Günter Schmitt: Kaiserberge, Adelssitze.

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Günter Schmitt: Kaiserberge, Adelssitze.

Titelblatt

Die Burgen, Schlösser, Festungen und Ruinen der Schwäbischen Alb.

Biberacher Verlagsdruckerei Biberach 2014. 463 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Kartoniert 34,80 Euro. ISBN 978-3-943391-47-3

Der Verfasser (Jg. 1946), "Freier Architekt, Bauhistoriker, Buchautor" (S. 463), legt in seiner zweiten Eigenschaft eine "nach dem neuesten Forschungsstand aktualisierte" Zusammenfassung seines in den Jahren 1988 bis 1995 im selben Verlag in sechs Bänden erschienenen Werks Burgenführer Schwäbische Alb vor. Dass er (vermutlich aber der Verlag) den eindeutigen Titel durch die wohl als werbewirksamer erachtete Formulierung "Kaiserberge, Adelssitze" ersetzt hat, wäre nicht nötig gewesen, da man die "Kaiserberge" an einer Hand abzählen kann, während nur der jetzige Untertitel den Inhalt exakt beschreibt.

Die Begrenzung des Gebiets der Schwäbischen Alb wird in den knappen, aber vorzüglich informativen Hinweisen zur Benutzung (S. 15; von hier auch die weiteren Zitate) verbalisiert, doch ist es einfacher, wenn man die Karte auf der Doppelseite 12/13 konsultiert, in der das behandelte Gebiet farbig markiert ist (einschließlich Signaturen für die beschriebenen Orte und der wichtigsten Straßen). Diese Karte ist freilich so klein, dass man dann zu den Detailkarten (mit den Nummern der Objekte und gleichfalls dem Verkehrsnetz) greifen wird, die den Kapiteln für die 13 Landkreise vorangehen. Darunter ist mit dem Landkreis Dillingen an der Donau auch einer außerhalb Baden-Württembergs, doch werden hier nur die Objekte behandelt, die auf der Schwäbischen Alb liegen. Dieses Prinzip gilt übrigens auch für die anderen Landkreise, bei denen nur die - auf der jeweiligen Karte farblich hinterlegten - Teile behandelt werden, die auf das Gebiet der Schwäbischen Alb entfallen. Innerhalb ist "die Reihenfolge nicht alphabetisch, sondern folgt nach Möglichkeit der Topografie".

Insgesamt werden 441 durchnummerierte Objekte behandelt, "darunter 71 ausführlich, 370 katalogartig und zusätzlich 17 zu vermuteten oder nicht lokalisierten Burgen" (letztere sind nicht in die Nummerierung eingeschlossen). Die ausführlichen Eintragungen gliedern sich in folgende Rubriken: den Artikelkopf mit Name, Lage, Erhaltungszustand, Besitzer, Besichtigungsmöglichkeiten, Öffnungszeiten, Bewirtschaftung und Anfahrt; Bauphasen; Geschichte; Anlage (Typus, Merkmale, Beschreibung allgemein und besonderer Teile; dazu ein Übersichtsplan, dessen mit Buchstaben bzw. Zahlen bezeichnete Details in der Legende benannt sind; farbig markiert sind die unterschiedlichen Bauphasen). Die "katalogartigen" Eintragungen bieten im Prinzip dieselben, wenn auch knapperen Angaben (ggf. auf Elementares reduziert, etwa wenn es einleitend heißt "Ersatzlos abgebrochen"). Letztere begnügen sich mit einer kleinformatigen Außenansicht, während die langen Artikel mit mehreren gleichfalls farbigen Abbildungen illustriert sind, darunter auch Luftbildaufnahmen. Die Bibliographie (S. 449-454) im Anhang bietet zunächst eine knappe Grundlegende Literatur-Auswahl und darauf folgt Literatur zu den einzelnen Objekten, geordnet nach den laufenden Nummern der 71 ausführlich vorgestellten. Es folgen ein knappes Glossar (S. 455-457), ein Verzeichnis der Abkürzungen (S. 457) sowie das Ortsregister (S. 458-462). Die dem Hauptteil vorangehende Einführung (S. 16-31) bietet eine kurze Geschichte des Burgenbaus von den Kelten und Römern bis ins 21. Jahrhundert.

Der Band gehört zu den nicht wenigen vergleichbaren Veröffentlichungen über Burgen und Schlösser in Baden-Württemberg wie Landadel- Schlösser in Baden-Württemberg von Wolfgang Willig, Stuttgart und der mittlere Neckarraum von Christian Ottersbach und Holger Starzmann (siehe die Besprechung in Schwäbische Heimat, 2013/3, S. 374-375) oder, fast gleichzeitig erschienen, Festungen in Baden-Württemberg von Christian Ottersbach. Der Band von Günter Schmitt gehört in den Rucksack der Mitglieder des Schwäbischen Heimatbundes.

Klaus Schreiber

(Diese Rezension erschien in vollständigerer Form zuerst in: Informationsmittel (IFB): digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft).