Träger des Denkmalschutzpreises 1984

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Träger des Denkmalschutzpreises 1984

Drei Gebäude und ihre Besitzer erhielten den Peter-Haag-Preis 1984 des Schwäbischen Heimatbundes. Die Spanne der Gebäude reicht vom Bürgerhaus zum "Klösterle".

Die Preisträger 1984

Bürgerhaus Ehingen/Donau, Lindenstraße 60

Gesamtansicht

Das klassizistische Wohnhaus mit interessanter Ornamentierung

Hadmute und Gerhard Bechler für die Erhaltung und Sanierung eines bürgerlichen Wohnhauses aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Das stattliche klassizistische Wohnhaus wurde von dem Ehinger Bauwerkmeister Anton Buck nach dem teilweisen Abbruch der Stadtbefestigung 1845 an der neu angelegten Lindenstraße errichtet. 1978 erwarben es die Eheleute Bechler und renovierten es von Grund auf. Dabei respektierten sie die innere Struktur des Gebäudes und übernahmen viele historische Teile der Innenräume. Das Äußere führten sie konsequent auf den klassizistischen Zustand zurück und gaben dem Gebäude die ursprüngliche Farbigkeit und seine überaus reichen omamentalen Details wieder zurück. So wurde das Gebäude zu einem Vorbild für denkmalgerechte Instandsetzungen in Ehingen. Architekt war Dietmar Albus aus Schemmerhofen, Restaurator Kurt Kneer aus Ulm.

Schildwirtschaft zum "Roten Ochsen" Laupheim, Kapellenstraße (1812)

Gastraum mit viel Holz

Die Gaststube des "Rothen Ochsen"

Sonja Adelberger, Michael Gut, Friedrich und Gerd Mann für die Wiederherstellung des ehemals jüdischen Gasthofes.

Im Jahr 1724 siedelten sich die ersten Juden in Laupheim an und legten damit den Grundstein zur größten jüdischen Gemeinde in Württemberg. 1812 kaufte der Metzger Daniel Einstein ein vier Jahre zuvor am Kapellenweg erbautes Fachwerkhaus und richtete darin eine Wirtschaft ein. Erst unter der nationalsozialistischen Herrschaft gaben die Juden das Eigentum auf. 1980 drohte auch der Verlust des Gebäudes selbst, hätte sich nicht eine Gruppe von Laupheimer Bürgern gefunden, die eine BGB-Gesellschaft gründeten, das Haus erwarben und von Grund auf sanierten. Dabei gelang es, trotz des schlechten Bauzustandes wertvolle bauliche Hinweise auf die jüdische Vergangenheit des Hauses zu erhalten und mit großem Einfühlungsvermögen eine historische Wirtschaft der Zeit um 1900 wiederzugewinnen.

Für die Erhaltung des Stadtbildes von Laupheim wurde damit ein wegweisender Beitrag geleistet und ein wichtiges geschichtliches Zeugnis der einstigen jüdischen Bevölkerung gerettet.

Klösterle Stuttgart-Bad Cannstatt, Marktstraße 71 (1463)

Außenansicht mit dem charakteristischen Fachwerk-Erker

Das Cannstatter "Klösterle"

Das "Klösterle" in Bad Cannstatt gilt als das älteste Wohnhaus von Stuttgart. Es entstand im Jahr 1463 als alemannischer Fachwerkbau und diente als Klause für Beghinen - fromme Frauen, die in einer klosterähnlichen Gemeinschaft lebten und sich in der sozialen Fürsorge hervortaten. Später war das "Klösterle" in Privatbesitz, bis 1980 das heruntergekommene Haus von der Stadt Stuttgart erworben und in seinem Bestand gesichert wurde.

Die eigentliche Instandsetzung ist das Werk des Architekten Hermann Kugler und seiner Frau Dr. Heidi Kugler, die das Haus 1983 erwarben. In mühevoller Arbeit wurde die historische Bausubstanz bewahrt und Neues mit großem Einfühlungsvermögen und in vorbildlicher handwerklicher Ausführung hinzugefügt.

Als Restaurateur war Lothar Bohring an diesem Gebäude tätig. Die im Fachwerkerker im Jahr 1576 eingerichtete Kapelle wurde dabei mit besonderer Sorgfalt restauriert und aus der Nutzung ausgespart.

(Texte: Urkunden, Bilder: Bernd Langner, Ulrich Gräf)

Hinweise

In Heft 1 eines jeden Jahrgangs berichten wir in der Schwäbischen Heimat ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Die Preisträger werden im Spätsommer eines jeden Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet üblicherweise im Herbst in der Stadt oder Gemeinde eines der Preisträger statt.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern