Gustav-Schwab-Preis 2019 zum fünften Mal verliehen

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Gustav-Schwab-Preis 2019 zum fünften Mal verliehen

Dr. Johannes Moosdiele-Hitzler aus Lauingen/Donau ist der Preisträger des fünften Gustav-Schwab-Preises. Mit der 2009 gestifteten Auszeichnung prämiert der Schwäbische Heimatbund Nachwuchsforscher für herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Geschichte, der Literatur und der Landeskunde des schwäbischen Raumes.

Die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Franz Quarthal, Emeritus am Historischen Institut, Abteilung Landesgeschichte der Universität Stuttgart, prämierte 2019 die Arbeit von Johannes Moosdiele-Hitzler Zwischen dem "lutherischen Spanien" und dem "schwäbischen Rom". Konfessionskultur, Pietismus und Erweckungsbewegung in der reichsritterschaftlichen Herrschaft Bächingen an der Brenz, die als Dissertation an der Universität Augsburg angenommen wurde.

Unser besonderer Dank gilt der Wiedeking Stiftung Stuttgart , die in diesem Jahr das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro für den Gustav-Schwab-Preis zur Verfügung gestellt hat.

In seiner Arbeit geht der Preisträger einigen aus landes- wie kirchengeschichtlich bedeutsamen - ja geradezu spannenden - Fragen nach: Woher kommen konfessionelle Identitäten, und warum sind sie bis heute mancherorts stärker spürbar als anderswo? Was veranlasste die Menschen auf dem Land, pietistische Frömmigkeit anzunehmen? - Aus diesen Grundfragen rekonstruiert der Autor die religiöse Biografie der einstigen Ritterherrschaft Bächingen an der Brenz von der Reformation bis ins 19. Jahrhundert. Mitten im konfessionellen Kampfgebiet zwischen dem lutherischen Spanien (Herzogtum Württemberg) und dem schwäbischen Rom (Dillingen als Sitz des Augsburger Fürstbischofs und der Universität der Jesuiten) gelegen, prägte sich hier eine ganz eigene konfessionelle Kultur aus, die alle Lebensbereiche erfasste und teils erstaunliche Blüten trieb. Religiös motivierte Auswanderungswellen nach Amerika (1751) und Russland (1821) und tumultartige Zustände durch die polarisierenden Lehren eines pietistischen Pfarrers (1793/96) wären hier zu nennen. Besonderen Reiz erhält die örtliche Geschichte durch Franziska von Hohenheim - Ehefrau Herzog Karl Eugens von Württemberg und prominenteste Pietistin ihrer Zeit -, die 1790 bis 1811 über Bächingen regierte und hier ihre religiösen Ideale in die Realität umzusetzen versuchte.

Die Jury zeigte sich beeindruckt, dass Moosdiele-Hitzler neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung lokaler pietistischer Gemeinschaften und konfessioneller Identitäten liefert und deren Langlebigkeit bis auf den heutigen Tag aufzeigt. Die Arbeit bietet sehr detaillierte Einblicke in Lebenswelt und Alltagskultur eines stark konfessionalisierten dörflichen Milieus bei gleichzeitiger enger Verquickung mit der elitären und akademisch geprägten Hofkultur der lokalen Obrigkeit. Zudem bietet sie einen wichtigen Beitrag zur Biografie Franziskas von Hohenheim. Der Autor konnte auf einen großen Reichtum an Originalquellen aus 21 Archiven und Institutionen zurückgreifen.

Feierliche Preisverleihung mit Vortrag

Der Schwäbische Heimatbund lädt Mitglieder und Freunde herzlich ein zur Verleihung des Gustav-Schwab-Preises mit kleinem Stehempfang am

Freitag, den 8. November 2019, 19:30 Uhr

in die Franziska-Kirche nach Stuttgart-Birkach, Alte Dorfstraße 47, 70599 Stuttgart

Begrüßung durch Prof. Dr. Albrecht Rittmann, Schwäbischer Heimatbund, und Pfarrer Jörg Novak.
Laudatio: Frau Prof. Dr. Sabine Holtz, Universität Stuttgart.

"Franziska von Hohenheim - Pietistin und Landesherrin"

Vortrag von Dr. Johannes Moosdiele-Hitzler, Träger des Gustav-Schwab-Preises 2019

Wir bitten um verbindliche Anmeldung bis zum 15.10.2019 per Post an die Geschäftsstelle, unter 0711 23942-0 oder info@schwaebischer-heimatbund.de