Träger des Denkmalschutzpreises 1985

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Träger des Denkmalschutzpreises 1985

Drei Gebäude und ihre Besitzer erhielten den Peter-Haag-Preis 1985 des Schwäbischen Heimatbundes. Die Spanne der Gebäude reicht vom mittelaterlichen Nonnenhaus zur Jugendstilvilla.

Die Preisträger 1985

Nonnenhaus Rottenburg-Ehingen (1439-1440)

Hohes Fachwerkhaus auf steinernem Erdgeschoss

Das Nonnenhaus beherbergt heute Gastronomie (Aufnahme 2005)

Theresia und Dr. Alfred Roll für die Erhaltung und Sanierung des "Nonnenhauses", eines alemannischen Fachwerkhauses aus dem 15. Jahrhundert

Das "Nonnenhaus" im Rottenburger Stadtteil Ehingen gehört zu den ältesten Häusern der Stadt. Im Jahr 1439/40 wurde es als Adelssitz errichtet. Seinen Namen erhielt es von den Franziskanerinnen der oberen Klause, die das Gebäude von 1688 bis 1782 bewohnten und es 1733 erweiterten und aufstockten.

1978 erwarb Dr. med. Alfred Roll das Anwesen. Die Architekten Oed und Häfele aus Tübingen und Architekt Egon Reiner aus Rottenburg führten in den folgenden Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt eine gründliche Sanierung des Hauses durch. Dabei gelang es ihnen, Räume für neue gewerbliche Nutzungen unter größtmöglicher Schonung der überkommenen Bausubstanzen zu schaffen. Besondere Sorgfalt verwendeten sie auf die Gestaltung des zugehörigen Innenhofes. Damit wurde im Rahmen der Stadtsanierung Rottenburgs eine beispielhafte Leistung erbracht.

Wohnhaus Horb-Dießen, Haidenhofstraße 2

Bauernhaus mit rotem Fachwerk

Behutsame Renovierung: Für das Ortsbild wurde Vorbildliches geleistet (Aufnahme 2005)

Susanne und Joachim Heiser für die Rettung und Instandsetzung eines Bauernhauses aus dem 18. Jahrhundert

Der Bauernhof Haidenhofstraße 2 in Dießen stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Nachdem das Anwesen 20 Jahre lang leergestanden hatte, dachten die damaligen Besitzer daran, es abzureißen, um neue Bauplätze zu gewinnen. Da der Abriss nicht genehmigt wurde, kam es 1981 zum Verkauf an das Ehepaar Heiser.

Die neuen Eigentümer setzten das Haus in mehrjähriger Arbeit nach denkmalpflegerischen Grundsätzen instand. Soweit Änderungen für die Nutzung als Wohnhaus möglich waren, wurden sie behutsam aus dem vorhandenen Bestand heraus entwickelt. Das äußere Erscheinungsbild des Hofes wurde mit allen historischen Details erhalten oder wieder hergestellt. Damit wurde sowohl für das Dießener Ortsbild als auch grundsätzlich für die Bewahrung eines ländlichen Anwesens Vorbildliches geleistet.

Jugendstilvilla Heilbronn, Gutenbergstraße 30 (1912)

hell verputzter Bau mit Mansarddach

Straßenansicht der Villa in Heilbronn

Elke und Hans Peter Gaupp für die Erhaltung und rücksichtsvolle Umnutzung der 1912 erbauten ehemaligen Villa eines Fabrikanten mit ihrem zugehörigen Park

Im Jahr 1912 errichteten die Architekten Maute und Moosbrugger für den Fabrikanten Ernst Mayer in der Gutenbergstraße ein Landhaus in einem großen Park. Nach dem Ende des letzten Krieges wurde es von den amerikanischen Streitkräften genutzt, dann von der Stadt Heilbronn als Klinik und Sonderschule. Danach war das Haus recht verwahrlost. Da ein städtischer Bedarf für eine weitere Verwendung nicht vorlag, entschloss man sich zum Verkauf.

Hans Peter Gaupp interessierte sich für die Villa und erwarb sie 1983. Mit großem persönlichem Einsatz führte er die schönen Innenräume wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück und stattete sie in einfühlsamer Weise zu einem "Hotel garni" aus. Architekt war Albrecht Stieglitz aus Heilbronn. Auch der Park konnte in vollem Umfang erhalten bleiben. Damit wurde ein künstlerisch und städtebaulich bedeutendes Ensemble aus dem Anfang unseres Jahrhunderts beispielhaft erhalten.

(Texte: Urkunden, Bilder: Bernd Langner, Archiv)

Hinweise

In Heft 1 eines jeden Jahrgangs berichten wir in der Schwäbischen Heimat ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Die Preisträger werden im Spätsommer eines jeden Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet üblicherweise im Herbst in der Stadt oder Gemeinde eines der Preisträger statt.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern