Dieter Planck, Dirk Krausse und Rotraut Wolf (Hrsg.): Meilensteine der Archäologie in Württemberg.

. . . . . .

Dieter Planck, Dirk Krausse und Rotraut Wolf (Hrsg.): Meilensteine der Archäologie in Württemberg.

Titelblatt

Ausgrabungen aus 50 Jahren.

Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2013. 276 Seiten mit rund 300 Abbildungen. Fest gebunden 29,95. ISBN 978-3-8062-2676-8

Zu ihrem 50. Geburtstag 2013 hat die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern, die heute weit über 3000 Mitglieder hat, mit diesem Band ein ausgesprochen schönes Geschenk präsentiert. Getreu ihrem Ziel, "die Erforschung der Vor- und Frühgeschichte zu fördern, zum Erhalt archäologischer Kulturdenkmale beizutragen und die interessierte Öffentlichkeit über Neuigkeiten aus Forschung und Denkmalpflege zu informieren", hat sie im Jubiläumsjahr einen Band publiziert, der sich wahrlich sehen lassen kann. Das großartig bebilderte und gut lesbare Werk zieht eine stimmige und vielschichtige Bilanz der Archäologie in Württemberg.

In einem einleitenden Aufsatzteil (Seite 8-49) verfolgt zunächst Dieter Planck als Vorsitzender der Gesellschaft deren Entwicklung von der Gründung bis heute. Ihm folgen Beiträge zur archäologischen Forschung und Denkmalpflege in Baden-Württemberg allgemein (Dirk Krausse), zu den Stationen der Landesarchäologie auf dem Weg ins 21. Jahrhundert (Jörg Bofinger) und zur archäologischen Vermittlungsarbeit in Württemberg (Martin Kemkes). Deutlich wird dabei, welchen enormen Fortschritt die Landesarchäologie in den letzten fünfzig Jahren gemacht hat. Hand in Hand mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung von Methoden und Techniken ging eine Erweiterung des Mitarbeiterstabes in der Landesdenkmalpflege und an den Universitäten. Neue Museen, wie beispielsweise das Limesmuseum in Aalen, das Federseemuseum in Bad Buchau oder das zentrale Archäologische Landesmuseum in Konstanz, machten die neuen Funde und Erkenntnisse der Landesarchäologie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Nicht ohne Stolz kann so der Herausgeber Dieter Planck im Vorwort resümieren: "Die Archäologische Denkmalpflege entwickelte sich in diesem Zeitraum vom kleinen Betrieb zur mit modernsten Technologien ausgestatteten Forschungseinrichtung der Archäologie im Lande - eine Entwicklung in fünf Jahrzehnten, die sicherlich in der Bundesrepublik Deutschland, aber auch weit darüber hinaus Vorbildcharakter hat".

Den gewichtigsten und umfangreichsten Teil des Bandes, der ihn aber auch zu einem wahren Schatzkästchen macht, betiteln die Herausgeber mit "50 Jahre - 50 Fundorte. Meilensteine der Archäologie in Württemberg von 1963 bis 2012". Pro Jahr wird auf vier Seiten mit Bildern und Texten eine besonders wichtige, spektakuläre und weiterführende Ausgrabung und Entdeckung vorgestellt. Der Reigen beginnt mit dem alamannischen Adelsgräberfeld von Niederstotzingen 1963, dem Fürstengrab vom Grafenbühl in Asperg 1964 und dem Rätsel von Unterregenbach 1965. Jahr für Jahr geht es weiter, beispielsweise 1972 zur bandkeramischen Siedlung in Gerlingen, 1973 zur Burghöhle bei Dietfurt, 1980 zur keltischen Viereckschanze von Fellbach-Schmiden, 1991 zur römischen Latrine in Rottenburg 1991 oder 1996 zu Pfahlbaustationen in Sipplingen. Den Abschluss bilden das monumentale Steintor der Heuneburg (2005), die Hochadelsburg in Affalterbach-Wolfsölden (2006), der merowingische Friedhof von Hessigheim (2007), die Elfenbeinfunde in der Höhle Hohle Fels bei Schelklingen (2008), die Räder der Steinzeit im Olzreuter Ried (2009), das frühkeltische Prunkgrab bei Herbertingen (2019), die Stadelhöhle bei Asselfingen (2011) und schließlich die weiträumigen Untersuchungen entlang der ICE- und A-8-Trasse auf der Schwäbischen Alb (2012).

Entstanden ist so ein einzigartiger Überblick über die Arbeitsfelder und die Bandbreite der Landesarchäologie in Württemberg und Hohenzollern, über deren rasante Entwicklung in den vergangenen fünfzig Jahren und die herausragenden Ergebnisse archäologischer Grabungen und Untersuchungen.

Sibylle Wrobbel