Im Ardèche und Vivarais – ursprüngliches Frankreich zwischen Cevennen und Rhône

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Im Ardèche und Vivarais – ursprüngliches Frankreich zwischen Cevennen und Rhône

Studienreise mit kleinen Wanderungen

Reise Nr. 60

Leitung: Dr. Raimund Waibel

Samstag, 7. Oktober, bis Sonntag, 15. Oktober 2017 (9 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof | Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 9.00 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof

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L‘Ardèche: man denkt unwillkürlich an das prächtige sich über die Ardèche spannende Felsentor bei Vallon-Pont-d‘Arc und an die Schluchten, die "Gorges". In zweiter Linie erscheint vielleicht auch die Grotte Chauvet mit den überwältigenden, etwa 35.000 Jahre alten Höhlenmalereien, die seit zwei Jahren in einer perfekten Nachbildung zugänglich sind, vor dem inneren Auge. Darüber hinaus ist das Ardèche bei uns weitgehend unbekannt. Das ist erstaunlich, denn "l‘Ardèche", die historische Provinz Vivarais, das sind vor allem die Monts d‘Ardèche zwischen – grob gesagt – Cevennen, Rhônetal und der Quelle der Loire, eine faszinierende Mittelgebirgslandschaft, gebildet vom nordöstlichen Zipfel der Cevennen, also oftmals magmatischen Ursprungs. Aber auch Tropfsteinhöhlen und Karstlandschaften finden sich.

Die geologische und landschaftliche Vielfalt ist erstaunlich. Das Gebiet ist zerklüftet, touristisch bis auf Ausnahmen nur wenig erschlossen, ein noch recht ursprünglicher Teil Frankreichs. Die historischen und landschaftskundlichen Sehenswürdigkeiten liegen teils so abseits, dass sie nur mit Minibussen zu erreichen sind.

Schon in der mittleren Steinzeit siedelten Menschen im Vivarais und hinterließen vielfältige Zeugnisse. Keltische Oppida, römische Städte und Dörfer, herrliche romanische Kirchen und mächtige Burgen zeugen davon, dass die Region vergleichsweise dicht besiedelt und eine gar nicht so arme Landschaft war, bevor sie in der Neuzeit in den Windschatten der Geschichte geriet. Aber gerade deshalb konnten hier hugenottische Dörfer trotz der Verfolgungen unter Ludwig XIV. und anderen französischen Königen überleben. Der Fortschritt des 17., 18. und 19. Jahrhunderts vergaß die Gegend dann gleichsam. Die an die Bergflanken geklebten Dörfer bewahrten ihre Struktur mit den engen Kopfsteinpflastergassen sowie mittelalterlichem und frühneuzeitlichem Gebäudebestand – in den letzten Jahren oft liebevoll restauriert.

Der Programmbogen der Reise ist weit gespannt: Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte, herrliche romanische Abteien und Kirchen wie Cruas und Bourg-St.-Andéol mit dem prächtigen antiken Sarkophag des Heiligen, ein Templer- und zwei Zisterzienserklöster, versteckte kleine Bergdörfer, mächtige Burgen und historische, teils noch strohgedeckte Bauernhäuser. Und vor allem an allen Tagen eine wildromantische, beeindruckende Landschaft, deren Schönheit wir nicht zuletzt auf kleinen Wanderungen wahrnehmen.

Selbstverständlich führt uns die Studienreise Anfang Oktober – wenn die Temperaturen wieder "wanderfreundlich" sind – erneut in eine Landschaft, in der sich die Straßen noch der Landschaft anpassen und nicht umgekehrt, zudem in ein Gebiet traditioneller französischer Gastronomie. Diese und der Wein des Vivarais vermögen nach einem Besichtigungstag die historischen und landschaftlichen Eindrücke abzurunden.

1. Tag: Nach Frankreich: Anreise über die Burgundische Pforte und Lyon bis zur Übernachtung in Bollène im Rhônetal.

2. Tag: Durch die Schluchten der Ardèche: Zu Füßen der Monts d‘Ardèche liegt die romanische Stadtkirche von St. Andéol (prächtiger Sarkophag des St. Andéol). Dann folgt als erster Höhepunkt die Fahrt entlang der herrlichen Ardèche-Schlucht mit überwältigenden Blicken in die "Gorges", auch auf einer kleinen Wanderung in die Schlucht (2 Std., leicht). Den Tag beschließt ein Spaziergang zu den "hängenden Gärten" und zum "Maison Unal" (futuristisches Wohnhaus der 1970er-Jahre) in Labeaume. 3 Übernachtungen in Sanilhac.

3. Tag: Ursprüngliche Welt der Cevennen: Mit Minibussen und auf einer kleinen Wanderung (ca. 1,5 Std.) geht es in die noch unberührt erscheinenden nördlichen Cevennen mit ihrer Terrassen-Kastanienbewirtschaftung, den Weilern, den kleinen romanischen und einfach-gotischen Kirchen (Gravières, Chambonas, Thines, St.-Jean-de-Pourcharesse und die Zisterzienser-Grangie Chabrolières).

4. Tag: Höhlen, Steinzeitkunst, Templer: Gleich zwei Höhlenerlebnisse erwarten uns: die prächtige Tropfsteinlandschaft der Aven Orgnac (mit Museum zur steinzeitlichen Kultur) und atemberaubende steinzeitliche Malerei in der Nachbildung der Grotte Chauvet. Aus den Jahrmillionen und Jahrtausenden wieder näher an die Gegenwart gelangen wir in der ehemaligen Templerkommende (Kloster) Jalès.

5. Tag: Entlang der oberen Ardèche: Chassiers (romanische Kirche, Burg) – Balazuc (Bergdorf, romanische Kirche, Burg, Fossilienmuseum) – Sauveplantade (herrliche romanische Kirche mit bemerkenswerten karolingischen Resten) – Spaziergang im Quellgebiet der Ardèche. 2 Übernachtungen in St.-Cirgues-en-Montagne.

6. Tag: In der Welt der "Sucs" – die Quelle der Loire: Eine Landschaft ganz eigener Art sind die "Sucs", die Zuckerhut-Vulkan kegel wie der Gerbier de Jonc, zu dessen Füßen die Loire entspringt. Bäuerliche Kulturgeschichte dokumentieren die historischen Bauernhöfe Clastre bei Ste.-Eulalie und Besse bei Riotord. In einem Waldtal versteckt liegt die Ruine der Zisterzienserabtei Mazan. Spätnachmittags Wanderung (ca. 1,5 Std., mittel) von der Loirequelle auf den Kegel des Gerbier de Jonc (herrliche Weitsicht).

7. Tag: Quer durchs Vivarais: Mit dem Besuch der romanischen Kirche verabschieden wir uns von unserem Übernachtungsort – Thueyts (kleine Wanderung [2 Std., leicht] auf den Höhen der Schlucht um den "Pont de Diable", die Teufelsbrücke; Rundgang im Dorf) – Jaujac (pittoreskes Bergdorf, einer der schönsten Basaltflüsse Europas) – nach der Besichtigung der prächtigen romanischen Kirche von St. Julien-du-Serre (reiche Kapitelle) Fahrt durch die Berge zur Übernachtung nach Privas.

8. Tag: Am Fuß der Monts d‘Ardèche – die Rhône: Bevor uns der große Strom erwartet, Besuch im urtümlichen Weiler Pranles (romanische Kirche, archaische Kapitelle, Museum zur Geschichte der Protestanten im Vivarais im Geburtshaus der unbeugsamen Marie Durand). Danach begeistert in herrlicher Lage Cruas mit der romanischen Benediktinerabtei und einem Spaziergang zur Kapellenburg der Mönche. Übernachtung in Tournon-sur-Rhône.

9. Tag: Nach Hause: Rückreise durch das Rhône- und Saônetal (mit einer Überraschungsbesichtigung) nach Karlsruhe und Stuttgart.

Leistungen:

Preis:

€ 1880,– pro Person im Doppelzimmer
€ 1995,– pro Person im Einzelzimmer

Reisepapiere:

gültiger Personalausweis oder Reisepass

Beachten Sie bitte auch unsere Allgemeinen Hinweise, die Reisebedingungen sowie unseren Taxiservice.