Reformation und Judentum in Württemberg: Orte ihrer geistigen Begegnung

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Reformation und Judentum in Württemberg: Orte ihrer geistigen Begegnung

In Kooperation mit dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof und dem Katholischen Bildungswerk Stuttgart

Reise Nr. 55

Thomas R. Schild

Mittwoch, 20. September 2017 (Tagesfahrt)
Treffpunkt: 9.00 Uhr Stuttgart, Schillerplatz

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Zur inhumanen Tragik der Entwicklung der Reformation gehört, zumal in Württemberg, dass sie engstens verknüpft war mit steter Steigerung des Judenhasses. Noch vor der Einführung der Reformation 1534 durch Herzog Ulrich wurde das entsprechende testamentarische Vermächtnis seines Vorgängers Eberhard im Barte in der ersten württembergischen Landesverfassung 1498 verkündet: Juden wurde im Lande jedwedes Aufenthaltsoder Arbeitsrecht aberkannt. Dieser Ausschluss wurde erst furchtbare 308 Jahre später, 1806, aufgehoben.

Während dieser langen Zeit wurden allerdings auch markante Gegengewichte geschaffen. Den Grundstein dazu legte bereits Johannes Reuchlin (1455–1522). Eberhards höchstrangiger Jurist zählt bis zum heutigen Tag zu den bedeutendsten Hebraisten; durch ihn wurde hier erstmals kabbalistisches Gedankengut bekannt. Weiterentwickelt wurde es durch den hochgebildeten Schriftsteller und Theologen Johann Valentin Andreae (1586–1654) aus Herrenberg und seinen Freundeskreis, aus dem besonders der Mathematiker, Astronom und Hebraist Wilhelm Schickhardt herausragte, ein Neffe des genialen Baumeisters Heinrich Schickhardt. Andreae wurde Superintendent von Calw, später Hofprediger in Stuttgart. Dessen hochbegabte Schülerin, die württembergische Prinzessin Antonia (1613–1679), setzte dem gegenseitigen geistig-geistlichen Durchdringen jüdischer Kabbalistik und reformatorischer Mystik ein gleichermaßen eindrückliches wie weltweit einmaliges Denkmal, jenes große Andachtstryptichon, das sich seit 1673 in der Teinacher Dreifaltigkeitskirche befindet: die Turris Antoniae, die kabbalistische Lehrtafel.

Programm: Stuttgart (Schillerplatz, an dem Wirkungsstätten Reuchlins, Andreaes und Johannes Brenz‘ liegen) – Pforzheim (Reuchlin-Museum) – Bad Teinach (kabbalistische Lehrtafel der Prinzessin Antonia in der ev. Dreifaltigkeitskirche) – Herrenberg (Stiftskirche mit Kopie des "Herrenberger Altars", den der rätselhafte Maler Jerg Ratgeb für die Brüder vom gemeinsamen Leben schuf).

Leistungen:

Preis:

62,– € pro Person

Beachten Sie bitte auch unsere Allgemeinen Hinweise, die Reisebedingungen sowie unseren Taxiservice.