Stauferausstellung in Stuttgart in den 1970er Jahren nicht mehr zusammengetragen wurde, dokumentiert die Mannheimer Ausstellung die Bedeutung dieser drei Innovationsregionen des Mittelalters.